| Wappen | Karte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Wappen_lindau.gif | Karte_lindau_in_deutschland.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Bayern | bgcolor="#FFFFFF" | Regierungsbezirk: | Schwaben | bgcolor="#FFFFFF" | Landkreis: | Lindau (Bodensee) | bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 33,18 km² | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 24.426 (30. Juni 2005) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 734 Einwohner/km² | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 400,7 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 88131 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 0 83 82 | bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | LI | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 09 7 76 116 | bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: | Bregenzer Straße 6-12 88131 Lindau | bgcolor="#FFFFFF" | Website: | www.lindau.de | ||
| E-Mail: | stadtverwaltung@lindau.de | - | Politik | - bgcolor="#FFFFFF" | Oberbürgermeisterin: | Petra Meier to Bernd-Seidl (CSU/Freie-Bürgerschaft) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Die historische Altstadt liegt auf einer Insel (0,68 km²) im Bodensee. Die Insel ist durch einen Damm und eine Brücke mit dem Festland verbunden. Zu Lindau gehört auch die winzige Insel Hoy. Die natürliche Uferform im Lindauer Bereich des Bodensees ist ein Schilfgürtel, gefolgt von Feuchtwiesen und ansteigendem festen Gelände. Der Tourismus ist im Sommer eine der zentralen Einnahmequellen. Größere wiederkehrende Veranstaltungen sind die jährlich stattfindenden Nobelpreisträger-Tagungen und Psychotherapie-Wochen. Ein weiterer Anziehungspunkt ist die staatliche Bayerische Spielbank.
Der Stadtteil Aeschach (außerhalb der Insel) weist römische Besiedlungsspuren aus dem 1. Jahrhundert auf.
Lindau selbst wurde urkundlich erstmals 882 von einem St. Galler Mönch erwähnt.
Lindau Insel.jpg Als ältestes Bauwerk, wenn auch nicht unumstritten, gilt auf der Lindauer Insel die sogenannte Heidenmauer, eine kolossale, blockförmige Befestigungsmauer in Richtung des Festlands mit einer Tafel, deren Aussage jedoch zweifelhaft ist. Sie wird deretwegen der Römerzeit und damit den zunächst heidnischen Romanen, Italikern oder Langobarden zugeordnet. Arbeiten am Objekt in jüngerer Zeit förderten Hinweise zu Tage, die jedoch eher auf mittelalterliche, allenfalls frühmittelalterliche Ursprünge hindeuten.
Circa 1180 wurde die Pfarrkirche St. Stephan gebaut, 1224 gründeten Franziskaner ein Kloster auf der Insel. Kaiser Rudolf I. verlieh der Stadt die Reichsfreiheit.
In historischer Zeit verkehrte der sogenannte Mailänder Bote, auch Lindauer Bote genannt, auf der Via Mala zwischen Lindau und Mailand. Diese Handelskutschfahrt wurde in jüngerer Zeit in Form einer gelegentlichen Exklusivreise wiederbelebt.
Im Zuge der Reformation wurde Lindau 1528 evangelisch. Die Stadt gehörte 1529 zu den Vertretern der protestantischen Minderheit (Protestation) am Reichstag zu Speyer. Ihre Bürgerschaft forderte die ungehinderte Ausbreitung des evangelischen Glaubens und schloss sich der Tetrapolitana (Evang. Bekenntnisformulierung von Bucer) an.
Während des Dreißigjährigen Krieges wurde 1646/47 auch Lindau von den Schweden belagert. Die Lindauer unter militärischer Führung des Grafen Max Willibald von Waldburg-Wolfegg, des Kommandeurs der kaiserlichen Besatzungstruppen, zerstörten aber bei Nacht und Nebel Teile der Belagerungsmaschinerie und wehrten die Schweden ab. Die Verteidiger gelangten über den sumpfig verlandeten sogenannten Kleinen See ans Festland. Noch im 20. Jahrhundert konnte man Geschosse dieser Belagerung in den ehemaligen Gräben der Stadtmauer finden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es 1655 zum ersten Lindauer Kinderfest. Stifter war Valentin Heider, der damit der verwahrlosten Lindauer Jugend wieder neue Perspektiven des Feierns und des Frohsinns aufzeigen wollte.
Noch heute wird dieses Fest alljährlich mit den unteren Klassen aller Schulen des Stadtgebiets gefeiert. Am Morgen kündigt ein Böller das Stattfinden an (bei Regen wird es verschoben). Jedes Schulkind bekommt traditionell (unter anderem) eine sogenannte Butschelle, ein kreisrundes Hefegebäck mit Weinbeeren und markantem grobem Gittermuster. Die Festlichkeit wird mit einem Fahnen- und Girlandenumzug und großer Zusammenkunft auf der Nordseite des Lindauer Rathauses mit Ansprache der Stadtoberhäupter und kurzen Worten von Gastkindern aus den Partnergemeinden wie Chelles praktiziert. Immer wieder findet sich auch der dreimalige Ruf Lindau mit jeweils der Antwort Hoch unter Teilnehmern wie auch im Publikum. Am Nachmittag geht der Festtag langsam in ein allgemeines dezentrales Volksfest in den Stadtteilen über. Dabei sind Auto-Scooter, diverse Bewirtung und Bierzelt sowie Weinausschank (natürlich nur an die erwachsenen Begleitpersonen) üblich.
Mit der Auflösung des heiligen römischen Reiches deutscher Nation verlor die Stadt 1802 ihre Reichsprivilegien. Fürst Karl August von Bretzenheim gab Stadt und Damenstift 1804 an Österreich. 1806 erfolgte die Rückgabe der Stadt durch Österreich und Angliederung an das Königreich Bayern.
Lindau1908.jpg | 1853 wurde ein Eisenbahndamm auf die Insel gebaut, 1856 entstand ein neuer Hafen mit den Wahrzeichen Leuchtturm und Löwe.
1922 wurden unter Oberbürgermeister Ludwig Siebert Orte auf dem nahen Festland (Aeschach, Hoyren und Reutin) eingemeindet. Er selber wurde zum ersten NSDAP-Oberbürgermeister Bayerns und nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 bayerischer Ministerpräsident.
Im Zweiten Weltkrieg besetzten am 30. April 1945 französische Truppen kampflos Lindau. Stadt- und Landkreis wurden als Teil der Französischen Besatzungszone von Bayern abgetrennt und erhielten einen staatsrechtlichen Sonderstatus. 1946 konstituierte sich ein Kreispräsidium als Oberstes Verwaltungsorgan. Es besaß Kompetenzen, die anderswo von einer Landesbehörde ausgeübt werden und war rechtlich gegenüber bayerischen und württembergischen Landesstellen unabhängig. Das Gebiet diente in den folgenden knapp zehn Jahren als Landbrücke zwischen den französischen Besatzungszonen in Deutschland und Österreich. Am 1. September 1955 erfolgte die Wiedereingliederung in den Freistaat Bayern.
Durch die Nobelpreisträger-Tagungen und die Psychotherapiewochen kamen in der Nachkriegszeit Veranstaltungen in Lindau zustande, die immer wieder zu Meldungen aus der Wissenschaft von einem Ort führen, an dem keine Hochschule angesiedelt ist.
Am vierten Mittwoch im Juli findet das traditionelle Lindauer Kinderfest statt (siehe Geschichte).
Das Stadtgebiet wird durch die Stadtwerke Lindau per ÖPNV erschlossen. Das Liniennetz des sogenannten Stadtbus erschließt alle Stadtteile im 30 Minuten-Takt und erlaubt durch einen zentralen Umsteigepunkt (ZUP) an der Hauptschule in Aeschach der Lindauer Bevölkerung auch ohne Auto ihre Besorgungen zu erledigen. Ergänzt wird das System durch einen Pendelbus für die Touristen von und zur Insel bzw. dem Auffangparkplatz auf der Blauwiese in Reutin . Dieser Bus entlastet die Insel insbesondere von Wohnmobilen und verkehrt nur im Sommer.
Fernverkehr wird unter anderem durch die Regionalbus Augsburg (RAB) in Richtung Allgäu, sowie in Kooperation mit anderen Buslinien nach Bregenz, nach Wangen im Allgäu und nach Friedrichshafen realisiert.
Außerdem gibt es das CarSharing: sechs Fahrzeuge, unterschiedlicher Größe und Ausstattung stehen an sechs unterschiedlichen Standorten und Stadtteilen bereit.
Auf dem Festland finden sich zahlreiche private Klein-Hafenanlagen z. T. aus früheren Zeiten, meist als Beiwerk zu den dort errichteten Villen. Allerdings sind diese häufig versandet. Privatleute mit Seegrundstück verwenden heutzutage eher Slip-Anlagen. Auch der örtliche Ruderclub betreibt für seine Sport- und Wettkampfboote in der Ecke Aeschaer Ufer und Eisenbahndamm einen Einstieg zum See. Als Großanlage für die allgemeine Nutzung gibt es in Lindau-Zech ebenfalls einen Segelhafen. Die teils extrem großen Boote der Rund-Um-Regatta werden zum Ansegeln dagegen üblicherweise mit extra angeforderten Mobilkranen direkt vom Trailer über die Brüstung der Hafenmauer ins Becken hinab gelassen.
Ein Höhepunkt ist es, wenn das Dampfschiff Hohentwiel den Hafen anläuft.
| CSU | SPD | BL | Freie-Bürgerschaft | WL | ödp/GLBL | Gesamt | |
| 2002 | 11 | 5 | 5 | 4 | 4 | 1 | 30 |
Lindau verfügt über zahlreiche Gastronomiebetriebe deren Ausrichtung meist zielgruppenspezifische Ursachen hat. Auf der Insel sind die Betriebe meist für den Tagestouristen ausgerichtet. Ein paar jedoch haben auch den Kunden vor Ort noch im Visier. Eine besondere Zielgruppe sind BesucherInnen der Bayrischen Spielbank. Auf dem Festland hingegen hat die Gastronomie den einheimischen oder angrenzenden Nachbar aus Österreich als Stammkunden zum Ziel. Wer also in Lindau ausgehen will sollte vor 23 Uhr die Insel besucht haben. Nachtschwärmer kommen am Hafen (Nana, Marmorsaal etc.) und im Industriegebiet (Grisu, DOME, Club Vaudeville e.V.) auf Ihre Kosten.
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