Brechung bezeichnet die Richtungsänderung einer Welle aufgrund einer lokalen Änderung ihrer Ausbreitungsgeschwindigkeit, die durch die Brechzahl (auch Brechungsindex genannt) beschrieben wird.
Treffen Licht- oder andere elektromagnetische Wellen von einem Medium (zum Beispiel Luft) auf ein anderes (zum Beispiel Glas), dessen Brechzahl sich von dem des ersten unterscheidet, wird ein Teil des Lichts reflektiert, ein anderer erfährt eine Ablenkung gemäß dem Snelliusschen Brechungsgesetz. Beim Übertritt in ein optisch dichteres Medium wird der Strahl zum Lot der Trennfläche gebrochen, also steiler (siehe Bild), und bei einem dünneren Medium vom Lot.
Zu unterscheiden sind die Begriffe Brechung (engl. Refraction), Beugung (engl. Diffraction) und Extinktion.
In der Geodäsie und Astronomie bezeichnet man die atmosphärische Lichtbrechung speziell als Refraktion, deren Korrektur als Reduktion.
Die optischen Eigenschaften von Linsen basieren auf Brechung. Allerdings ist bei Linsen - anders als bei optischen Prismen - die Dispersion (= Abhängigkeit der Brechzahl von der Wellenlänge) unerwünscht.
Optisch anisotrope Materialien können doppelbrechend sein: ein Lichtstrahl teilt sich in zwei Strahlen mit entgegengesetzter Polarisation, die unterschiedlich stark gebrochen werden.
Auch Erdbebenwellen werden im Erdinneren gebrochen. Daraus können die Geophysiker Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Erdmantels und auf Änderungen von Dichte und Elastizität seiner Gesteine ziehen. Die Analyse der Laufzeit von seismischen Wellen wird in der Angewandten Geophysik auch für die Exploration von Erdöl und anderer Lagerstätten eingesetzt werden.
Der Unterschied beider Begriffe wird am Beispiel von Linsenoptiken deutlich. Bei Linsenfernrohren haben Brechung und Beugung folgende Auswirkungen:
Der dritte Effekt ist die Extinktion - die Abschwächung eines Signals, wie z.B. Licht bei Nebel. In einem Fernrohr ist die Extinktion relativ gering, weil moderne Glassorten eine hohe Durchlässigkeit und meist eine zusätzliche Vergütung haben.
In der Astronomie und Geodäsie muss die Lichtablenkung in der Atmosphäre ab einer gewissen Messgenauigkeit genau berücksichtigt werden. Dieser rechnerische Vorgang wird als "Reduktion wegen Refraktion" bezeichnet.
Der Refraktionswinkel r (siehe Bild) beträgt bei Sternen etwa 0,017°·tan(z) (Zenitwinkel z = 90°-Höhenwinkel). Je nachdem, ob sich das beobachtete Objekt innerhalb der Atmosphäre, an ihrem Rand oder schon außerhalb befindet, werden drei Arten der Refraktionsformel unterschieden: terrestrische Refraktion für geodätische Messungen, Satelliten-Refraktion für Höhen ab 200 km, und Astronomische Refraktion für Richtunsmessungen zu Gestirnen.
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