Linnich ist die nördlichste und drittgrößte Stadt im
Kreis Düren in
Nordrhein-Westfalen. Sie liegt genau in der Mitte zwischen den Städten
Mönchengladbach im Nordosten und
Aachen im Südwesten, an der
Rur.
Geografie
Gewässer
Stadtgliederung
Die heutige Stadt Linnich entstand
1969 im Rahmen der kommunalen Neugliederung aus den ehemals selbständigen Gemeinden: Linnich (Stadt),
Boslar,
Ederen,
Gereonsweiler,
Gevenich,
Glimbach,
Kofferen,
Hottorf,
Körrenzig,
Rurdorf,
Tetz und
Welz;
1972 kam noch
Floßdorf hinzu.
Geschichte
Die "
Stad van Lynneke" wurde am
27. April 1392 erstmalig durch Herzog Wilhelm von
Geldern urkundlich genannt. Die erste urkundliche Erwähnung überhaupt datiert auf das Jahr
888 und bezeugt die Schenkung des Königsgutes "Linnica" von
König Lothar II. an das
Marienstift Aachen im Jahr
851. Der Name Linnich geht auf seinen vermutlichen Gründer, einen
Kelten namens
Linus, zurück.
Geschichtlich verbindet Linnich viel mit der südlich angrenzenden Herzogstadt Jülich, so auch die über 90-prozentige Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Dies war nach den Zerstörungen in den Jahren 1393, 1397 und 1794 die vierte und schrecklichste. Das Hubertuskreuz bei Linnich erinnert an die historische Hubertusschlacht von 1444 zwischen den Herzogtümern Geldern und Jülich sowie an eine der blutigsten Panzerschlachten an der Rurfront im Jahr 1944, es ist ein Mahnmal für den Frieden.
Nach der Zerstörung vom 2. Oktober 1794 während der Schlacht im ersten Koalitionskrieg zwischen den französischen Revolutionstruppen und den preußisch/österreichischen Truppen gehörte Linnich zu Frankreich und war von 1798 bis 1814 Hauptort eines Kantons (der die links der Rur liegenden Orte des Jülicher-Landes umfasste) im Département de la Roer.
Am 3. Dezember 1944 wurde Linnich von amerikanischen Truppen eingenommen, erst am 23. Februar 1945 erfolgte südlich von Linnich der Übergang über die Rur.
In den Jahren 1992 und 2002 wurde Linnich von den Erdbeben in der rheinischen Tiefebene erschüttert. Davon war am meisten die kath. Pfarrkirche St. Martinus betroffen. Der Hang, an dem sie steht, könnte bei einem weiteren Beben abrutschen.
Religionen
Neben der katholischen und evangelischen Gemeinde existierte in Linnich bis 1938 eine kleine jüdische Gemeinde.
Nachdem im
Mittelalter Juden in Linnich ansässig gewesen waren, ließen sich in der
Neuzeit wiederum Juden in der Stadt nieder. 1861 lebten hier 123 Personen. Es existierte ein
jüdischer Friedhof, eine jüdische Schule und eine
Synagoge, die 1913 erbaut wurde. Im
Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge geschändet und angezündet.
Politik
Stadtrat
Die 32 Sitze des Stadtrates verteilen sich wie folgt:
- CDU 16 Sitze (Vorsitzender: Hans-Willi Dohmen; Stellvertreter: Wilfried Meisen; Geschäftsführer: Konrad Philippen)
- SPD 10 Sitze (Vorsitzender: Hans-Friedrich Oetjen, Stellvertreter: Helmuth Geisler)
- Grüne 3 Sitze (Vorsitzender: Karl-Heinz Hilfert; Stellvertreter und Geschäftsführer: Christoph Barzen)
- FDP 2 Sitze (Vorsitzender: Dr. Christoph Gerlach; Stellvertreter: Dr. Klaus Selter; Geschäftsführer: Patrick Schunn)
- Freier Bewerber (Hartmut Mandelartz) 1 Sitz (Hospitant der SPD-Fraktion)
(Stand:
Kommunalwahl am
26. September 2004)
Städtepartnerschaften
Linnich pflegt seit 1974 eine Partnerschaft mit der nord
französischen Stadt
Lesquin nahe
Lille.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Museen
Bauwerke
- Evangelische Kirche
- Katholische Pfarrkirche St. Martinus
- Wehr an der Rur
- Hubertuskreuz
Regelmäßige Veranstaltungen
- Andreasmarkt - Der Andreasmarkt findet jährlich am 1. Montag nach Andreas (meist der 1. Montag im Dezember) statt. Es ist der letzte traditionelle Bauernmarkt in weitem Umkreis und zieht somit viele Leute an. Im Jahr 2006 findet der Andreasmarkt am 04. Dezember statt.
- Schützenfest - Das große Schützenfest aller drei Schützengesellschaften, der Hubertus-Schützen, der Sebastianus-Schützen und der Schützengilde, genannt die "Linnicher Bronk", findet alljährlich von Freitag nach Pfingsten bis Fronleichnam statt.
Kulinarische Spezialitäten
- Im Ortsteil Welz führt die Familie Rainer eine kleine Privatbrauerei und Kornbrennerei.
Wirtschaft und Infrastruktur
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Autobahnanschluss
Linnich ist über die nachfolgend aufgeführten Anschlussstellen an das
Autobahnnetz angebunden. Durch das Stadtgebiet Linnichs selber führt keine Autobahn.
Ansässige Unternehmen
- Linnich ist die Heimat des Getränkekartons. (Schauen Sie doch mal unter Ihre Saft- oder Milchtüte - steht dort combibloc, so halten Sie ein Stück Linnich in der Hand.)
- In Linnich arbeitet die älteste Glasmalerei Deutschlands, die Firma Oidtmann. Seit einigen Jahren gibt es daher das Deutsche Glasmalerei-Museum in einer historischen Wassermühle im Stadtkern.
Öffentliche Einrichtungen
Gut ein Viertel der Kernstadt besteht aus dem Areal des
Instituts für Aus- und Fortbildung der Polizei NRW - Bildungszentrum Linnich (IAF - BZ Linnich). Dieses Gelände diente seit 1952 zuerst der
Bereitschaftspolizei Abt. IV Linnich mit ihren Lehrgruppen und Hunderschaften als Unterkunft. Im Jahre 1996 wurden die Hundertschaften der Bereitschaftspolizei den Großbehörden bzw. den Bezirksregierungen angegliedert. Der neue Name der Polizeieinrichtung war dann
Polizeiausbildungsinstitut Linnich. Hier wurden junge Männer und Frauen zu Polizeibeamten und Polizeibeamtinnen ausgebildet. Neben der Ausbildung zum mittleren Polizeidienst, deren Ausbildung 2 1/2 Jahre dauerte, wurden in Linnich auch Teile der Ausbildung für den gehobenen Dienst (Polizeikommissaranwärter/innen) durchgeführt.
Heute werden in den Trainingstätten und Hörsälen IAF - BZ Linnich diverse Fortbildungen der Polizei NRW durchgeführt.
Seit dem 30. August 2004 werden einige Gebäude von der Fachhochschule für Finanzen NRW genutzt.
Persönlichkeiten
- Christian Joseph Matzerath, (* 28. Januar 1815 in Linnich; † 21. März 1876) Jurist und Dichter, Mitglied im Maikäferbund
- Heinrich Oidtmann (* 1838; † 1890), Arzt und Begründer der Linnicher Glasmalerei-Werkstatt
- Heinrich Weitz, (* 11. August 1890 in Linnich; † 30. Oktober 1962 in Duisburg), Jurist und Politiker
- Elke Winkens, (* 25. März 1970 in Linnich), Schauspielerin
Weblinks
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