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Lindsay Davenport
Lindsay Davenport, Australien Open2005 cropped.jpg
Land: USA Wohnort: Laguna Beach, Californien, USA Größe: 1.89 m Gewicht: 79 kg Spielhand: rechts Wurde Profi: Februar 1993 Höchstes Ranking im Einzel: 1 (25. Februar 2002) Einzeltitel: 51 Verdientes Preisgeld: $20,939,465 Grand Slam Record Australian Open S (2000) French Open HF (1998) Wimbledon S (1999) U.S. Open S (1998) Lindsay Davenport * (* 8. Juni 1976 in Palos Verdes, USA) ist eine US-amerikanische Profi-Tennisspielerin.

Sportliche Karriere


Sie siegte in drei Grand-Slam-Turnieren: bei den US Open 1998, Wimbledon 1999, als sie im Finale Steffi Graf bezwang, und den Australian Open 2000. Außerdem gewann sie die Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen 1996. Sie war mehrere Male die Weltranglisten-Erste im Einzel und Doppel in den Jahren 1998–2001. Nach einer längeren Verletzungspause wurde sie Ende 2004 wieder die Nummer 1. Davenport gewann auch drei Grand-Slam-Turniere im Doppel: 1996 Roland Garros (French Open), 1997 US Open und 1999 gleichzeitig mit ihrem Einzel-Titel Wimbledon. Sie war die Jahresend-Weltranglistenerste in den Jahren 1998, 2001, 2004 und 2005.

Ihr Spiel wird geprägt von kraftvollen und platzierten Grundschlägen und ihrem ausgezeichneten Aufschlag – mit ihrer Größe von 1,89 m hat sie perfekte Hebelwirkungen. Beim Turnier in Tokyo im Jahr 1999 schaffte Davenport beispielsweise das Kunststück, in ihrem Achtelfinalmatch gegen Anna Smashnova nicht einen einzigen Punkt bei eigenem Service abzugeben. Durch ihre Größe bewegt sich Davenport nicht immer optimal und steht nicht immer sehr gut zum Ball, was sie durch Gewichtverlust und hartes Training zu verbessern versucht(e). Auch mental gilt sie als belastbar, was ihre Einzel- und Doppeltitel unterstreichen.

2003 heiratete sie den Bankier und ehemaligen Sportler Jon Leach, den Bruder des Tennis-Profis und kurzzeitigen Trainers von Rick Leach. Die Hochzeit gab der Karriere neuen Aufwind und so gewann Davenport im Jahr 2004 sieben Turniere und stellte eine beeindruckende Serie von vier Titeln bei vier Turnieren in vier Wochen auf. Mit diesen Titeln wurde sie als eine große Favoritin für den Sieg bei den darauf folgenden US Open gehandelt. Wie so oft wurde sie im Halbfinale von einer Verletzung gestoppt und scheiterte an der späteren Turniersiegerin Svetlana Kuznetsova aus Russland. Sie ließ sich von diesem Misserfolg nicht beeindrucken und löste Amélie Mauresmo am Ende des Jahres als Nummer 1 der Damen-Weltrangliste ab. Mit 63 gewonnenen Matches in einer Saison stellte sie einen neuen Rekord auf.

Durch diese Erfolge motiviert startete sie in die Saison 2005 und kam beim ersten Grand Slam des Jahres, den Australien Open, bis ins Finale. Dort erst musste sie sich Serena Williams aus den USA geschlagen geben. Bis jetzt gewann sie zwei weitere Titel (Dubai und Amelia Island) und stand in weiteren zwei Finale (Tokio gegen Maria Sharapova und Indian Wells gegen Kim Clijsters). Beim letzterem Turnier gelang ihr ein sensationeller 6:0-6:0-Sieg gegen die damalige Weltranglisten-Zweite Maria Sharapova. Beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres, den French Open, kam sie auf dem von ihr weniger bevorzugten Sandbelag bis ins Viertelfinale und scheiterte erst an der späteren Finalistin Mary Pierce aus Frankreich.

Beim Turnier in Wimbledon im Juni 2005 besiegte Davenport unter anderem Kim Clijsters, Svetlana Kuznetsova und Amélie Mauresmo. Im Finale musste sie sich – wie so oft – Venus Williams geschlagen geben (Neuauflage des Wimbledon-Finales von 2001). In einer hochdramatischen Partie verlor sie gegen die genial aufspielende Amerikanerin in drei Sätzen mit 6:4, 6:7 und 7:9. Mit einer Dauer von zwei Stunden und 44 Minuten war es das längste Damenendspiel in der Geschichte von Wimbledon. Wegen ihrer Rückenverletzung musste Davenport auch die Teilnahme beim Fed Cup, an der Seite von Venus Williams, für die USA absagen. Nach kurzer Pause versuchte sie ihren Titel beim Turnier von Stanford zu verteidigen, musste jedoch beim Stand von 0:5 bei ihrer Zweitrunden-Partie gegen die Deutsche Anna-Lena Grönefeld wegen der seit Wimbledon auftretenden Rückenbeschwerden aufgeben.

In einem Interview sagte sie: »Ich wusste, dass es ein harter Tag werden würde. Ich habe alles getan, was ich konnte. Die Schmerzen kommen und gehen. Ich bekomme die Erlaubnis zu trainieren, zu spielen, und dann flammt es wieder auf.« Davenport gab an, bis zu den US Open fit werden zu wollen – auch wenn deshalb sie die Starts bei zwei Turnieren absagen musste, bei denen sie als Titelverteidigerin aufgetreten wäre. Das bedeutete am 22. August 2005 den Verlust des ersten Platzes in der Weltrangliste an Maria Sharapova, den sie sich jedoch schon eine Woche später zurückeroberte - durch einen Turniersieg in New Haven. Die Hoffnungen auf einen Sieg bei den US Open musste Davenport im Viertelfinale bereits begraben: Katastrophale Fehler bescherten ihrer Gegenerin, der Russin Elena Dementieva, den Halbfinaleinzug - Davenport war einmal mehr gescheitert. Nach den US Open verlor die Amerikanerin die Spitzenposition wieder an Sharapova, was sie jedoch nicht davon abhielt, Spitzentennis zu zeigen. In Bali bezwang sie im Finale Francesca Schiavone und ihren insgesamt 50. Einzeltitel konnte sie zwei Wochen später in Filderstadt erringen, wo einmal mehr die Französin Amelie Mauresmo dem starken Service von Davenport nichts entgegenzusetzen hatte. Nach 2001 und 2004 war dies bereits der 3. Erfolg der Amerikanerin vor den Toren Stuttgarts. Auf dem Weg zum Saisonfinale legte Davenport einen Stopp bei den Zürich Open ein. Fünf Mal war sie dort gestartet, fünf mal erreichte sie dort das Finale. Dreimal konnte sie das Turnier für sich entscheiden (1997, 1998 und 2001), nur 2000 (gegen Hingis) und 2002 (gegen Schnyder) zog sie den Kürzeren. Durch den Sieg im Achtelfinale gegen die Slowakin Daniela Hantuchova sicherte sich die Amerikanerin die erneute und insgesamte achte Besteigung des Tennisthrons. Allerdings musste sie dafür kämpfen - beim 3:6, 7:5, 6:2 Erfolg hatte sie im zweiten Satz immerhin zwei Matchbälle der Slowakin abzuwehren. Im Viertelfinale musste Davenport auch gegen Francesca Schiavone über die volle Distanz gehen (6:4, 4:6, 6:4), das Halbfinale gegen die Russin Anastasia Myskina dominierte sie jedoch nach Belieben (6:0, 6:4). Im Finale kam es zur Neuauflage des Endspiels von 2002. Gegen Patty Schnyder gewann sie 7:6, 6:3 und bewies einigen engen Situationen Nervenstärke. Vielleicht gab ihr Roger Federer, die Nr. 1 der Herren wertvolle Tipps? Am Abend vor dem Final nahmen die beiden ihr Dinner gemeinsam ein.

2006 konnte Davenport bisher noch nicht die ganz großen Erfolge einfahren. Beim Einladungsturnier von Hongkong erreichte zwar nach Siegen über Vaidisova und Venus Williams das Finale (Niederlage gegen Clijsters), bei den Australian Open in Melbourne jedoch unterlag sie bereits im Viertelfinale der späteren Finalistin Justin Henin-Hardenne. In Dubai scheiterte sie im Halbfinale als Titelverteidigerin an Maria Sharapova. Dort feierte sie mit einem 6:0, 6:0-Sieg gegen Elene Likhovtseva ihren 700. Sieg. Das Turnier in Indian Wells startete Davenport erneut mit einem 6:0, 6:0 gegen Ashley Harkleroad. Später, im Viertelfinale des Turniers, scheiterte sie von einer Verletzung geschwächt an ihrer alten Konkurrentin Martina Hingis.

Davenport plant, im Jahr 2006 nicht mehr als 15 Turniere zu spielen, der Absturz in der Weltrangliste ist daher nicht nur vorprogrammiert, sondern auch von ihr einkalkuliert. Solange sie sich noch als Anwärterin auf große Titel fühle, werde sie spielen, so die Amerikanerin. Ihre größten Chancen auf einen Grand Slam Erfolg rechnet sie sich selber beim Turnier von Wimbledon aus. Die europäische Sandplatzsaison 2006 ließ sie daher komplett ausfallen, inklusive der French Open. Auf Grund einer Rückenverletzung konnte sie seit Indian Wells im März kein Turnier mehr spielen und sagte am 19.06.2006 auch Wimbledon ab, für das sie sich eigentlich optimal vorbereiten wollte. Die WTA gab am 03.07.2006 an, dass Lindsay Davenport wieder für das erste große Hardplatzturnier der Sommersaison in den Staaten in Stanford gemeldet hat.

Davenport wird als auch außerhalb des Tennisplatzes sehr höflich beschrieben; sie ist in Spielerkreisen beliebt und pflegt mit der Presse ein »gutes Verhältnis«. Im Gegensatz zu manch anderer Spielerin gibt sie auch gerne Interviews und Autogramme.

Titel (83)


Legende (Einzel)
Grand Slam (3)
WTA Championships (1)
Olympische Goldmedaillen (1)
Tier I Event (11)
WTA Tour (35)

Einzel (51)

Nr. Datum Turnier Belag Gegner im Finale Ergebnis
1. 1993-05-17 Luzern, Schweiz Sand Nicole Bradtke (Australien) 6-1 4-6 6-2
2. 1994-01-03 Brisbane, Australien Hart Florencia Labat (Argentinien) 6-1 2-6 6-3
3. 1994-05-16 Luzern, Schweiz Sand Lisa Raymond (USA) 7-6 6-4
4. 1995-05-22 Straßburg, Frankreich Sand Kimiko Date (Japan) 3-6 6-1 6-2
5. 1996-05-20 Straßburg, Frankreich Sand Barbara Paulus (Österreich) 6-3 7-6
6. 1996-07-22 Olympische Sommerspiele 1996, Atlanta, USA Hart Arantxa Sanchez Vicario (Spanien) 7-6 6-2
7. 1996-08-12 Los Angeles, USA Hart Anke Huber (Deutschland) 6-2 6-3
8. 1997-02-17 Oklahoma City, USA Hart Lisa Raymond (USA) 6-4 6-2
9. 1997-03-03 Indian Wells, USA Hart Irina Spirlea (Rumänien) 6-2 6-1
10. 1997-04-07 Amelia Island, USA Sand Mary Pierce (Frankreich) 6-2 6-3
11. 1997-08-18 Atlanta, USA Hart Sandrine Testud (Frankreich) 6-4 6-1
12. 1997-10-13 Zürich, Schweiz Hart Nathalie Tauziat (Frankreich) 7-6 7-5
13. 1997-11-03 Chicago, USA Teppich Nathalie Tauziat (Frankreich) 6-0 7-5
14. 1998-02-02 Tokio (Pan Pacific), Japan Teppich Martina Hingis (Schweiz) 6-3 6-3
15. 1998-07-27 Stanford, USA Hart Venus Williams (USA) 6-4 5-7 6-4
16. 1998-08-03 San Diego, USA Hart Mary Pierce (Frankreich) 6-3 6-1
17. 1998-08-10 Los Angeles, USA Hart Martina Hingis (Schweiz) 4-6 6-4 6-3
18. 1998-08-31 US Open, New York, USA Hart Martina Hingis (Schweiz) 6-3 7-5
19. 1998-10-12 Zürich, Schweiz Hart Venus Williams (USA) 7-5 6-3
20. 1999-01-11 Sydney, Australien Hart Martina Hingis (Schweiz) 6-4 6-3
21. 1999-05-17 Madrid, Spanien Sand Paola Suarez (Argentinien) 6-1 6-3
22. 1999-06-21 Wimbledon, London, Großbritannien Grass Steffi Graf (Deutschland) 6-4 7-5
23. 1999-07-26 Stanford, USA Hart Venus Williams (USA) 7-6 6-2
24. 1999-09-20 Tokio, Japan Hart Monica Seles (USA) 7-5 7-6
25. 1999-11-08 Philadelphia, USA Sand Martina Hingis (Schweiz) 6-3 6-4
26. 1999-11-15 Chase Championships, New York, USA Hart Martina Hingis (Schweiz) 6-4 6-2
27. 2000-01-17 Australian Open, Melbourne, Australien Hart Martina Hingis (Schweiz) 6-1 7-5
28. 2000-03-06 Indian Wells, USA Hart Martina Hingis (Schweiz) 4-6 6-4 6-0
29. 2000-10-16 Linz, Österreich Teppich Venus Williams (USA) 6-4 3-6 6-2
30. 2000-11-06 Philadelphia, USA Teppich Martina Hingis (Schweiz) 7-6 6-4
31. 2001-01-29 Tokio (Pan Pacific), Japan Teppich Martina Hingis (Schweiz) 6-7 6-4 6-2
32. 2001-02-26 Scottsdale, USA Hart Meghann Shaughnessy (USA) 6-2 6-3
33. 2001-06-18 Eastbourne, Großbritannien Gras Magui Serna (Spanien) 6-2 6-0
34. 2001-08-06 Los Angeles, USA Hart Monica Seles (USA) 6-3 7-5
35. 2001-10-08 Filderstadt, Deutschland Hart Justine Henin-Hardenne (Belgien) 7-5 6-4
36. 2001-10-15 Zürich, Schweiz Hart Jelena Dokic (Serbien & Montenegro) 6-3 6-1
37. 2001-10-22 Linz, Österreich Teppich Jelena Dokic (Serbien & Montenegro) 6-4 6-1
38. 2003-01-27 Tokio (Pan Pacific), Japan Teppich Monica Seles (USA) 6-7 6-1 6-2
39. 2004-02-02 Tokio (Pan Pacific), Japan Teppich Magdalena Maleeva (Bulgarien) 6-4 6-1
40. 2004-04-05 Amelia Island, USA Sand Amelie Mauresmo (Frankreich) 6-4 6-4
41. 2004-07-12 Stanford, USA Hart Venus Williams (USA) 7-6 5-7 7-6
42. 2004-07-19 Los Angeles, USA Hart Serena Williams (USA) 6-1 6-3
43. 2004-07-26 San Diego, USA Hart Anastasia Myskina (Russland) 6-1 6-1
44. 2004-08-16 Cincinnati, USA Hart Vera Zvonareva (Russland) 6-3 6-2
45. 2004-10-04 Filderstadt, Deutschland Hart Amelie Mauresmo (Frankreich) 6-2 RET
46. 2005-03-05 Dubai, VAE Hart Jelena Janković (Serbien & Montenegro) 6-4 3-6 6-4
47. 2005-04-04 Amelia Island, USA Sand Silvia Farina Elia (Italien) 7-5 7-5
48. 2005-08-22 New Haven, USA Hart Amelie Mauresmo, (Frankreich) 6-4 6-4
49. 2005-09-12 Bali , Bali Hart Francesca Schiavone, (Italien) 6-2 6-4
50. 2005-10-09 Filderstadt, Deutschland Hart Amelie Mauresmo, (Frankreich) 6-2 6-4
51. 2005-10-23 Zürich, Schweiz Hart Patty Schnyder, (Schweiz) 7-6(5) 6-3

Zeitleiste

Turnier 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998 1997 1996 1995 1994 1993 1992 1991 Career
Australian Open VF F VF 4r - HF S HF HF 4r 4r VF VF 3r - - 1
French Open - VF 4r 4r - - 1r VF HF 4r VF 4r 3r 1r - - 0
Wimbledon - F HF VF - HF F S HF 2r 2r 4r VF 3r - - 1
US Open VF HF HF HF VF F HF S HF 4r 2r 3r 4r 2r 1r 1

Weblinks


Frau | US-Amerikaner | Tennisspieler (USA) | Olympiasieger (Tennis) | Geboren 1976

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