Linnaeus.jpg Carl Nilsson Linnaeus, nach seiner Erhebung in den Adelsstand 1762 Carl von Linné, in auf Latein verfassten Werken auch Carolus Linnaeus (* 23. Mai 1707 in Råshult, Kronobergs län, Südschweden; † 10. Januar 1778 in Uppsala) war ein schwedischer Naturwissenschaftler, der die Grundlagen der modernen Taxonomie (binomiale Nomenklatur) entwickelte, das Linnésche System. Als Zusatz zu wissenschaftlichen Namen der von ihm beschriebenen Lebewesen kann sein Name mit L. abgekürzt wiedergegeben werden.
Während dieser Zeit gelangte Linné zu der Überzeugung, dass sich die Blüten, die Fortpflanzungsorgane der Pflanzen, ihre Blütenblätter, Staubblätter und Stempel, gut als Grundlage der Klassifikation eigneten. Er schrieb darüber eine kurze Abhandlung, Preludia Sponsaliorum Plantarum („Hochzeiten der Pflanzen“), der er noch als Student die Stellung eines stellvertretender Dozenten und Demonstrators am Botanischen Garten verdankte. 1732 finanzierte die Akademie der Wissenschaften in Uppsala seine Expedition nach Lappland, das bis dahin praktisch unbekannt war. Das Ergebnis war ein Buch über die lappländische Pflanzenwelt, Flora Lapponica, das 1737 veröffentlicht wurde. Zudem brachte er von dieser Reise erstmals Spielregeln und Spielbrett des Wikingerspiels Tablut mit und machte es damit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich.
Das 17. Jahrhundert mit seinen stürmischen naturwissenschaftlichen Entdeckungen gerade auch von mikroskopischen Lebewesen hatte zu einer Ansammlung zahlloser Pflanzen- und Tierarten geführt. Eine übersichtliche Ordnung war bereits überfällig geworden. Von den mannigfachen früheren Versuchen zur Systematisierung übten insbesondere diejenigen von John Ray und Joseph Pitton de Tournefort Einfluss auf Linné aus. Ray hatte sich mit der Einführung von Doppelbezeichnungen für Gattung und Art bereits der binominalen Nomenklatur angenähert. Sein Vorhaben einer Reformation führte Linné zu einer klar definierten hierarchischen Gliederung aller bekannten Organismen. Zur Klassifizierung verwendete er die aus der mittelalterlichen Scholastik bekannten Begriffe „differentia“ für Artunterschiede und „proprium“ für Arteigentümlichkeiten. Während er davon ausging, für Gattungen und Arten mit „natürlichen“ Merkmalen arbeiten zu können (natürliches System), betrachtete er alle höheren Taxa für künstlich, also nach willkürlichen Regeln kategorisiert (künstliches System). Ein solches Vorgehen erschien ihm aus Gründen der praktischen Anwendbarkeit jedoch geboten:
„Es ist keine Hoffnung, in unserer Zeit ein natürliches System zu finden, kaum unsere spätesten Enkel werden es können. Aber inzwischen will man ja die Pflanzen kennen, folglich müssen wir künstliche Klassen als Nothelfer annehmen.“
In der zoologischen Systematisierung wich Linné strikt von der aristotelisch beeinflussten Ordnung nach Lebensräumen ab und zog stattdessen morphologische und physiologische Merkmale heran.
Das System Linnés unterschied sich von älteren Ansätzen durch einfachere Handhabung und insbesondere durch größere Offenheit gegenüber der Integration neuer Taxa. Keineswegs aber stellte es eine phylogenetische Systematik im heutigen Sinne dar, sondern versuchte - ganz in Entsprechung zu Linnés tiefer Überzeugung von der Unveränderlichkeit der Arten - die vermeintliche Statik in der Ordnung des Lebendigen abzubilden. Dessen ungeachtet gilt Linné als der Begründer der heutigen Systematik, die nach ihm als Linnésches System bezeichnet wird.
Bei der Namensgebung vertraute Linné auf den gesunden Menschenverstand. So benannte er den Menschen als Homo sapiens, den wissenden Mensch, behandelte ihn also - eingereiht unter die Primaten - bereits gleichsam als zoologisches Objekt. Er beschrieb aber auch eine zweite menschliche Art, Homo troglodytes bzw. Homo nocturnus, den Höhlenmenschen bzw. Nachtmenschen, mit dem er vermutlich den kurz zuvor beschriebenen Schimpansen meinte. Die Säugetiere nannte er nach den Milchdrüsen Mammalia, weil er Frauen ermutigen wollte, ihre Säuglinge zu stillen.
Sein botanischer Garten kann heute in Uppsala besichtigt werden, dort legte er auch erstmals eine von ihm entwickelte Blumenuhr an.
Biologe | Botaniker | Ichthyologe | Zoologe | Mediziner (18. Jh.) | Schwede | Mann | Geboren 1707 | Gestorben 1778
كارولوس لينيوس | Карл Линей | Carl von Linné | Carl von Linné | Carl von Linné | Carl Linné | Carolus Linnaeus | Carl von Linné | Κάρολος Λινναίος | Carolus Linnaeus | Linnaeus | Carl von Linné | Karl von Linné | کارل لینه | Carl von Linné | Carl von Linné | Carolus Linnaeus | Carl von Linné | Carl von Linné | קארלוס ליניאוס | Carl Linné | Carl von Linné | Carolus Linnaeus | Carolus Linnaeus | Carl von Linné | Carl von Linné | カール・フォン・リンネ | 칼 폰 린네 | Carolus Linnaeus | Carl von Linné | Karlas Linėjus | Carolus Linnaeus | Carl von Linné | Carl von Linné | Karol Linneusz | Lineu | Carl Linné | Линней, Карл | Carolus Linnaeus | Karl fon Line | Carl Linné | Carl von Linné | Карл фон Лине | Carl von Linné | கரோலஸ் லின்னேயஸ் | Carl Linnaeus | Лінней Карл | 卡尔·林奈 | Carolus Linnaeus
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Carl von Linné".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world