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Die
Linke Rheinstrecke (Streckennummer 2490,
KBS 470) ist die am linken
Rheinufer verlaufende Bahnstrecke von
Köln nach
Mainz über
Bonn,
Koblenz und
Bingen. Auf ihrer gesamten Länge von 185 km ist sie
zweigleisig ausgebaut und
elektrifiziert. Bis zur Eröffnung der
ICE-
Neubaustrecke Köln–Frankfurt war sie die meistbefahrene Eisenbahnstrecke in
Deutschland.
Die Strecke am Mittelrhein gilt als eine der landschaftlich schönsten Eisenbahnstrecken Deutschlands, zumal die Landschaft seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Den Reisenden zeigen sich zahlreiche Burgen, darunter die Rheinpfalz bei Kaub, die mit ihrem fünfeckigen Turm inmitten des Rheins steht. Auch an der Loreley führt die Strecke vorbei. Daneben sind enge Täler zwischen hoch aufragenden Felswänden, viel Wald und viele Weinberge zu betrachten.
Geschichte
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Der erste Abschnitt zwischen Köln und Bonn wurde am 15. Februar
1844 von der
Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet. Am 21. Januar
1856 wurde die Strecke bis
Bahnhof Rolandseck verlängert. In Köln begann die Strecke ursprünglich am damaligen Bahnhof
Köln St. Pantaleon. Erst
1859 wurde sie zum Hauptbahnhof verlängert, weshalb dieser bis heute eine negative Kilometrierung trägt. Nach der Übernahme durch die
Rheinische Eisenbahn führte diese im Jahre
1858 die Strecke über
Remagen und
Andernach nach Koblenz weiter. Die Mosel wird dabei über die neuerbaute
Moseleisenbahnbrücke überquert. Ende des folgenden Jahres, am 15. Dezember 1859, wurde der landschaftlich besonders reizvolle Streckenabschnitt durch das enge Mittelrheintal bis zum damals preußischen „Grenzbahnhof“
Bingerbrück (heute Bingen Hbf) fertiggestellt, wo die linke Rheinstrecke an die seit 17. Oktober im Güterverkehr befahrene Strecke der
Hessischen Ludwigsbahn nach Mainz angeschlossen wurde. Gleichzeitig erhielt sie auch Anschluss an die
Rhein-Nahe Bahn nach
Saarbrücken und die dortigen Kohlengruben.
In Bonn Hauptbahnhof bestand von 1870–1914 die Möglichkeit, mit dem Trajekt Bonn–Oberkassel auf die anfangs in Oberkassel endende Rechte Rheinstrecke zu wechseln. In Koblenz wurde die Anbindung an die rechte Rheinstrecke 1864 über die Pfaffendorfer Brücke ermöglicht. Später dann durch zwei auch heute noch in Betrieb befindliche Eisenbahnbrücken südlich und nördlich der Stadt (Horchheimer Eisenbahnbrücke und Urmitzer Eisenbahnbrücke) realisiert.
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Während des ersten Weltkriegs wurden zwei weitere in ihrer Bauweise sehr ähnliche Rheinquerungen gebaut, die beide im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht wieder aufgebaut wurden.
Zum einen die von 1913 bis 1915 erbaute Hindenburgbrücke zwischen Rüdesheim am Rhein und Bingen-Kempten, die über die Linke Rheinstrecke den Anschluss zwischen Rechter Rheinstrecke und Nahetalbahn sicherstellte.
Zum anderen die Ludendorff-Brücke zwischen Erpel und Remagen, die dazu diente, die Rechte Rheinstrecke mit der Linken Rheinstrecke und der strategisch wichtigen Ahrtalbahn zu verbinden. Diese später als Brücke von Remagen bekannt gewordene Brücke wurde allerdings erst 1919 fertig, sollte jedoch in den letzten Tagen des zweiten Weltkriegs große Bedeutung gewinnen.
Seit 1959 ist die Strecke elektrifiziert. Aufgrund der dichten Zugfolge blieb die Strecke in den Folgejahren weitgehend von Rückbautätigkeiten verschont und bietet überdurchschnittlich viele Ausweich- und Überholmöglichkeiten. Lediglich im Bahnhof Oberwinter wurden beide Ausweichgleise zurückgebaut, in Brühl wurde nach dem Zugunglück von Brühl 2000 das Ausweichgleis in Richtung Köln entfernt.
Bedeutung
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Die linke Rheinstrecke war jahrzehntelang die wichtigste Nord-Süd-Verbindung in Westdeutschland. Sie stellte für das Rheinland und weite Teile des Ruhrgebiets die schnellste Verbindung nach ganz Süddeutschland dar. Trotz topografischer Schwierigkeiten war sie daher für relativ hohe Geschwindigkeiten ausgebaut worden (Köln-Koblenz auf großen Teilen für 160 km/h geeignet). Trotzdem entwickelte sie sich immer mehr zum Nadelöhr. Da ein weiterer Ausbau sehr teuer geworden wäre, fiel die Entscheidung, die Strecke durch eine Neubaustrecke Köln-Frankfurt zu ersetzen. Während der Bauzeit stieg der Verkehr auf der linken Rheinstrecke weiter an, so dass die Strecke jahrelang auf Verschleiß gefahren wurde. Dies führte zu zahlreichen Betriebsstörungen, inklusive einiger Bergrutsche. Nach Eröffnung der ICE-Strecke wurde die linke Rheinstrecke im Herbst
2003 aufwändig saniert.
Auch heute verkehren auf der linken Rheinstrecke stündlich zwei Fernzugpaare, bis zu vier Nahverkehrszugpaare und etliche Güterzüge. Ein Großteil des Güterverkehrs im Rheintal wird jedoch über die Rechte Rheinstrecke abgewickelt.
Tarife
Der
Schienenpersonennahverkehr auf der linken Rheinstrecke wird im Auftrag dreier
Verkehrsverbünde gefahren, deren Tarife in allen Zügen des Nahverkehrs gelten. Der Abschnitt von Köln bis Bonn-Mehlem liegt im Bereich des
Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS), bis Brohl gilt ein Übergangstarif VRS/Ahr. Von Rolandseck bis Oberwesel gelten Fahrscheine des
Verkehrsverbunds Rhein-Mosel (VRM), von Bacharach bis Mainz die des
Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN).
Abzweigungen
- Verzweigung zwischen Köln Hauptbahnhof und Köln West
- Köln Süd: Kölner Südbrücke
- Hürth-Kalscheuren
- Eifelbahn nach Trier über Euskirchen
- Güterbahnhof Köln-Eifeltor
- Bonn Hauptbahnhof
- Remagen
- Ahrtalbahn nach Ahrbrück über Bad Neuenahr-Ahrweiler
- Andernach
- Koblenz
- Boppard
- Bingen
Literatur
- Dr. Horst Semmler: 150 Jahre Eisenbahn Bonn-Köln, Verlag Kenning, ISBN 3-927587-23-0
Weblinks
Bahnstrecke in Nordrhein-Westfalen | Bahnstrecke in Rheinland-Pfalz