Der Liquor cerebrospinalis (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) ist eine Körperflüssigkeit, die mit der interstitiellen Flüssigkeit des Gehirns in Verbindung steht und daher auch in der Zusammensetzung sehr ähnlich ist.
Man unterscheidet einen äußeren Liquorraum von einem inneren Liquoraum.
Die beiden Seitenventrikel stehen über die Foramina interventricularia (Foramina Monroi) mit dem dritten in Verbindung. Von dort zieht der Aquädukt (Aquaeductus mesencephalicus) zum 4. Ventrikel der sich in den Zentralkanal des Rückenmarks fortsetzt. Diese Hohlräume stammen vom Lumen des Neuralrohrs, aus dem das Gehirn entsteht. Das Ventrikelsystem steht zudem über zwei Aperturae laterales (Foramina Luschkae) sowie einer Apertura mediana (Foramen Magendi) mit dem Subarachnoidalraum, dem äußeren Liquorraum in Verbindung.
Eine solche Punktion wird vor allem bei Verdacht auf eine Entzündung im Bereich des Nervensystems durchgeführt (Meningitis, Enzephalitis, Enzephalomyelitis, Myelitis, Polyradikulitis)wie sie zum Beispiel im Rahmen einer Autoimmunerkrankung auftreten (z.B. Multiple Sklerose), einer Infektion des Gehirns und/oder Rückenmarks durch Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten), einer Enzündung der Nervenwurzeln (Polyradikulitis). Kleinere Subarachnoidalblutungen kann man manchmal nur durch eine Liquoruntersuchung nachweisen.
Entzündungen des Gehirngewebes oder der Hirnhäute (Meningitis) verändern die Liquor-Zusammensetzung: Die Zellzahl nimmt zu, die Eiweißkonzentration steigt an, der Zucker im Liquor sinkt ab, Laktat steigt an. Des Weiteren kommt es im Liquor relativ zum Blut zu einem Anstieg der Immunglobuline.
Manchmal lassen sich die Erreger (Bakterien, Viren) direkt nachweisen. Einen viralen Infekt erkennt man häufiger nur indirekt durch die im Liquor im Vergleich zum Blut höhere Antikörper-Konzentration.
Wenn Tumorzellen im Liquor nachweisbar sind, ist dies ein Hinweis für einen Tumorbefall der Hirnhäute (Meningen). Man spricht dann von einer Meningeosis neoplastica. Untergruppen der Meningeosis neoplastica sind beispielsweise bei Karzinomerkrankungen eine Meningeosis carcinomatosa, bei Leukämien eine Meningeosis leukaemica oder bei Lymphomen eine Meningeosis lymphomatosa.
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