Leukerbad (Walliserdeutsch: Leiggerbad; französisch Loèche-les-Bains) ist eine Gemeinde im Bezirk Leuk des Kantons Wallis in der Schweiz.
Als ältestes Hotel in Leukerbad gilt das Maison Blanche. Der Erstbau wurde bereits im 17. Jahrhundert errichtet und nach der Zerstörung durch Lawinen im Jahre 1719 als ein fünfstöckiges Steinhaus mit Satteldach neu erbaut. Es war der Aufenthaltsort der meisten Kurgäste, die bis 1830 anreisten, stand jedoch zunehmend in dem Ruf, nur schlechte und verwahrloste Zimmer anzubieten.
Leukerbad wurde im 18. Jahrhundert insgesamt viermal von schweren Lawinenkatastrophen heimgesucht. Neben 1719, als das Maison Blanche zerstört wurden, erreichten Lawinen auch 1720, 1756 und 1767 den Ortskern und zerstörten zahllose Häuser.
Nachdem das Dorf bis 1830 besseren Lawinenschutz erhalten hatte, wurden mehrere neue Hotels errichtet und auch das alte Maison Blanche komplett überholt. Für ein Waliser Bergbauerndorf ungewöhnlich, entstand zwischen 1834 und 1836 ein klassizistisches Hotel, das Hotel de France. Nach der Errichtung einer befahrbaren Straße von Leuk nach Leukerbad folgten in den 1840er Jahren zwei weitere klassizistische Bauten, das Hotel des Alpes und das Hotel Bellevue. 1850 besaß Leukerbad bereits 7 Hotels und Pensionen und war damit der Vorreiter der Entwicklung des Berg- und Kurtourismus in der gesamten Schweizer Region. Alle Hotels standen neben dem alten Dorfkern. Um den zahlreichen englischen Touristen Rechnung zu tragen, wurde im Ort 1885 sogar eine englische Kapelle errichtet. Gleichzeitig stand Leukerbad in einem guten Ruf als Heilbad. Gemäß dem Schweizer Kur-Almanach von 1886 sollten die Thermalquellen gegen chronische Hautkrankheiten, Rheumatismus, Scrofulose, Nervenleiden, Bleichsucht und geistige Überarbeitung helfen. Leukerbad 2005-11-09 044.jpg Bis 1896 war sogar die Elektrifizierung der großen Hotels weitgehend abgeschlossen. In den 1910er Jahren erhielten die großen acht Hotels, die insgesamt 900 Betten anboten, alle Zentralheizung, und 1915 wurde eine Zahnradbahn zwischen Leuk und Leukerbad errichtet. Zwischen 1910 und 1920 wurden im Schnitt 17.000 Gäste gezählt. 1916, mitten in der Zeit des ersten Weltkrieges, zählte man sogar über 20.000 Besucher. Neben der medizinischen Betreuung im Rahmen des Kuraufenthaltes gehörte bereits zu dieser Zeit auch ein sportliches Programm, das aus Billard, Lawn-Tennis, Croquet, Federball und Ping-Pong bestand, zum Angebot für die Kurgäste.
Grundlegenden Wandel erfuhr der Tourismus in Leukerbad in den späten 1920er und 30er Jahren. Die wohlhabende Oberschicht, die bis dahin in Leukerbad zu Gast war, hatte zu einem überwiegenden Teil ihr Vermögen verloren. In der Folge änderte sich die Gästestruktur in Leukerbad stark. Leukerbad konzentrierte sich zunehmend auf die Mittelschicht als Gäste. Am 24. Mai 1957 wurde die Luftseilbahn Leukerbad-Gemmipaß errichtet und erlaubte den Gästen, auf die Höhe der Gemmiwand zu gelangen, ohne sich dem beschwerlichen Weg den Gemmipass hinauf zu quälen. Sie war ursprünglich nur für den Sommertourismus gedacht. Erst in den 1960er Jahren erfolgte in Leukerbad eine Entwicklung hin zum Skitourismus.
In den 1990er Jahren kam Leukerbad wegen massiver Verschuldung in die Schlagzeilen.
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