Liselotte Pulver (* 11. Oktober 1929 in Bern) ist eine schweizerische Film-Schauspielerin.
Leben und Wirken
In den 1950er und 1960er Jahren zählte sie zu den populärsten Darstellerinnen des deutschsprachigen Kinos. Im deutschen Sprachraum wurde sie bekannt durch die Rolle des Vreneli in den Verfilmungen der Romane von Gotthelf Ueli der Knecht und Ueli der Pächter. Einen erster Höhepunkt in Pulvers Karriere markierte 1960 der Film "Das Glas Wasser" von Helmut Käutner, in dem sie an der Seite von Gustaf Gründgens spielte. Mit "Ich denke oft an Piroschka" und den Filmen der "Spessart"-Reihe avancierte sie endgültig zu einem Publikumsliebling. International bekannt wurde sie 1964 durch ihre Rolle als Sonya in A Global Affair, für die sie eine Nominierung für einen Golden Globe Award erhielt. Pulver filmte nicht nur in Deutschland, sondern war auch in zahlreichen französischen Produktionen zu sehen, unter anderem zweimal an der Seite von Jean Gabin. Ihre wohl anspruchvollste Rolle erhielt sie in dem von Jacques Rivette inszenierten Film Die Nonne, in dem sie eine lesbische Äbtissin spielte. Den Bambi erhielt sie sechsmal und 1996 wurde sie mit der Platin Romy ausgezeichnet.
Von 1973 bis 1983 wirkte Liselotte Pulver in der gespielten deutschen Rahmenhandlung der Sesamstraße im NDR mit. Nachdem sie in einigen TV-Produktionen zu sehen war, stand sie in dem Film Das Superweib von 1996 zum bisher letzten Mal vor der Filmkamera. Mittlerweile lebt sie seit längerer Zeit zurückgezogen in ihrer Villa am Genfersee. Sie hat mehrere autobiografische Bücher veröffentlicht, die sich auch mit ihrem tragischen Privatleben beschäftigen. 1989 beging ihre Tochter Melisande Selbstmord und 1992 verstarb ihr Ehemann Helmut Schmid. Sie waren seit 1961 verheiratet.
Filmografie
- Heidelberger Romanze (1951)
- Hab Sonne im Herzen (1953)
- Das Nachtgespenst (1953)
- Uli der Knecht (CH, 1954)
- Uli der Pächter (CH, 1955)
- Ich denke oft an Piroschka (1955) - Regie: Kurt Hoffmann (mit Gustav Knuth und Gunnar Möller)
- Heute heiratet mein Mann (1956) - Regie: Kurt Hoffmann (mit Johannes Heesters und Paul Hubschmid)
- Arsène Lupin, der Millionendieb (1957) - Regie: Jacques Becker (mit O.E. Hasse)
- Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1957) - Regie: Kurt Hoffmann (mit Horst Buchholz und Ingrid Andree)
- Die Zürcher Verlobung (1957) - Regie: Helmut Käutner (mit Paul Hubschmid und Bernhard Wicki)
- Zeit zu lieben und Zeit zu sterben (USA, 1957) - Regie: Douglas Sirk (mit John Gavin und Erich Maria Remarque )
- Das Wirtshaus im Spessart (1958) - Regie: Kurt Hoffmann (mit Carlos Thompson, Günther Lüders, Hubert von Meyerinck und Wolfgang Neuss)
- Helden (1958) - Regie: Franz Peter Wirth (mit O. W. Fischer)
- Buddenbrooks (1959) - Regie: Alfred Weidenmann (mit Hansjörg Felmy, Hanns Lothar, Lil Dagover und Werner Hinz)
- Gustav Adolfs Page (1960)
- Das Glas Wasser (1960) - Regie: Helmut Käutner (mit Gustaf Gründgens)
- Das Spukschloß im Spessart (1960) - Regie: Kurt Hoffmann (mit Georg Thomalla und Heinz Baumann)
- Eins, Zwei, Drei (1961) - Regie: Billy Wilder (mit James Cagney, Horst Buchholz, Hanns Lothar, Hubert von Meyerinck und Leon Askin)
- Kohlhiesels Töchter (1962) - Regie: Axel von Ambesser (mit ihrem Ehemann Helmut Schmid(†1992) und Dietmar Schönherr)
- A Global Affair (1964) - Regie: Jack Arnold (mit Bob Hope)
- Dr. med. Hiob Prätorius (1965) - Regie: Kurt Hoffmann (mit Heinz Rühmann)
- Wie lasse ich meinen Mann verschwinden...? (1966) - Regie: Kurt Hoffmann (mit Heinz Rühmann)
- Herrliche Zeiten im Spessart (1967) - Regie: Kurt Hoffmann (mit Harald Leipnitz, Vivi Bach und Hannelore Elsner)
- Mit Leib und Seele (1989 - 1993) - TV-Serie mit Günter Strack
- Das Superweib (1996) - Regie: Sönke Wortmann (mit Veronica Ferres, Til Schweiger, Joachim Król und Heiner Lauterbach)
Autobiographien
- zusammen mit Corinne Pulver: Die Lachstory, Zürich 1974, ISBN 3-85886-036-0
- ... wenn man trotzdem lacht. Tagebuch meines Lebens, Frankfurt am Main und Berlin 1993, ISBN 3-548-22918-2
- Bleib doch noch ein bisschen, München 1996, ISBN 3-7844-2546-1 (aktuell unter ISBN 3-548-35771-7)
- Meine Wunder dauern etwas länger. Geschichten und Bilder aus meinem Leben, München 2000, ISBN 3-7844-2744-8
- Das Geheimnis meines Lachens, München 2004, ISBN 3-7844-2969-6
Literatur
- Corinne Pulver: Lilo. Meine Schwester. Edition Erpf, Bern und München 1990, ISBN 3-905517-12-4
Weblinks
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