| Lilien | ||||||||||||
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| tigerlilie_big.jpg (Lilium lancifolium)]] | ||||||||||||
| : | Einkeimblättrige (Liliopsida) |
| : | Lilienähnliche (Liliidae) |
| : | Lilienartige (Liliales) |
| : | Liliengewächse (Liliaceae) |
| : | Lilioideae |
| : | Lilien |
Xant_lut_small.jpg | Lilie05.jpg Erkennbar sind Lilien daran, dass ihre Zwiebel der so genannte Bulbus überlappende Schuppen hat und nicht durch eine zusätzliche Außenhaut geschützt ist (siehe abb.1). Der Bulbus ist je nach Art und Alter zwischen drei und zehn Zentimeter im Durchmesser groß und unterschiedlich gefärbt. Einige seiner Wurzeln sind kontraktil, das heißt sie verfügen über die ungewöhnliche Fähigkeit, den Bulbus bei Bedarf tiefer in die Erde zu ziehen, bis die ideale Tiefe erreicht ist.
Ab dem Frühjahr treibt der Bulbus einen festen, aufrechten und dicht beblätterten Stängel aus, der sortenabhängig zwischen 15 und 250 cm groß sein kann.
Lilien bilden ihre Blüten im Sommer aus, es lassen sich dabei weitgehend drei Blütenformen unterscheiden, nämlich trompetenförmige, schalenförmige und so genannte Türkenbund-Lilien. Bei letzteren sind die Blütenblätter soweit nach hinten eingerollt, dass ihre Spitzen sich am Stängel wieder treffen und die Blüte so einem Turban ähnlich sieht. Aufgrund des Sortenreichtums der Gattung existieren aber auch Abweichungen davon, zum Beispiel fast geschlossene Blüten bei Lilium lophophorum.
Lilien-Blüten sind (wie bei fast alle Einkeimblättrigen Pflanzen) dreizählig und zwittrig. Die Blütenblatthülle besteht aus zwei mal drei gleichgeformten Blütenhüllblättern, also aus sechs Tepalen, sie sind groß, vielfältig gestaltet und häufig auffällig gefärbt und gezeichnet. Das Auftreten der häufig zu beobachtenden dunklen Punkte auf der Blüte ist erblich, nicht aber das Muster selbst, daher hat jede Blüte ein einzigartiges Muster, die einzelnen Punkte sind dabei Farbstoffkonzentrationen und daher meist von einem helleren Hof umgeben. Vielfach zeichnet sie auch Ihr Duft aus, einige Sorten zählen zu den am stärksten duftenden Gartenpflanzen überhaupt und sind von großem Wohlgeruch, andere riechen eher unangenehm, einige aber auch duftfrei. Die Blüten haben sechs Staubblätter und drei, verwachsene Fruchtblätter. Der Fruchtknoten ist oberständig.
Blütenformel:
Lilien sind Geophyten: Nach der Blüte im Sommer und der Ausbildung der dreikammerigen Kapselfrüchte mit den Samen ziehen (bis auf die Madonnen-Lilie) Lilien ein und überwintern in einer Ruheperiode. Bei den Kapseln handelt es sich um lokulizide Kapseln, die an den Rückennähten von jedem Fruchtblatt aufplatzen. Solche Kapseln sind für viele Liliengewächse typisch, treten jedoch auch bei Schwertlilien, Narzissen und Nachtkerzen auf.
Lilien wachsen auf allen Kontinenten der nördlichen Hemisphäre (mit Ausnahme der zentralafrikanischen Lilium zairii) und finden sich oft als Horste in waldigen oder waldnahen Regionen, da sie feuchte (keinesfalls aber nasse) und kühle Standplätze in leichtem Schatten bevorzugen. Standortbestimmend ist eine äußerst gute Drainage. Alkalische sowie sehr saure Böden werden von Lilien in der Regel gemieden. Ein paar spezialisierte Arten schätzen jedoch Sumpf- und Marschland und eine lebt gar als Epiphyt im burmesischen Regenwald (L. arboricola).
In Deutschland finden sich alle Lilien-Arten auf der Anlage 1 zur Bundesartenschutzverordnung und sind dort als besonders geschützt erklärt.
Bei Lilien erfolgt keine Selbstbestäubung, zur Befruchtung bedarf es des Pollens einer anderen Pflanze.
Lilien-Samen lassen sich ihrer Keimung entsprechend in vier Gruppen unterteilen:
Bei sofortiger Keimung kann die Keimung je nach Art bereits nach sechs Tagen erfolgen, bei verzögerter Keimung hingegen bedarf es mindestens eines Jahres zur Keimung, gelegentlich auch länger.
Lilien können sich auch vegetativ vermehren. Dies geschieht durch:
Nicht alle dieser Vermehrungsformen treten bei allen Arten auf.
Künstlich können Lilien vermehrt werden per
Dabei werden vom Bulbus je nach Größe bis zu fünf oder sechs gesunde und kräftige Schuppen von der äußeren Schicht abgenommen und nach einer Fungizidbehandlung in ein Anzuchtsubstrat gesetzt. Nach wenigen Wochen sollten sich am Fuß der Schuppen junge Brutzwiebeln gebildet haben, die artabhängig innerhalb von 1-3 Jahren zu ausgewachsenen Pflanzen heranwachsen. Vorteilhaft ist, dass auf diesem Weg bereits eine einzelne Pflanze als Grundlage dienen kann und (da es sich um Klonen handelt) schnell zahlreiche identische Pflanzen von einer hochwertigen Ausgangspflanze gezogen werden können.
Lilien sind prinzipiell recht robuste und krankheitsresistente Pflanzen. Trotzdem haben es einige Pilze, Viren und Insekten auf sie abgesehen.
Vor allem wegen Ihrer auffälligen Schönheit ist die Lilie eine der am längsten vom Menschen kultivierten Blumen. Erste Abbildungen (wahrscheinlich der Madonnen-Lilie) finden sich auf Friesen im minoischen Kreta. In westlichen Kulturen wird die Lilie heutzutage hauptsächlich als Schnittblume verwertet. In anderen Epochen und Kulturen jedoch wurde und wird sie weit vielseitiger genutzt.
Im antiken Griechenland bereitete man aus verschiedensten Blumen schmerzlindernde Salben, neben Rosen, Narzissen und Iris wurden dazu auch Lilien verwendet.
Außerdem wurde sie gegen Menstruationsbeschwerden, Verbrennungen und Verspannungen eingesetzt.
Bis heute wird in unterschiedlichsten Volksmedizinen der adstringierend wirkende Pflanzensaft zur Heilung beschädigten oder gereizten Gewebes eingesetzt, z. B. bei Abszessen, entzündeter oder rissiger Haut, Geschwüren oder frischen Wunden. Schon Plinius der Ältere hat auf diese Verwendung hingewiesen, aber auch Dioskurides und Hildegard von Bingen empfahlen den Einsatz bei oberflächlichen Verletzungen und Krankheiten.
Auch in Europa wurden Lilien-Zwiebeln zeitweise als Lebensmittel genutzt, diese Verwendung ist aber schon länger außer Gebrauch.
Für Katzen sind Lilien in allen Teilen giftig und führen zu Nierenversagen. Katzenhalter sollten Lilien daher außerhalb der Reichweite ihrer Tiere bewahren.
Die Gattung der echten Lilien besteht aus etwa 110 Arten, noch immer werden weitere Arten, insbesondere in Asien entdeckt. In einigen Fällen lässt sich die Gattung nur schwer gegen die eng verwandten Gattungen Fritillaria, Nomocharis und Notholirion abgrenzen, bei einigen asiatischen Zwerg-Arten gelang die endgültige Zuordnung erst durch molekulargenetische Untersuchungen.
Nah verwandt ist auch die Gattung Cardiocrinum, die bis weit ins 20. Jahrhundert mit ihrem außergewöhnlichen, bis zu 400 cm großen Vertreter Cardiocrinum giganteum, der Riesenlilie, den Lilien zugeordnet wurde. Ihr wird von Züchtern gelegentlich noch eine Art "Ehrenplatz" unter den Lilien gewährt.
Zu beachten ist, dass viele Pflanzen, die landläufig als Lilien bezeichnet werden, wie beispielsweise die Taglilien (Hemerocallis) oder Schwertlilien (Iris) anderen Gattungen angehören.
Harold Frederick Comber führte 1949 ein bis heute gültiges Schema zur Klassifikation der Lilien ein, mit dem diese in sieben Sektionen unterteilt werden und sich die verwandtschaftlichen Beziehungen der Arten beschreiben lassen.
RIMG0082uf.JPG | Lilie Orientaler Hybride.jpg
In der Zucht werden (lose entlang Comber's Modell) acht verschiedene Lilien-Divisionen unterschieden, gelegentlich werden als eine neunte noch die Wildformen geführt:
Lilje (Lilium) | Lilium | Lys | Lilium | ユリ | Lelija | Lelie | Lilia (botanika) | Lírio | Liljor | 百合花