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Velmerstot ist der Name zweier benachbarter Berge im Norden des Eggegebirges im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen, (Deutschland). Dies sind die Preußische und die Lippische Velmerstot (468 und 441 Meter über dem Meeresspiegel); die Preußische Velmerstot ist zugleich der höchste Berg des Eggegebirges.

Beschreibung


Die Bergkuppen liegen gut einen Kilometer auseinander und sind durch einen schmalen Kamm verbunden. Über diesen Sattel verlief einst die Grenze zwischen dem Fürstentum Lippe und Preußen. Auf dem nördlichen Gipfel, der Lippischen Velmerstot, ragen zerklüftete Felsen aus dem mit Heide bewachsenen Gipfel; auf dem südlichen, der Preußischen Velmerstot, steht der Eggeturm (ein Aussichtsturm).

Die Velmerstot gehört zum Eggegebirge, weil das Silberbachtal das nordwestlich von Veldrom nach Leopoldstal verläuft, die Grenze zum Teutoburger Wald bildet.

Name


Der Name Velmerstot entstand aus dem Namen des nahen Orts Veldrom; Feldrom heißt Felder zu Drohme und der Begriff "Stot" steht für Steilhang. Einer weiteren Interpretation zufolge wird die Silbe „stot“ von „Stute“ abgeleitet. Dies könnte bedeuten, dass in früheren Zeiten der lippische Graf seine Pferde auf der Bergkuppe geweidet hat.

Geologie


Geologisch betrachtet sind beide Berge ein Teil der östlichen Randstufe der Münsterländer Kreidemulde. Die Schichten der Unteren Kreide, die nicht nur in hiesigen Steinbrüchen offen sichtbar sind, bestehen vor allem aus Sandsteinen wie Neokom und Gault. Sie werden von Tonmineralien und Mergeln unterlagert.

Vom 19. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg brachen Bergarbeiter die Sandsteine an den Klippen "Silberort" unterhalb des Velmerstotes in Quader. Sie dienten zum Bau des Kölner Doms, des Berliner Reichstagsgebäudes und der Brückenpfeiler der Reichsautobahnen.

Preußischer Velmerstot


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Der Preußische Velmerstot ist der höchste Berg des Eggegebirges. Nur 4,5 km südlich von Horn-Bad Meinberg ragt er 468 m hoch auf. Er ist damit nach dem Köterberg (496m) die zweithöchste Erhebung im Kreis Lippe.

NATO-Station

Seit 1964 nutzten holländische NATO-Truppen den Preußischen Velmerstot als Militärbasis. Das 11 ha große Gelände erklärten sie zur Sicherheitszone und bauten Luftabwehrstellungen. Während des Kalten Kriegs stand auf dem Berg eine von der NATO betriebene Radarstation und ein Militär-Stützpunkt. Ab dem 1. April 1990 stationierten die Niederländer auch Patriot-Raketen auf dem Berg. Als die NATO-Truppen zum 1. Juli 1994 abzogen, blieben breite Asphaltstraßen, Munitionsbunker, Soldatenunterkünfte und ein hoher Funkturm zurück.

Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen einigten sich, das Gelände zu renaturieren. Das Forstamt Paderborn ließ die Militäranlagen abreißen. Nachdem 2002 die Anlagen abgerissen wurden und im Frühjahr 2003 der Funkturm abgerissen wurde, ist der Gipfel seit August 2003 offiziell wieder für den Wanderer nicht nur auf dem Eggeweg erreichbar.

Aussichtsturm

Das Forstamt Paderborn errichtete 2003 den Eggeturm. Die Holz-Konstruktion des Aussichtsturms ist 17 m hoch, die Aussichtsplattform befindet sich auf 9,15 m Höhe.

Vom Turm schweift der Blick nach Westen über den Bauernkamp und den Eggeberg in die Senne. In Richtung Nordwesten schaut man zum Teutoburger Wald mit dem Hermannsdenkmal (die Lemgoer Warte) und nach Norden in das Lipper Bergland. Nach Nordosten blickt man über die Hohe Asch, einige Berge bei Bad Pyrmont, den Winterberg und die Heinberge bei Blomberg, die Talsenke bei Schieder und über den Schwalenberger Wald, in dem eine auf einem Felsen stehende Burg zu erkennen ist, zum Weserbergland. In Richtung Osten fällt der Blick vorbei am Köterberg (kahle Berghöhe mit Fernsehturm) zum Solling. Nach Südosten schaut man über den Kegel des Desenbergs und weitere Vulkanhügel zum Habichtswald und im Süden ist das Sauerland zu erkennen.

Lippischer Velmerstot


Der Lippische Velmerstot ist die neben der Hausheide und dem Klusenberg (je 441 m. ü. NN.) der zweithöchste Berg des Eggegebirges. Er schließt sich nördlich an den bereits genannten Preußischen Velmerstot an.

Auf seinem Gipfel liegen zahlreiche Sandsteinquader frei. Ein 1,60 m hoher Sandstein trägt die Inschrift „Komm’ gern zu mir, doch schone mich, denn alles hier geschah’ für Dich.” Von den Sandsteinfelsen sind nicht nur das Hermannsdenkmal im Nordwesten, der Köterberg im Osten und das Warburger Land im Südosten zu sehen. Im Tal liegen Silberbach und Silbermühle.

Naturschutzgebiet

Der Lippische Velmerstot und der angrenzende Egge-Osthang ist ein Naturschutzgebiet, das etwa 144 Hektar groß ist. Als schutzwürdig gelten die trockenen Heidegebiete auf dem Bergrücken und die Silikatfelsen, die von Vegetation durchbrochen sind. Besondere Tiere sind Haselhuhn, Uhu, Schwarzspecht, Grauspecht und Schwarzstorch. Ferner sollen Erlen, Eschen, Buchen geschützt werden.

Auf dem Gipfel des Lippischen Velmerstots wächst Hochheide, die von Gehölzen durchsetzt wird. Das Naturschutzgebiet umfasst einen Teil der Waldlandschaft des Eggegebirges und des Silberbachtals. Der Hang ist mit Blocksteinfeldern durchsetzt und mit Hainsimsen-Buchenwäldern bestanden. Es gibt Sickerquellen, die in Rinnen und Kerbtälern talwärts ziehen und von Erlen und Eschen gesäumt werden. Der Buchenwald ist für den Gebirgszug so landschaftstypisch wie Quellbäche, Felsen und Blockhalden. Die Bergheidefläche ist ein Relikt früherer großflächiger, baumfreier Hochheiden auf der Egge.

Das Naturschutzgebiet hat die Bezirksregierung Detmold als ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) der Europäische Kommission gemeldet, die das europäische, ökologische Netz Natura 2000 aufbauen will.

Mythologie


Das altsächsische Hauptheiligtum Irminsul, eine große Eiche oder Holzsäule, könnte auf dem Velmerstot gestanden haben.

Sehenswürdigkeiten


Unweit der beiden Berge befinden sich diese Sehenswürdigkeiten und geographischen Ziele:

Film


In der Mitte des Spielfilms „Die Hermannsschlacht“ trifft Heinrich von Kleist bei einem fiktiven Treffen auf der Velmerstot den Dramatiker Christian Dietrich Grabbe.

Literatur


Berg in Nordrhein-Westfalen | Kreis Lippe

 

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