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Libero (ital. freier Mann) bezeichnet eine defensive Spielerposition im Fußball oder im Volleyball.

Fußball


Im Fußball ist der Libero ein Spieler ohne direkten Gegenspieler. Er spielt zur Absicherung hinter einem Vorstopper (im 4-3-3-System der 70er) bzw. zwei Manndeckern (im 3-5-2 oder 5-3-2 der 90er) sowie zwei Außenverteidigern. Aufgrund des fehlenden direkten Gegenspielers kann er sich auch in das Angriffsspiel einschalten. Untrennbar mit dem Begriff des Liberos ist Franz Beckenbauer verknüpft, der die Position durch seine offensive Interpretation revolutionierte und fast bis zur Perfektion ausfüllte. Weitere bekannte deutsche Liberos waren Lothar Matthäus, Klaus Augenthaler und Matthias Sammer. Historisch gesehen hat sich die Position aus der des Mittelläufers entwickelt. Gut sichtbar wird dies durch die Rückennummern: traditionell trug ein Libero bis in die 90er Jahre hinein die Nr. 5, welche in der Nummerierung der Spieler des WM-Systems dem Mittelläufer zugeordnet war. Die englische Ausprägung des Liberos ist der Sweeper.

In den heutigen Spielsystemen wird auf die Position des Liberos verzichtet und zumeist mit einer sogenannten „Viererabwehrkette“ gespielt. Die Aufgaben des Liberos werden zum großen Teil von defensiven Mittelfeldspielern übernommen, die direkt vor der Abwehr spielen. Als beispielhaft auf dieser Position werden international Spieler wie Claude Makélélé vom FC Chelsea gesehen. Als deutsche Spieler seien hier Dietmar Hamann, Sebastian Kehl, Fabian Ernst und Torsten Frings genannt.

Wieder ins Zentrum internationaler Aufmerksamkeit kam die Position des Liberos durch den Gewinn des Europameistertitels durch Griechenland im Jahr 2004. Der Trainer der Griechen, der Deutsche Otto Rehhagel, schulte seine Mannschaft im alten System der 70er und frühen 80er Jahre und führte damit einhergehend die Position des Liberos hinter einer Dreierkette in der Abwehr ein. Traianos Dellas übernahm diese Position und spielte auf ihr in allen Partien der Europameisterschaft. Es ist allgemein anerkannt, dass die Anwendung dieser von vielen Experten als „antiquiert“ gescholtenen taktischen Spielweise ein wesentlicher Baustein des Erfolges der Griechen war, da viele Stars anderer Nationen noch nie in ihrer Karriere gegen eine Abwehrreihe mit Libero gespielt haben. So konnte die Spielweise der Griechen beim Titelgewinn, wenn auch nicht besonders attraktiv, doch erfolgreich sein.

Siehe auch: Taktik (Fußball)

Volleyball


Im Volleyball ist der Libero ein spezialisierter Defensivspieler. Jede Mannschaft darf einen Libero aufstellen. Im Gegensatz zum Fußball gelten im Volleyball für den Libero besondere Regeln:

  • Die Spielkleidung des Libero muss sich (zumindest in der Farbe) von den anderen Spielern unterscheiden.
  • Ein- und Auswechslungen des Liberos werden nicht als Spielerwechsel gezählt.
  • Der Libero darf nur auf den hinteren Positionen eingesetzt werden, und darf keinen Aufschlag, Angriff, Block oder Blockversuch ausführen.
  • Ein oberes Zuspiel des Liberos aus der Vorderzone („gestellter Ball“) darf von den Mannschaftskameraden nicht zu einem Angriffsschlag oberhalb der Netzkante benutzt werden.

Die Position des Liberos wurde im Volleyball erst 1998 eingeführt. Der Name lehnt sich an den Fußball an.

Fußball | Volleyball

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