Die Linth ist ein Fluss in den Schweizer Kantonen Glarus, St. Gallen und Schwyz.
Linthkanal.jpeg Die Linth ist der Quellfluss der Limmat und entspringt im Tödi-Massiv. Ihre Hauptquellbäche sind der Sandbach und der Limmernbach. Im Quellgebiet befindet sich unter Anderem das Kraftwerk Linth-Limmern mit der Nordostschweizerischen Kraftwerke AG als Mehrheitsaktionärin. Die Linth fliesst nordwärts durch das Glarnerland und vereinigt sich in Schwanden mit dem Sernf, welcher von Elm herunter kommt. Danach durchfliesst sie Ennenda, Glarus, Netstal und Näfels. Bei Netstal nimmt sie auf der linken Seite den Löntsch auf. Seit der Linthkorrektur fliesst sie als Escherkanal in den Walensee. Bei Weesen verlässt der Linthkanal den See und durchquert die Linthebene. Bei Ziegelbrücke mündet links der von der Rauti und dem Niederurner Dorfbach bewässerte Industriekanal in den Linthkanal. Dieser mündet bei Schmerikon in den oberen Teil des Zürichsees. Ab Ziegelbrücke verlaufen parallel zum Linthkanal auf den Dämmen je ein Wanderweg, ein seitlicher Entwässerungskanal und nicht weniger als 5 Hochspannungsleitungen.
Vor der Linthkorrektion durch Hans Conrad Escher floss die Linth direkt in den Zürichsee. Bei Ziegelbrücke vereinigte sie sich mit der Maag, dem Ausfluss des Walensees. Zwischen Ziegelbrücke und Schmerikon mäandrierte die Linth stark und war durch die Anlagerungen von Sandbänken auch nur bedingt schiffbar.
Als die Linth noch von Mollis quer zum Tal nach Niederurnen und Ziegelbrücke floss, wurde die Ebene zwischen Näfels, Weesen und Ziegelbrücke regelmässig und mit verheerenden Folgen durch die Linth überschwemmt. Ab dem 18. Jahrhundert lagerte sich mehr und mehr Geschiebe aus den Glarner Bergen in der Linthebene ab und zerstörte grosse Kulturlandflächen. Die hohe Erosion im Glarnerland war durch die systematische Abholzung und daraus resultiernden Murgänge bedingt.
Die Ablagerung des Geschiebes in der Linthebene führte dazu, dass die Maag nicht mehr in den Zürichsee abfliessen konnte. Dies führte zum Ansteigen des Walensee und regelmässigen Überschwemmungen in den Anrainerorten. Die Linthebene versumpfte und es kam zu regelmässigen Malariaausbrüchen.
Die betroffenen Kantone Glarus, Schwyz und St. Gallen zogen die Eidgenössische Tagsatzung zur Rate. Diese beautragte den Berner Ingenieur Andreas Lanz mit einer Sanierung der Linth. Der Kostenvoranschlag von rund 90000 Gulden schreckte aber die Tagsatzung ab.
Durch die Linthkorrektion wurde der Wasserspiegel des Walensees um 5,5 Meter gesenkt. Die Riet- und Sumpfflächen zwischen den beiden Seen wurden bis zum Zweiten Weltkrieg zur Streugewinnung weiter kontrolliert bewässert. Die Trockenlegung durch Drainage erfolgte erst durch die Linthmelioration nach 1938 im Rahmen der so genannten «Anbauschlacht».
Bisher hielten die Dämme der Linth den Belastungen durch Hochwasser stand. Bei den Hochwassern 1999 und 2004 konnte ein Brechen der Dämme aber nur knapp verhindert werden. Sie wurden anschliessend notdürftig saniert. Eine Gesamtsanierung des Linthkanales steht ist in Planung. Der Hochwasserschutz und eine teilweise Renaturierung des Linthlaufes stehen dabei im Zentrum der Debatte. Kontrovers diskutiert wird besonders eine Rücknahme der Dämme, da dabei zwar ein natürlicherer Flusslauf entstehen würde, jedoch grössere Flächen landwirtschaftlichen Nutzlandes geopfert werden müssten.
Die Linth verlässt den Zürichsee in der Stadt Zürich als Limmat.
Siehe auch: Gewässerkorrektion, Hans Conrad Escher von der Linth, Linthebene