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Der Lichtbogenofen (Elektrolichtbogenofen) ist ein Aggregat (Ofen) zum Einschmelzen von Stahlschrott verschiedener Qualität.

Stahl kann zum einen aus Eisenerz über die Route Hochofen und Konverter hergestellt werden. Energetisch sinnvoller ist es jedoch, ihn im Lichtbogenofen aus Stahlschrott zu erschmelzen. 2004 wurden in Deutschland 46.4 Mio (2003: 44.8 Mio) Tonnen Rohstahl produziert, davon 31 % mit Lichtbogenöfen. Für das Jahr 2010 wird von einem Anteil bis zu 40% ausgegangen.

Produkte


Der Lichtbogenofen wird sowohl zur Herstellung von Baustählen, Qualitätsstählen und Rostfreistählen genutzt. Des weiteren wird er auch zur Herstellung von Kalziumkarbid und syntethischen Kristallen verwendet.

Funktion


Der Lichtbogenofen wandelt elektrische Energie in thermische Energie um. Hierbei wird die Wärme über einen Lichtbogen, der zwischen der Elektrode und dem Einsatzgut brennt, hauptsächlich durch Strahlung auf das Einsatzgut übertragen.

Beim Elektrostahlverfahren wird aus Stahlschrott und/oder Eisenschwamm im Lichtbogenofen flüssiger Stahl bei Temperaturen um 3500°C (Lichtbogen) erschmolzen. Neben dem flüssigen Stahl (t >1550°C) bildet sich im Ofengefäß auch eine flüssige Schlacke aus. Diese hat die Aufgabe unerwünschte Bestandteile zu binden und das Stahlbad zu schützen.

Früher war es üblich, die Schmelze nach Einbringen aller Legierungsbestandteile in der gewünschten Menge im Bad den Stahl in eine Pfanne abzulassen und anschließend in der Gießanlage zu vergießen Heutzutage wird in den meisten Fällen der E-Ofen als reines Einschmelzaggregat zur Erzeugung einer Basisschmelze mit niedrigen C-, S, und P- Gehalten benutzt. Die endgültige Analyse wird erst nach dem Abstechen im Pfannenofen fertiggestellt. Durch diese Verfahrensweise ergibt sich neben einer genaueren Analysengenauigkeit auch eine erhebliche Energieersparnis. Trotz hoher Energiekosten für elektrische Arbeit (Volksmund Strom) sowie Erdgas und Sauerstoff (für Hilfsbrenner im Gefäß) kennzeichnet dieses Verfahren eine große Flexibilität bei der Menge der zu erzeugenden Stahlsorten und Stahlqualitäten.

Bauformen


Der Lichtbogenofen kann als Gleichstromofen (in der Regel mit einer Elektrode) oder als Drehstromofen (in der Regel mit drei Elektroden) ausgeführt werden. Zur Einhaltung der Lichtbogenlänge dient ein Elektrodenregler.

Das Ofengefäß selbst besteht aus einem mit Feuerfestmaterial gemauerten Bodengefäß sowie mit Kühlkörpern versehenden Obergefäß und Deckel. Im Obergefäß sind meist Hilfsbrenner (Erdgas/Sauerstoff) installiert. Durch den Deckel werden die Elektroden hineingefahren und Zusatzstoffe wie Kalk etc. eingeleitet. Der Abstich des Stahls erfolgt in eine Pfanne, und die Schlacke wird in einen Schlackenkübel abgelassen. Dafür wird der ganze Ofen mittels einer Hydraulik bewegt.

Emissionen


Vom Lichtbogenofen gehen prozessabhängig verschiedene gasförmige Emissionen wie Kohlendioxid oder Stickoxide aus. Sie entstehen bei chemischen Reaktionen, die keine Verbrennungsprozesse sind.

Siehe auch


Weblinks


Metallurgie | Stahl

Electric arc furnace | Ljusbågsugn

 

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