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Liselotte von der pfalz.jpg Elisabeth Charlotte von der Pfalz (Liselotte – fälschlich auch „Lieselotte“ – von der Pfalz), (* 27. Mai 1652 in Heidelberg; † 8. Dezember 1722 in Saint-Cloud bei Paris) war Herzogin von Orléans und Schwägerin von König Ludwig XIV. von Frankreich.

Leben


Sie wurde am 27. Mai 1652 in Heidelberg geboren und auf den Namen Elisabeth Charlotte getauft, sie wurde aber nur Liselotte genannt. Ihre Eltern waren Kurfürst Karl I. Ludwig von der Pfalz und Charlotte von Hessen-Kassel. Liselotte wurde 1671 aus politischen Gründen mit dem Herzog Philipp I. von Orléans verheiratet.

Am französischen Hofe war sie bald nach ihrer Hochzeit recht isoliert, Gründe dafür waren die offene Homosexualität ihres Mannes, der mit ihr - wie mit seiner ersten Frau - zwar mehrere Nachkommen zeugte, ansonsten aber ein weitgehend eigenständiges, von seinen Günstlingen beeinflusstes Leben im Palais Royal führte. Zudem erkannte sie die gesellschaftliche Stellung der Madame Maintenon, der letzten bedeutenden Mätresse und letztlich heimlichen Ehefrau Ludwig XIV. nicht an, was dazu führte, dass diese die einstmals guten Kontakte zum König unterband. Als die Wittelsbacher Linie Pfalz-Simmern 1685 erlosch, erhob Liselottes Schwager Ludwig XIV. entgegen dem Erbschaftsvertrag Anspruch auf die Kurpfalz und begann den Pfälzischen Erbfolgekrieg. Lieslotte litt sehr unter den Verwüstungen, die in ihrer Heimat in ihrem Namen vorgenommen wurden, von den geplünderten Schätzen erhielt sie zudem kein Goldstück.

Nach dem Tod von Ludwig XIV. wurde ihr Sohn Philipp von Orléans - ihr Mann starb 1701 vor Ludwig - statt des noch unmündigen Königs Ludwig XV. Regent von Frankreich – und damit Liselotte wieder die erste Dame des Staates. Dieses war sie schon einmal vom Tod der Maria Anna von Bayern am 20. April 1690, der Frau des großen Dauphin Ludwig, bis zur Hochzeit des Dauphin Ludwig (Herzog von Burgund) mit Marie-Adelaide von Savoyen am 7. Dezember 1697

Auf die Kinder Liselottes mit Philipp geht in männlicher Linie das Haus Orléans zurück, das mit Louis-Philippe, dem so genannten "Bürgerkönig", im Jahre 1830 auf den französischen Thron kam.

Briefe Liselottes vom französischen Hof, mit plastischen Schilderungen der damaligen Sitten, wurden überliefert. Die meisten davon schrieb sie an ihre Tante Sophie, die Kurfürstin von Hannover, und ihre Halbschwester, die Raugräfin Luise zu Pfalz (1661-1733); aber auch mit Leibniz korrespondierte sie. Insgesamt soll sie geschätzte 60.000 Briefe in deutsch und französisch verfasst haben, von denen etwa ein Zehntel erhalten ist.

Nachkommen


Zitate


  • Wo der Teufel nicht hingelangt, schickt er eine alte Frau - Liselotte über Madame Maintenon
  • Sie ist nur eine alte Zott, eine Hexe und eine Rompopel - Liselotte über Madame Maintenon

Literatur


  • Briefe der Liselotte von der Pfalz. Hrsg. und eingeleitet von Helmuth Kiesel. 8. Aufl. Frankfurt am Main: Insel-Verlag 1995. (Insel-Taschenbuch. 428) ISBN 3-458-32128-4
  • Liselotte von der Pfalz. Ihre Briefe. Gelesen von Christa Berndt. Hrsg. von Hans Pleschinski. München: Kunstmann 2004. (Laufzeit ca. 70 Min.) ISBN 3-88897-371-6
  • Dirk Van der Cruysse: "Madame sein ist ein ellendes Handwerck". Liselotte von der Pfalz. Eine deutsche Prinzessin am Hof des Sonnenkönigs. Aus dem Französ. von Inge Leipold. Ungekürzte Taschenbuchausg., 7. Aufl. München *: Piper 2001. (Serie Piper ; 2141) ISBN 3-492-22141-6
  • Madame Elisabeth Charlotte von der Pfalz, Duchesse d'Orléans: Die Briefe der Liselotte, München 1979

Siehe auch


Weblinks


  • Eintrag in der ADB
  • http://www.ub.uni-heidelberg.de/allg/benutzung/bereiche/Liselotte.html
  • http://www.fembio.org/frauen-aus/hannover/liselotte-von-der-pfalz.shtml
  • http://www.heidelberger-altstadt.de/html/specksalat.html

Frau | Deutscher Wittelsbacher | Haus Orléans-Bourbon | Autor Geboren 1652 | Gestorben 1722 | Kurpfalz

Elizabeth Charlotte, Princess Palatine | Charlotte-Élisabeth de Bavière (1652-1722) | Elisabeth Charlotte van de Palts

 

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