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Lezha (albanisch auch Lezhë, italienisch: Alessio) ist eine kleine Stadt in Nordwest-Albanien mit fast 19.000 Einwohnern. Lezha ist Hauptort des gleichnamigen Präfektur und des gleichnamigen Kreises sowie Sitz eines römisch-katholischen Bischofs.
Geographie
Lezha liegt an der schmalsten Stelle der albanischen Küstenebene rund 50 Kilometer nördlich von
Tirana. Die Stadt liegt an einem heute nur noch kleinen Nebenarm des Flusses
Drin, der sich an dieser Stelle einen Durchgang zwischen den nordalbanischen Bergen und einem kleinen Hügelzug geschaffen hat. Westlich von Lezha liegt das Feuchtgebiet
Kune-Vain mit der Drin-Mündung, zahlreichen
Lagunen und
Sümpfen. Die Entfernung zum
Adriatischen Meer beträgt rund drei Kilometer.
Geschichte
Die Stadt geht auf eine
illyrische Siedlung zurück. Erste Siedlungsspuren auf der
Akropolis über der Stadt stammen aus dem 8. Jahrhundert vor Christus. Im Jahr 168 vor Christus wurde die Festung von den Römern erobert, die die Stadt fortan
Lissus nannten. In der Folge wurde die Festungsanlage immer wieder zerstört und neu aufgebaut.
1444 versammelte Skanderbeg in Lezha albanische Fürsten. In der Liga von Lezha vereinigten sie sich gegen die Türken. Nach 24-jährigem Kampf starb der albanische Nationalheld Skanderbeg 1468 in Lezha. Er wurde in einer kleinen Kirche begraben, die 1478 nach der Eroberung der Stadt von den Türken geplündert wurde.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Wichtigste Sehenswürdigkeit ist das (geplünderte)
Grab von Skanderbeg. Die Gedenkstätte ist in den Ruinen einer geplünderten Kirche untergebracht. Eine schlichte Platte sowie Replika seines Helmes und seines Schwertes (die Originale befinden sich in
Wien) markieren seine letzte Ruhestätte. Rund um die Kirche finden sich noch einige Ruinen aus römischer Zeit.
Über der Stadt thront die Burg. Der Aufstieg ist anstrengend. Der Besucher wird dafür mit einer schönen Aussicht über Stadt und Küste belohnt.
Das Lagunen-System von Kune-Vain ist ein bedrohtes Naturreservat. Neben 1087 Hektaren Sumpf und Brackwasser-Lagunen gibt es noch 185 Hektaren Wald und 557 Hektaren Sandstrand. Es werden hier 135 verschiedene Vogel- und 58 Fischarten gezählt. Bereits zur kommunistischen Zeit wurde in diesem Rückzugsgebiet ein kleines Hotel eingerichtet in einem Haus, das der italienische Graf Galeazzo Ciano als Jagdhaus errichten ließ.
Wirtschaft
Obwohl Lezha nicht besonders groß ist, war es immer und ist noch heute ein wichtiger Marktplatz in der Region. Die während des
Kommunismus errichteten Fabriklagen stehen heute alle still. Auch der kleine
Hafen Shëngjin (italienisch:
San Giovanni di Medua) fünf Kilometer westlich von Lezha hat keine große Bedeutung mehr. Mehr Potential hat der Hafenort heute als Badestrand für Touristen.
Verkehr
Sämtliche Verkehrswege, die von Nordwestalbanien nach Mittelalbanien führen, müssen Lezha passieren. Seit wenigen Jahren verbindet eine Autobahn Lezha mit
Fushë-Kruja unweit von Tirana. Die Autobahn nach Shkodra ist im Bau. Ans Netz der
albanischen Eisenbahn ist Lezha ebenfalls angeschlossen. Die Strecke umgeht die Engstelle am Drin durch einen
Tunnel.
Tourismus
Der Küstenort Shëngjin hat sich in den letzten Jahren zu einem bei
Albanern aus der Umgebung und aus
Kosovo beliebten Badeort entwickelt. Es entstanden zahlreiche Hotels und andere
touristische Infrastruktur.
Ort in Albanien
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