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Limburgerhof ist die jüngste
verbandsfreie Gemeinde im
Rhein-Pfalz-Kreis in
Rheinland-Pfalz. Entstanden auf Flächen der Gemeinden
Mutterstadt,
Neuhofen,
Rheingönheim und
Schifferstadt erhielt sie am
1. Januar 1930 ihre politische Selbständigkeit.
Geografie
Limburgerhof liegt auf halbem Weg zwischen
Ludwigshafen und
Speyer und ist überregional bekannt durch die Landwirtschaftliche Versuchsstation der
BASF.
Geschichte
Nach neusten Erkenntnissen haben sich bereits in der
Bronzezeit hier Menschen niedergelassen. Das Gebiet des heutigen Limburgerhof war ursprünglich Teil des
Schifferstadter Stadtwaldes. 1035 stiftete Kaiser Konrad II. das Dorf Schifferstadt dem
Kloster Limburg bei
Bad Dürkheim, in dessen Besitz es bis 1571 blieb. Die Fläche des heutigen Limburgerhofs blieb im Besitz des Klosters Limburg, auch nachdem 1065 Kaiser Heinrich IV. Schifferstadt dem Speyerer Hochstift übergeben hatte.
Im Jahr 1481 dankte dann Abt Heinrich IV. vom Kloster Limburg beim heutigen Bad Dürkheim ab und zog „in den Limburger Hof bei Speyer“. Damals war das Gebiet noch bewaldet und wurde erst um das Jahr 1500 gerodet. Der Grundstein zum Ort Limburgerhof wurde um das Jahr 1500 gelegt, als im Bereich des heutigen Orts das Kloster Limburg einen Wirtschaftshof einrichtete, der nach dem Mutterkloster benannt wurde.
Bis 1900 kann nicht von einem Ort gesprochen werden, denn neben den drei Zentren Hofgut, Bahnhof und Fabrik bestanden zu diesem Zeitpunkt nur vereinzelte Häuser.
Selbstständigkeit
Nach langen Verhandlungen wurde durch einen Erlass des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren am 1. Januar 1930 die Bildung einer selbstständigen Gemeinde verfügt. Limburgerhof,
Kohlhof,
Rehhütte und
Friedensau schlossen sich zusammen zu der neuen Gemeinde Limburgerhof. Damit dies möglich war, überließen die umliegenden Gemeinden Gebiete.
Die Gemarkung der Gemeinde umfasste damit 901 Hektar. Heute sind es 892 Hektar.
Verkehr
1853 passierten 266 Pferdefuhrwerke täglich die Straße zwischen Speyer und
Oggersheim im heutigen Limburgerhof. 1973 fuhren 17.000 Kraftfahrzeuge durch den Ort.
Einwohnerentwicklung
- 1901: 200 Einwohner
- 1910: 1.100 Einwohner
- 1920: 2.000 Einwohner
- 1930: 2.300 Einwohner
- 1950: 4.200 Einwohner
- 1958: 5.800 Einwohner
- 2004: 11.535 Einwohner
Gebäude
Albert-Schweitzer-Haus
Das Albert-Schweitzer-Haus ist das Gemeindezentrum der Prot. Kirchengemeinde Limburgerhof, gelegen im westlichen Teil des Ortes. Nach einer über 20-jährigen Diskussion, Planung und Finanzmittelbeschaffung wurde es von Prof. Peter Sulzer, Gleisweiler, geplant und vom Architekturbüro Steinhauer und Nörling, Ludwigshafen, ausgeführt. Der erste Spantenstich erfolgte am 2. Dezember 2000, die Einweihung am 15. Juni 2002. Die Tochter Albert Schweitzers, Rhena Schweitzer, hat in einem persönlichen Brief der Namensgebung zugestimmt und begleitet das Haus mit ihren guten Wünschen.
Zur Realisierung des Hauses wurde am 9. Oktober 1991 der Prot. Gemeindebauverein Limburgerhof e.V. gegründet.
"Der Kinder-Garten im Dietrich-Bonhoeffer-Haus"
Der Name weist auf das außergewöhnlich große Außengelände dieser Kindertagesstätte der Prot. Kirchengemeinde hin. Es werden Kinder von zwei bis sechs Jahren aufgenommen, die - bei Bedarf - auch über Mittag versorgt werden.
Katharina-von-Bora-Kindertagesstätte
Die Katharina-von-Bora-Kindertagesstätte ist eine viergruppige Einrichtung der Prot. Kirchengemeinde. Es werden Plätze für Kinder von null bis sechs Jahren angeboten. Zum Ganztagesangebot gehört selbstverständlich das im Hause gekochte Mittagessen.
Katholische Pfarrkirche St. Bonifatius
Pfarrer Johannes Fink brachte die Pläne zum Bau einer katholischen Pfarrkirche zum Abschluss. Im Oktober 1935 wurde der erste Spatenstich vorgenommen, so dass am 7. März 1937 die Kirche durch Bischof Dr. Ludwig Sebastian konsekriert werden konnte.
Ökumenische Sozialstation Limburgerhof
Die Ökumenische Sozialstation Limburgerhof e.V. hat ihren Sitz in Limburgerhof. Sie ist zuständig für die häusliche Versorgung von ca. 48.000 Einwohnern im südlichen Rhein-Pfalz-Kreis. Das konstante Wachsen der Einrichtung drückt sich im kontinuierlichen Aus- und Anbau ihres Einsatzgebäudes aus. Als eine der größten Sozialstationen in Rheinland-Pfalz hat sie ein sehr umfangreiches Angebot für Menschen, die so lange wie möglich in den vertrauten vier Wänden bleiben möchten. Die Einrichtung wird getragen von den katholischen und protestantischen Kirchengemeinden und Kranken- bzw. Elisabethenvereinen. Die Mitgliedschaft in diesen Vereinen gewährt bei Pflege, die über das von den Kassen zugebilligte Maß hinaus geht, einen Nachlass von z.Zt. 25 Prozent.
Protestantische Kirche Limburgerhof
Nachdem die BASF eine Wohnsiedlung für ihre Arbeiter errichtet hatte, wurde die notwendige Infrastruktur für die örtliche Bevölkerung benötigt. Deswegen stellte die Firma den Protestanten seit dem 22. November 1903 den Betsaal im Schlösschen im Park zur Verfügung und spendete die notwendigen gottesdienstlichen Geräte und Bücher. Mit dem Wachstum des Ortes wurde der Saal zu klein, so dass die BASF für die protestantische und katholische Konfession eine Kirche im Park baute. Nachdem die katholischen Christen am 7. März 1937 ihre eigene Kirche eingeweiht haben, wird die Kirche im Park von den Protestanten allein genutzt, die aber - wegen des raschen Wachstums des Ortes - ebenfalls zu klein wird. Am 1.Dezember 1926 wird durch den Landeskirchenrat eine selbstständige Protestantische Kirchengemeinde gebildet. Es dauert lange, bis die Pläne eines eigenen Kirchenbaus realisiert werden können. Schließlich wird die Kirche in der Zeit von Pfarrer Jakob Jung nach den Plänen des Speyerer Architekten Egon Freyer gebaut. Am 28. November 1955 findet der erste Spatenstich statt, am 6. Januar 1957 wird die Kirche eingeweiht.
Sie ist ein charakteristischer Bau für die 1950er Jahre, wobei aber auch historische Motive neu interpretiert werden - z. B. die direkte Beleuchtung des Altars mit einer
Tambourkuppel wie im
Barock.Der frei stehende Turm ist 31 Meter hoch und erhielt 1958 vier Glocken. Das Motiv des Kirchen-"schiffes" kommt durch die Aufnahme von "Bullaugen" in die Seitenwände der Kirche zum Ausdruck. Das zum Chorraum leicht abfallende Niveau (0,5 Meter) bringt die Konzentration auf Altar und Verkündigung zum Ausdruck. Im Jahr 1992 wurde die Kirche unter Denkmalschutz gestellt.
Mennonitenkirche
In Limburgerhof steht die einzige Mennonitenkirche im Rhein-Pfalz-Kreis. Nach dem 1743 erlassenen Verbot,
Mennoniten wie bis dahin auf lutherischen oder reformierten Friedhöfen zu beerdigen, richtete die mennonitischen Gemeinde einen eigenen Friedhof ein.
Alte Kolonie
Die Alte Kolonie ist eine Arbeitersiedlung der
BASF. Sie besteht aus eineinhalbgeschossigen, unverputzte Ziegelbauten mit Satteldächern. Zu jedem Grundstück gehört ein kleiner Hausgarten. Die Siedlung ist nach wie vor im Besitz des BASF und wird weiterhin als Arbeitersiedlung genutzt.
Neue Kolonie
Die Neue Kolonie ist ebenfalls eine Arbeitersiedlung der
BASF. Den Mittelpunkt dieser Siedlungen bildet das Feierabendhaus der BASF, das die Fürsorge des Arbeitgebers im sozial-kulturellen Bereich dokumentieren soll.
Ehemaliges Bahnhofsgebäude
Das ehemalige Bahnhofsgebäude wurde kurz nach 1900 erbaut. Es ist ein neuklassizistischer
Putzbau mit fein profilierter Sandsteingliederung.
Bildergalerie
Image:Limburgerhof Burgunderplatz Gesamt.jpg.JPG|Burgunderplatz
Image:Limburgerhof Rathaus.jpg.JPG|Rathaus
Image:Limburgerhof Kirche Norden.jpg.JPG|Kirche
Image:Limburgerhof Speyrer Str.jpg.JPG|Speyerer Straße
Image:Limburgerhof Steiger.jpg|Monument am Ortseingang
Image:Limburgerhof Bahnhof.jpg|Bahnhof
Image:Limburgerhof Bahnhof Unterfuehrung.jpg|Bahnhofsunterführung mit Ortswappen
Image:Limburgerhof Werkssiedlung.jpg.JPG|BASF-Siedlung
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Gemeinderat
Bei den Wahlen zum
Gemeinderat am
13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:
- CDU 36,6% (-1,3) - 10 Sitze (-1)
- SPD 31,4% (-8,8) - 9 Sitze (-2)
- FWG 21,2% (+5,1) - 6 Sitze (+1)
- GRÜNE 6,4% (+6,4) - 2 Sitze (+2)
- REP 4,4% (+0,8) - 1 Sitz (=)
- Andere 0,0% (-2,3) - 0 Sitze (=)
Weblinks
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