| Lipizzaner
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Lipizzaner (italienischer Züchtung)
| wichtige Daten
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| Ursprung: | Slowenien, Karst
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| Hauptzuchtgebiet: | ehemaliges Österreich-Ungarn
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| Verbreitung: | gering
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| Stockmaß: | 155 - 165 cm
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| Farben: | Schimmel, selten Braune und Rappen
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| Haupteinsatzgebiet: | Reit- und Fahrpferd
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| Brandzeichen
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Lipizzaner, auch
Kaiserschimmel genannt, ist ein
Warmblutpferd und gehört zu den Barockpferden.
Exterieur
Der Lipizzaner hat als Fohlen eine dunkle Farbe. Als ausgewachsene Pferde werden die meisten Lipizzaner
Schimmel (weiß); mit 4-10 Jahren. Es gibt aber auch einzelne
Braune,
Rappen und
Füchse.
Bei den Lipizzanern gab es ursprünglich alle
Farben bis hin zu Falben, Isabellen, Blauschimmeln, Schecken und Tigerschecken. Ein berühmtes Gemälde von George Hamilton zeugt von dieser Farbenvielfalt. Heute werden nur mehr Schimmel, Braune, Rappen und vereinzelt auch Füchse gezüchtet.
Der Typ des Lipizzaners hat sich gute 300 Jahre lang nicht verändert.
Der Lipizzaner ist elegant, mittelgroß, kompakt; kurz gesagt athletisch. Härte und Ausdauer zeichnen ihn aus. Hals, Kopf und Schultern passen sehr gut aufeinander. Er trägt einen markanten
Ramskopf - alt spanischer Einfluss. Die Hinterhand ist stark bemuskelt, die Fesselung ist schräg. Die Hufe sind überaus hart und sehr wohl geformt. Die Beine sind kurz - vor allem kurzes Röhrbein - und kräftig, auch der Hals ist kurz. Mähne und Schweif sind wunderbar dick und feinhaarig. Der Rücken ist lang und kräftig. Seine Bewegungen sind graziös und sein Gang federnd. Er ist in der Gesamterscheinung hoch aufgerichtet. Er ist für einen guten Galopp geschaffen; die Knieaktion neigt dazu, zu hoch zu sein; wenig Widerrist zudem.
Interieur
Der Lipizzaner präsentiert sich grundsätzlich munter und freudig. Sein Charakter ist freundlich und ausgeglichen; ruhig aber eifrig. Der Zucht liegt eine angenehme Rittigkeit zugrunde. Er lernt schnell und arbeitet mit Eifer. Trotz des gutmütigen Wesens hat er eine auffällige Ausstrahlung zu Eigen und ebenso eine gehörige Portion Mut.
Zuchtgeschichte
Seit
1572 ist der Lipizzaner mit der
Spanischen Hofreitschule in
Wien gemeinhin assoziiert, in der die Pferde gemäß der
klassischen Reitkunst ausgebildet werden, die im 16. Jahrhundert entstanden ist. Ihre Hauptverwendung sind heutzutage Auftritte bei Shows. Früher wurden sie für den kaiserlichen Hof gezüchtet - für Auftritte, als Reit- und Gebrauchspferde und Paradepferde.
Der Name Lipizzaner stammt von seinem Stammgestüt Lipica in Slowenien. Lipica liegt in der Nähe von Triest, der ital. Name der Ortschaft lautet Lipizza. Das Gestüt wurde mit Pferden der iberischen Halbinsel begründet. Ab dem 18. Jahrhunder deutlicher Einfluss neapolitanischer, ursprünglich spanischer Pferde. Im 19. Jahrhundert veredelte der Araberschimmel Siglavy die Zucht erheblich. Das Karstgebirge - rau, karg, gebirgig - , in dem Lipica liegt, ist von entscheidender Bedeutung. Langlebigkeit, Gesundheit, starke Knochen, harte Hufe, Zähigkeit und Widerstandsfähigkeit hat es den Pferden mitgegeben. Die Pferde brauchen diese Bedingungen, um zu leben: Bei der kriegsbedingten Evakuierung 1915 in ein milderes Klima sind viele der Tiere verloren gegangen. 1920 stritten sich Österreich und Italien um das Gestüt; der Bestand wurde geteilt. Der österreichische Teil wurde in das heutige Bundesgestüt Piber (Steiermark; nahe Graz) gebracht, welche die Spanische Hofreitschule in Wien mit den bekannten Schulhengsten versorgt. Eine weitere Evakuierung folgte im Zuge des zweiten Weltkrieges nach Hostau. Die überlebenden Tiere kamen nach Piber zurück.
Lipizzaner werden heute in praktisch ganz Europa gezüchtet, vor allem aber in den staatlichen Gestüten des ehemaligen Österreich-Ungarischen Reiches in Österreich (Bundesgestüt Piber bei Köflach), der Slowakei (Topoľčianky), Kroatien bei Đakovo und Ungarn (Szilvásvárad) sowie Rumänien sowie zahlreichen Privatzüchtern.
Berühmteste Liebhaberin war sicherlich Kaiserin Sissi; zwei edle Schimmel standen ihr als persönliche Reitpferde zur Verfügung. Nach Wien an die Hofreitschule kamen die Pferde bis 1920 aus Lipica; seitdem aus Piber. In Lipica finden wir bis heute eine bedeutende Zucht mit einer eigenen Hofreitschule.
Brandzeichen
Die in Piber geborenen Fohlen erhalten 4
Brandzeichen: Gestütsbrand Piber, linke Kruppseite; Abstammungsbrand auf der linken Sattellage, das heißt Anfangsbuchstabe des Abstammungshengstes des Vaters, das Symbol des Abstammungshengstes der Mutter und Zuchtnummer; Fohlenregisterbrand auf der rechten Sattellage und den Traditionsbrand (L) auf der linken Ganasche, das auf Kaiser
Leopold I. zurückgeht. Der L-Brand ist ein Zeichen des Stammgestütes. Das wird von allen anderen Lipizzanergestüten respektiert. Den Traditionsbrand erhalten nur in Piber oder Lipica gezüchtete Lipizzaner.
C-Lipica.jpeg
Stammväter
Der Rasse stehen sechs
Stammväter voran:
- Pluto (spanischer Schimmel, 1765)
- Conversano (neapolitanischer Rapphengst, 1767)
- Favory (Falbe, spanisch/neapolitanisch, 1819)
- Neapolitano (brauner Neapolitaner, 1790)
- Siglavy (rein arabischer Schimmel, Syrien 1810),
- Maestoso (neapolitanisch/spanisch, 1819).
Von den ursprünglichen 23 Stutlinien befinden sich heute nur noch 14 in Piber selbst .
Münzen
Ein Lipizzaner mit Reiter war bis zur
Euro-Umstellung auf den
österreichischen 5 Schillingmünzen abgebildet. Ebenso befinden sich Lippizaner auf dem Entwurf der voraussichtlich ab
2007 gültigen
slowenischen 20 Cent Münzen.
Literatur
- "Auf den Spuren der Lipizzaner" von Heinz Nürnberger 1998 Olms Ag Hildesheim ISBN 3-487-08393-0
- "Lipizzaner-Individualisten für Idealisten-ein Rassepotrait abseits von Glanz und Glamour" von Ilona Kirsch, Fruehtau-Verlag Kiel, ISBN 3-9808715-1-7
Siehe auch
Weblinks
Pferderasse | Nationales Symbol (Österreich)
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