Licio Gelli (* 21. April 1919 in Pistoia, Italien), war Gründer der äußerst einflussreichen italienischen Geheimloge Propaganda Due und war dort Meister vom Stuhl, bis er und die Propaganda Due 1976 aus der offiziell fungierenden Freimaurerei ausgeschlossen wurden. Gelli war außerdem, neben mehreren CIA-Größen, Mitglied des Malteserordens und des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem.
Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Gelli vermutlich für die CIA. Diese These konnte aber bislang nicht bewiesen werden. Seine guten Kontakte zu den Amerikanern wurde allerdings dadurch deutlich, dass er als einziger Italiener den Festivitäten aus Anlass der Amtseinführungen der US-Präsidenten Gerald Ford, Jimmy Carter und Ronald Reagan beiwohnen durfte.
Später wurde er nach Italien ausgeliefert und wegen terroristischer Bombenanschläge vor Gericht gestellt, wurde aber freigesprochen. Einige Jahre nach dem P2-Skandal wurden erneut Verdächtigungen gegen Gelli laut, er sei in die mutmaßliche Ermordung des Mailänder Bankiers Roberto Calvi (auch bekannt als „Bankier Gottes“) verwickelt, der wegen des Zusammenbruchs seiner Banco Ambrosiano in Untersuchungshaft saß und später dann erhängt an der Londoner Black Friars Bridge (Brücke der Schwarzen Brüder) gefunden wurde.
In den letzten Jahren, da Gelli an einem schwachen Herzen leidet, widmet er sich vorwiegend schriftstellerischem Tun und wurde darauf 1996 für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen.
Mann | Italiener | Geboren 1919 | Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem
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