| Pharos of Alexandria.jpg |
| Travemuende-Leuchtturm.jpg, der älteste Leuchtturm an der deutschen Ostseeküste]] |
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Durch ihre Lichtsignale (Leuchtfeuer) weisen Leuchttürme Schiffen den Weg und ermöglichen so die Navigation und das Umfahren gefährlicher Stellen im Gewässer.
Im übertragenen Sinn (Metapher) kann alles als Leuchtturm oder Leuchtfeuer bezeichnet werden, das weithin sichtbar ist oder Wirkung erzielt.
Als Leuchtfeueroptik werden seit etwa 1820 Fresnellinsen verwendet (nach Augustin Jean Fresnel), die heute eine hohe Lichtausbeute haben. Die Gürtellinse hat mehrere waagrechte, prismatische Glasringe um die Lichtquelle, die das auftreffende Licht horizontal brechen und spiegeln.
Das Drehlinsensystem hat mehrere (bis zu 20) Sektoren und Brennweiten bis etwa 70 cm. Jeder Turm hat seine kennzeichnende Umdrehungszeit und Blinkart („Wiederkehr“ und Kennung). Sie werden für jedes Revier periodisch im Leuchtfeuerverzeichnis veröffentlicht.
Die Bauweise der Leuchttürme ist sehr vielfältig. Neben Metall, Holz und Ziegelbau gibt es auch Rohr- und mastartige Konstruktionen. Früher gab es auch Funkfeuer nach ähnlichem Prinzip: Funkstrahlen mit festgelegten Kennungen, die als Dreh- und Richtfunkfeuer einsetzbar waren. Heute ist die Bezeichnung fast gänzlich auf die Funkstationen der Luftfahrt übergegangen. Bis in das späte 20. Jahrhundert waren in der Nordsee Feuerschiffe positioniert.
Der 2. Faktor der Reichweite wird u. a. von Aufwand, Stromversorgung und den Kosten der Wartung bestimmt. Die Lichtstärke kann in die Millionen Candela gehen. Den Wettereinfluss berücksichtigt man durch eine Sichtweiten-Skala, ähnlich wie auf Flugplätzen und in der Astronomie.
Wenn ein starkes Leuchtfeuer gerade „in der Kimm“ (dem nautischen Horizont) auftaucht bzw. verschwindet, kann seine Entfernung einfach berechnet und so der Schiffsort bestimmt werden. Die Methode hat zwar heute an Bedeutung eingebüßt, wird aber noch von Skippern verwendet und hat auch für Gäste auf dem Schiff ihren Reiz. Man unterscheidet zwischen Blinkfeuer und Blitzfeuer bei den Leuchttürmen.
Früher waren die Türme Arbeitsplatz und teilweise Wohnort der Leuchtturmwärter. Dieser Beruf wird in dieser Form praktisch nicht mehr ausgeübt, da der Betrieb der Leuchtfeuer schon lange automatisiert ist.
Trotz modernster Elektronik wie Satellitennavigation und Radar haben aber Leuchttürme nach wie vor ihren Platz in der Navigation, wenn auch zumeist nur noch als Sicherungssystem: bei Ausfällen der Elektronik, der Stromversorgung oder bei Unsicherheiten bei der Ortung. Teilweise befinden sich in der Nähe von Leuchtfeuern auch Funkfeuer.
Viele Leuchttürme haben inzwischen die meist vorhandene Aussichtsplattform für Touristen geöffnet. Sie ist im Regelfall über ein Treppenhaus im Innern des Turms zu erreichen. Vereinzelt dienen Türme auch als Unterkunft oder können für einige Zeit gemietet werden. Einer der ersten derartigen Gelegenheiten war in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts die Insel Scalpay zwischen Schottland und den Hebriden. In Deutschland steht der Leuchtturm Roter Sand in der Wesermündung als Quartier zur Verfügung.
Mindestens zwei antike Feuer sind überliefert, die um 300 v. Chr. entstanden: Der Koloss von Rhodos und Pharos von Alexandria. Freilich ist unsicher, ob der Koloss wirklich als Leuchtfeuer diente. Er soll nur wenige Jahrzehnte gestanden haben, bis er 224 v. Chr. einstürzte. Der ägyptische Turm ging hingegen erst 1303 bei einem Erdbeben verloren.
Die Seefahrt suchte schon zu Beginn nach einfachen Wegen, den Seefahrern „heimzuleuchten“. Fackeln und kleine Feuer wiesen den Fischern nachts ihren Weg. Mönche empfahlen deren Betrieb als gottgefällige Aufgabe.
In Westeuropa war wohl der Leuchtturm von „Torre de Hércules“ im galicischen A Coruña, Spanien einer der ersten. Der noch heute genutzte Turm wurde im Jahr 110 von Caius Sevius Lupus fertiggestellt und war ursprünglich 36 m hoch und Maß 18 m × 18 m am Fuß. Seit einer Renovierung und Erweiterung im Jahr 1791 beträgt seine Höhe 50 m. Die Maße am Fuß betragen 20 m × 19,5 m. Auch der Leuchtturm Hook Head in Irland wird zu den ersten gezählt. Er wurde angeblich 1172 über den Klippen des südirischen Ortes in der Grafschaft Wexford bei Waterford erbaut. Heute trägt der Turm sein Feuer in 35 m Höhe.
Im 13. Jahrhundert errichteten die Städte der Hanse (Lübeck und Wismar) Kerzen-Laternen in Travemünde bzw. vorgelagerten Inseln. Das bestehende Hafenzeichen in Travemünde wurde 1226 kaiserlich privilegiert. 1299 erhielt Hamburg die Nordseeinsel Neuwerk um dort eine Feuerblüse zu errichten, dieser wurde 1310 fertiggestellt und steht auch heute noch. Um 1625 folgte ein ständiges Leuchtfeuer auf Wangerooge. Die Benutzung des Kirchturms bewährte sich aber nicht auf Dauer.
Deutlich verbessert wurden die Leuchtfeuer 1782 durch den Genfer Physiker Aimè Argand mit der Hohldochtlampe, ein Vorläufer der späteren Petroleumlampe. Erst später setzten sich allmählich Gasglühlichter durch. Schließlich entwickelte Augustin Jean Fresnel (1788–1827) im Auftrag der französischen Regierung eine Lichtbündelung durch spezielle, nach ihm benannte Fresnellinsen, wodurch die Leuchtfeuer eine viel größere Tragweite erreichten. Eine Sonderform der Fresnellinse zur horizontalen Bündelung im gesamten 360° Umkreis wird auch als Gürtellinse bezeichnet.
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