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Die Libanesische Republik () ist ein Staat in Vorderasien und wird im allgemeinen Sprachgebrauch als Libanon bezeichnet. Der Libanon grenzt an Syrien, Israel und das Mittelmeer und wird zu den Maschrek-Staaten gerechnet.
Da der Libanon in den letzten 50 Jahren eine sehr starke Landflucht aufweist, lebt der Großteil der Bevölkerung in Städten, vor allem in der Hauptstadt Beirut. Dort leben mehr als die Hälfte der Libanesen und noch ein größerer Teil arbeitet hier.
Größte Städte mit Einwohnerzahlen (geschätzt; seit 1932 gab es keine offizielle Volkszählung):
Das Land gliedert sich in vier Landschaftszonen, die parallel zur Küste verlaufen:
Entsprechend den Unterschieden in der Landschaft des Libanon, ist auch das Klima sehr unterschiedlich. An der Küste herrscht mediterranes Klima mit trockenen, warmen Sommern und feuchten, regenreichen Wintern. Im Gebirge herrscht ausgesprochenes Gebirgsklima, wobei auch hier der Hauptniederschlag im Winter fällt und dann hauptsächlich in Form von Schnee. An der Grenze zu Syrien herrscht ein trockenes Steppenklima, welches den Übergang zum Wüstenklima des südlichen Syriens und Jordaniens bildet. In Beirut liegen die Temperaturen am Tag bei durchschnittlich 18° C im Januar und bei 30° C im Juli und August. Im Dezember und Januar gibt es durchschnittlich 11 Regentage in Beirut, während der August im allgemeinen völlig trocken bleibt.
Der Libanon hat ca. 3,8 Millionen Einwohner (Stand 2005, geschätzt). Davon sind etwa 95 % arabischer und 4 % armenischer Abstammung, 1 % anderer Abstammung. Ein Teil der Bevölkerung, vor allem der Christen, bezeichnet sich auch als aramäisch oder verweist auf eine phönizische Abstammung, ohne dass es dafür hinreichende ethnologische Befunde gibt. Im Land verteilt leben kurdische Flüchtlinge. Außerdem gibt es etwa 360.000 palästinensische Flüchtlinge.
In den ersten Jahren des Bürgerkriegs haben mehr als eine halbe Millionen Menschen das Land verlassen (ebenfalls Schätzung, offizielle Zahlen sind nicht verfügbar).
Beirut corniche.jpg | Beirut etoile.jpg Die große Mehrheit der Libanesen spricht Arabisch (libanesische Dialekte), Minderheiten sprechen Armenisch, Kurdisch und Aramäisch, die als die Kirchensprache der maronitischen Kirche und syrischer Kirchen gilt. Neben Arabisch sind u.a. Französisch, aber auch Englisch als Verkehrssprachen weit verbreitet.
Es gibt im Libanon 17 anerkannte Religionsgemeinschaften, darunter:
Siehe auch: Konfessionelle Parität
P baalbek1.jpg Hauptartikel siehe: Geschichte des Libanon
Der Libanon wurde am 26. November 1941 unabhängig, vorher war er französisches Mandatsgebiet. Am 22. November 1943 fand die Wiedereinsetzung durch libanesische Amtsträger statt, dies ist zugleich auch der offizielle Unabhängigkeitstag. Wegen wirtschaftlicher Stabilität und politischer Neutralität (1949-1969) wurde der stark westlich bzw. französisch geprägte Libanon in den 1950er und 1960er Jahren auch als "Schweiz des Orients" bezeichnet.
Von Mitte der 1970er Jahre bis 1990 wurde das Land von einem Bürgerkrieg heimgesucht (siehe dazu: Libanesischer Bürgerkrieg). (Das Abkommen von Taif schuf erst 1989 die Grundlage für die Beendigung des Bürgerkrieges.)
1976 marschierten syrische Soldaten im Libanon ein.
1982 besetzte Israel den Süden des Landes mit seinen Truppen. Der Libanonfeldzug sollte die Präsenz und die Aktivität der PLO im Libanon beenden. 1985 richtete Israel eine Schutzzone im Vorfeld der israelischen Grenze ein. Die israelische Armee zog sich erst am 24. Mai 2000 vollständig aus dem Libanon zurück.
Nach einem Autobombenanschlag am 14. Februar 2005 auf den ehemaligen langjährigen libanesischen Regierungschef Rafiq Hariri wuchs in der jüngsten Vergangenheit der Druck auf Syrien, seine Truppen aus dem Libanon zurückzuziehen. Insbesondere die USA und die libanesische Opposition machen Syrien indirekt für das Attentat verantwortlich. Auch Frankreich fordert von Syrien, dem Libanon die volle Souveränität zurückzugeben. Auch Teile der libanesischen Bevölkerung demonstrierten gegen die syrischen Truppen im Libanon. Die prosyrische Regierung unter Ministerpräsident Karami trat daraufhin am 28. Februar 2005 zurück.
Ende April 2005 verließen die letzten syrischen Soldaten den Libanon.
Der Libanon ist seit 1926 eine Republik. Die Verfassung von 1926 wurde zuletzt 1999 geändert. Das Parlament (Nationalversammlung) mit 128 Mitgliedern (je zur Hälfte Christen und Muslime) wird alle 4 Jahre gewählt.
Die vier höchsten Staatsämter sind Mitgliedern bestimmter religiöser Gruppen vorbehalten:
Verwaltung: 5 Provinzen
Staatsoberhaupt: Émile Lahoud, seit 1998
Regierungschef: Fouad El Sanioura, seit 2005
Parlamentspräsident: Nabih Berri seit 1999
Parteien: FPM (Free Patriotic Movement): Eine Bewegung, die seit 1990 gegen die syrische Besetzung des Landes protestiert hatte und noch bis zum Abzug der syrischen Armee verboten war, ca. 16000 Verhaftungen durch die syrische Besetzung und die Polizei musste die Bewegung in Kauf nehmen.
Amal Bewegung: Pro-Syrische Bewegung, hat auch gegen die Besetzung des Landes durch Israel gekämpft.
Wahl am 27. August/3. September 2000:
Diese Zuordnung der Parlamentarier zu einzelnen Gruppen entspricht nicht ihrer Parteizugehörigkeit. Aktuell sind im libanesischen Parlament mehr als ein Dutzend Parteien vertreten. Das exakte Wahlergebnis findet sich im CIA-Factbook (s. die Weblinks unten).
Am 14. Februar 2005 wurde der ehemalige Ministerpräsident Rafiq Al-Hariri durch einen Anschlag getötet, bei dem mehrere Menschen ums Leben kommen. Der syrienfreundliche Präsident Lahoud konnte Ende 2004 sein abgelaufenes Mandat vom Parlament durch Verfassungsänderung um drei Jahre verlängern lassen. Dies führte rasch zum Rücktritt Al-Hariris, nachdem sich dieser darüberhinaus auch mit seiner Forderung nach einem Abzug der syrischen Truppen nicht durchsetzen konnte. Der Tod Al-Hariris wurde zum Ausgangspunkt einer gefährlichen innenpolitischen Eskalation. Eine breite oppositionelle Bewegung fordert vehement den Rückzug der syrischen Truppen. Diese Bewegung stützt sich vor allem auf die Christen, Drusen und Sunniten, wird aber auch von nennenswerten Teilen der schiitischen Bevölkerung mitgetragen. Auch die USA und Frankreich machen seit Ende Februar immer mehr Druck auf Syrien. Es wird mit militärischen Aktionen gedroht, vielmehr steht eine derartige Drohung seit dem Irak-Krieg im Raum. Am 28. Februar tritt die syrienfreundliche libanesische Regierung zurück. Syrien verständigte sich am 7. März mit dem Libanon seine Truppen als ersten Schritt bis zum Ende des Monats ins östliche Bekaa-Tal zurückzuziehen. Ende April waren dann bereits alle 14.000 syrischen Soldaten in ihre Heimat zurückgekehrt.
Seit der Ermordung Al-Hariris gibt es beinahe täglich Demonstrationen. Fast alle werden von oppositionellen Gruppen organisiert. Bei diesen Demonstrationen kamen Zehntausende. Am 8. März rief die syrienfreundliche Hisbollah zu einer Demonstration auf, um gegen die UN-Resolution 1559 (die eine Entwaffnung dieser Gruppe fordert) zu protestieren. Viele Teilnehmer an der Demo dankten aber auch den Syrern und wandten sich gegen Feinde von außen (USA, Israel).
An diesem 8. März kamen ca. 500.000 Menschen. Dies gab der prosyrischen Fraktion genug Kraft, um den wenige Tage zuvor zurückgetretenen Premier Karame am 10. März neuerlich mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Am 14. März versammelten sich bei einer weiteren Demo der Opposition 300.000 Menschen im Zentrum Beiruts.
Nachdem Karame letztlich doch scheiterte, wird Najib Mikati am 15. April Ministerpräsident einer Übergangsregierung. Im Juni fanden Parlamentswahlen statt. Sie wurden von Saad Al-Hariri "Zukunftsbewegung" gewonnen (detailliertes Ergebnis s. oben). Saad Al-Hariri ist der Sohn des ermordeten Rafiq Al-Hariri.
Ende Juli einigte man sich auf eine Regierung. Ihr gehören erstmals Minister der Hisbollah an. Michel Aouns Bewegung FPM (Free Patriotic Movement), der seit 1990 gegen die Syrische Besetzung friedlich gekämpft und demonstriert hat, stellt jedoch keine Minister. Dies ist ein wenig überraschend, da die Zukunftsbewegung eine Regierung der nationalen Einheit bilden wollte. Detailliertere Infos: s. Weblinks
Seit Februar 2006 tagen in unregelmäßigen Abständen 12 ranghohe Politiker aller großen libaneischen Parteien und religiösen Gruppen an einem "rundem Verhandlungstischisch" im Beiruter Regierungsviertel um über wichtige nationale Fragen zu verhandeln. So hat man sich bisher darauf geeinigt, dass die Shebaa-Farmen überhaupt libanesisches Gebiet seien. Offen sind bis heute Fragen über die den Rücktritt des Präsidenten Émile Lahoud und der Entwaffnung der Hisbollah und im Libanon ansässiger palästinensischer Milizen.
Der Libanon ist in sechs Provinzen unterteilt, die sich aus insgesamt 25 Distrikten zusammensetzen:
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Siehe auch: Liste der Städte im Libanon
Das strenge Bankgeheimnis des Libanon bringt ihm auch den Beinamen "Schweiz des Ostens" ein.
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
Aufgrund seiner konfessionellen Vielfalt und der politischen Pluralität hat Libanon trotz seiner relativ kleinen Einwohnerzahl eine große Medienlandschaft. Die Fernsehsender gliedern sich dabei größtenteils nach konfessionellen bzw. politischen Strömungen. Al-Manar-TV steht der Hisbollah nahe, Future TV wird den Politikern um Saad Hariri zugesprochen, NBN der Amal-Bewegung. Viele weitere Sender wie New-TV wären noch zu nennen. Eine Ausnahme unter den Sendern bildet der staatliche Sender TV-Liban welcher ein eher kulturelles Programm ohne direkte politische Stellungnahmen hat.
Aufgrund der konfessionellen Vielfalt im Libanon, gelten sowohl muslimische als auch christliche Feiertage für die ganze Bevölkerung. So haben libanesische Schüler sowohl am Opferfest, wie auch zu Ostern schulfrei.
siehe: Libanesische Küche
Für die Einreise in den Libanon benötigt man ein Visum, das vor der Reise oder am Tag der Einreise am Beiruter Flughafen beantragt werden muss. Der Reisepass muss bei der Abreise noch mindestens 6 Monate gültig sein.
Reisende, die sich zuvor in Israel aufgehalten haben, werden, wenn dieses aus dem Reisedokument ersichtlich ist (Einreisestempel o. ä.), regelmäßig an der Grenze zurückgewiesen, auch wenn bereits ein Visum erteilt wurde. Deutsch-libanesische Doppelstaater und Doppelstaater anderer arabischer Herkunft riskieren zusätzlich eine Festnahme, da für diesen Personenkreis ein Israel-Aufenthalt einen Straftatbestand darstellt. Ein direkter Grenzübertritt von Israel nach Libanon oder umgekehrt ist nicht möglich, da die Grenze zwischen Israel und Libanon geschlossen ist. (Auswärtiges Amt, 5. Oktober 2004)
Bei Einreise aus Syrien oder per Flugzeug wird ein einmonatiges, kostenloses Touristen-Visum an der Grenze erteilt. (Stand, Feb 2006)
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