| Flag of Latvia.svg | Latvia coa.png | (Details) | (Details) |
Die Republik Lettland (lettisch Latvijas Republika) liegt in Nordosteuropa, im Zentrum des Baltikums. Lettland grenzt im Süden an Litauen, im Südosten an Weißrussland, im Osten an Russland, im Norden an Estland und im Westen an die Ostsee.
Die Republik Lettland hat eine Fläche von 64.589 km² und ist damit etwas kleiner als Bayern. Sie grenzt im Nordosten auf einer Länge von 343 km an Estland, im Osten auf einer Länge von 276 km an Russland, im Südosten auf einer Länge von 161 km an Weißrussland und im Süden auf einer Länge von 588 km an Litauen. Die Küstenlinie entlang der Rigaer Bucht im Norden und der Ostsee im Westen hat eine Länge von 498 km.
Insgesamt 2.543 km² Fläche werden von Gewässern (Flüsse, Seen, Stauseen) belegt. Vom verbleibenden Land werden etwa 40%, nämlich 24.710 km² agrarwirtschaftlich und etwa 46%, nämlich 28.855 km² forstwirtschaftlich genutzt.
Die Republik Lettland dehnt sich in Ost-West-Richtung 450 km und in Nord-Süd-Richtung 210 km aus. Lettland erstreckt sich zwischen den Geographischen Koordinaten:
Bis zum Jahr 1940 war die Fläche Lettlands um etwa 1.300 km² größer, da die frühere Region "Neu-Lettgallen" (später als Abrehner Region bezeichnet und heute wieder als Pytalowo), welche im Ergebnis des Lettisch-Sowjetischen Friedensvertrages von 1920 zu Lettland kam, ab diesem Jahr von der Sowjetunion und nach deren Zerfall von Russland wieder als zur Region Pskow gehörig betrachtet wurde. DB des Amts für Statistik Lettlands, hier: Geographical Position of the Republic Latvia
In Lettland befinden sich drei Nationalparks und vier Naturschutzgebiete. Der mit einer Fläche von 16145 ha kleinste, aber älteste Nationalpark ist der Nationalpark Slitere. Er wurde im Jahre 1921, während der ersten Unabhängigkeit Lettlands, gegründet. Mit einer Fläche von 38114 ha ist der Nationalpark Ķemeri der zweitgrößte. Er wurde nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Lettlands eingerichtet. Mit seinem Gründungsjahr 1997 ist er der jüngste. Der größte Nationalpark ist der Gauja Nationalpark. Er nimmt eine Fläche von 92261 ha ein und wurde im Jahre 1973, während der Zugehörigkeit Lettlands zur Sowjetunion, eingerichtet. DB des Amts für Statistik Lettlands, hier: Nationalparks und Naturschutzgebiete zum Jahresende
Die durchschnittliche Höhe Lettlands beträgt 87 Meter über NN. Der höchste Berg ist der Gaiziņkalns (Gaising) mit 312 Meter ü. NN.
| Nr. | Name | mündet in | Länge in Lettland (km) | Gesamtlänge (km) |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Rigaischer Meerbusen | 452 | 452 | |
| 2. | Rigaischer Meerbusen | 352 | 1005 | |
| 3. | Daugava | 188 | 188 | |
| 4. | Ostsee | 178 | 346 | |
| 5. | 136 | 136 | ||
| Nr. | Stadt | Einwohner | Fläche (km²) | |
|---|---|---|---|---|
| 31. März 2000 | 1. Januar 2005 | 1. Januar 2005 | ||
| 1. | 764.329 | 731.762 | 307 | |
| 2. | 115.265 | 110.379 | 73 | |
| 3. | 89.448 | 86.264 | 60 | |
| 4. | 63.652 | 66.136 | 60 | |
| 5. | 55.718 | 55.603 | 100 | |
| 6. | 43.928 | 44.017 | 55 | |
| 7. | 39.233 | 36.798 | 18 | |
| Großstädte gesamt | 1.171.573 | 1.130.959 | 673 | |
| Lettland gesamt | 2.377.383 | 2.304.434 | 64.589 |
Siehe auch: Liste der Städte in Lettland
Dieses Parlament wird im Verhältniswahlrecht in freien, gleichen und geheimen Wahlen gewählt. Neben den Direktkandidaten der 26 Wahlkreise in fünf Provinzen fallen an die stärksten Fraktionen noch weitere Mandate, die dann aus der Parteiliste besetzt werden.
Das Kabinett besteht aus 17 Ministerien, den Vorsitz führt der Premierminister, außerdem gehören dem Kabinett die jeweiligen Staatssekretäre sowie die Fraktionsvorsitzenden der regierenden Parteien an, die jedoch über kein Stimmrecht verfügen.
Die Präsidentin bzw. der Präsident nimmt regelmäßig an Sitzungen des Kabinetts und auch der Saeima teil. Die amtierende Regierungskoalition nahm als dritte Regierung im Dezember 2004 ihr Amt an. Das von Ministerpräsident Aigars Kalvītis geführte Kabinett setzt sich aus den Fraktionen der Volkspartei (Tautas partija), der Neuen Zeit (JL), Lettlands Erster Partei (LPP) und der Grüne-/Bauern-Union (ZZS) zusammen. Vom politischen Spektrum ist diese Koalition als Mitte-Rechts einzuordnen.
Die Außenpolitik Lettlands ist westlich orientiert; die Beziehungen zu Russland sind eher angespannt.
Lettland ist nach der Entscheidung auf dem EU-Gipfeltreffen am 13. Dezember 2002 in Kopenhagen zum 1. Mai 2004 mit neun weiteren ost-, mittel-, nordost- und südosteuropäischen Staaten in die Europäische Union aufgenommen worden. In einem Referendum am 20. September 2003 stimmte die wahlberechtigte lettische Bevölkerung diesem Vorhaben mit knapp 67 % zu. Im Zuge der NATO-Osterweiterung wurde Lettland im April 2004 Mitglied der NATO.
Siehe auch: Liste der politischen Parteien in Lettland, Kabinett Kalvitis
Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Lettland einen Index von 40.9 (EU-25:100) (2003).Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25*
Die Preisentwicklung in Lettland ist seit der wirtschaftlichen Depression (Russlandkrise 1998/99) moderat, schritt aber mit Inflationsraten zwischen 2,5 und 3 % stets schneller voran als in den Nachbarstaaten Estland und Litauen. Mit dem EU-Beitritt und durch das starke Wirtschaftswachstum hat sie sich deutlich erhöht und lag für 2004 bei 6,2 %.
Mit Wirkung vom 1. Januar 2005 wurde der Lats fest an den Euro zu einem Wechselkurs von 1 EUR = 0,702804 LVL gekoppelt. Die lettische Zentralbank hält den Lats-Wechselkurs in einer Bandbreite von +/- 1 % gegenüber dem Euro bis zur Euroeinführung (geplant: 2008/2009).
Siehe auch: Tourismus in Lettland
Neben dem eigenen Energieverbrauch ist Lettland auch ein bedeutendes Transitland für Energie. Von Polock in Weißrussland verlaufen zwei Erdöl-Pipelines nach Ventspils an der Ostsee sowie eine über lettisches Territorium nach Mažeikiai in Litauen. Betreiber ist das lettisch-russische Joint-Venture LatRosTrans. Die Endstation der Pipeline, Ventspils, ist (noch) der größte Verladehafen für Erdöl und Erdölprodukte in der Ostsee. Allerdings hat Russlands staatliches Öltransportunternehmen Transneft, das auch an LatRosTrans beteiligt ist (siehe Direktinvestitionen), aus wirtschaftspolitischen Gründen seit 2003 die Pipeline trocken gelegt (Transneft erklärt jedoch, dass die Pipline Lecks enthält), um eigene Ölhäfen in Russland (Primorsk bei St. Petersburg, Kaliningrad) zu bevorzugen. Der Ersatztransport über die Schiene konnte diesen Verlust naturgemäß nicht auffangen.
Sie hat ihren Sitz am Flughafen Riga, dem größten der drei Flughäfen des Landes.
Lettland hat eine der geringsten Straßenverkehrsdichten in Europa, hält aber den Spitzenplatz bei den Verkehrstoten.
- | 1935* | 1959 | 1970 | 1979 | 1989* | 2000* | 2005 | - bgcolor="pink" | Ethnische Herkunft | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | - align="right" > | Letten | 1 467,0 | 77,0 | 1 297,9 | 62,0 | 1 341,8 | 56,8 | 1 344,1 | 54,0 | 1 387,8 | 52,0 | 1 370,7 | 57,7 | 1 357,1 | 58,8 | - align="right" > | Russen | 168,3 | 8,8 | 556,4 | 26,6 | 704,6 | 29,8 | 821,5 | 32,8 | 905,5 | 34,0 | 703,2 | 29,6 | 669,7 | 28,6 | - align="right" > | Juden | 93,4 | 4,9 | 36,6 | 1,7 | 36,7 | 1,6 | 28,3 | 1,1 | 22,9 | 0,9 | 10,3 | 0,4 | 9,9 | 0,4 | - align="right" > | Deutsche | 62,1 | 3,3 | 1,6 | 0,1 | 5,4 | 0,2 | 3,3 | 0,1 | 3,8 | 0,1 | 3,5 | 0,1 | 3,9 | 0,2 | - align="right" > | Polen | 48,6 | 2,6 | 59,8 | 2,9 | 63,0 | 2,7 | 62,7 | 2,5 | 60,4 | 2,3 | 59,5 | 2,5 | 56,5 | 2,5 | - align="right" > | Weißrussen | 26,8 | 1,4 | 61,6 | 2,9 | 94,7 | 4,0 | 111,5 | 4,5 | 119,7 | 4,5 | 97,1 | 4,0 | 88,3 | 3,8 | - align="right" > | Litauer | 22,8 | 1,2 | 32,4 | 1,5 | 40,6 | 1,7 | 37,8 | 1,5 | 34,6 | 1,3 | 33,4 | 1,4 | 31,7 | 1,4 | - align="right" > | Esten | 6,9 | 0,4 | 4,6 | 0,2 | 4,3 | 0,2 | 3,7 | 0,1 | 3,3 | 0,1 | 2,6 | 0,1 | 2,5 | 0,1 | - align="right" > | Roma | 3,8 | 0,2 | 4,3 | 0,2 | 5,4 | 0,2 | 6,1 | 0,2 | 7,0 | 0,3 | 8,2 | 0,3 | 8,5 | 0,4 | - align="right" > | Ukrainer | 1,8 | 0,1 | 29,4 | 1,4 | 53,5 | 2,3 | 66,7 | 2,7 | 92,1 | 3,4 | 63,6 | 2,7 | 59,0 | 2,6 | - align="right" > | Andere | 4,2 | 0,2 | 1,8 | 0,1 | 2,7 | 0,1 | 3,8 | 0,2 | 29,4 | 1,0 | 25,0 | 1,1 | 28,4 | 1,2 | - align="right" > | Gesamt | 1.905,9 | 100,0 | 2.086,4 | 100,0 | 2.352,7 | 100,0 | 2.489,5 | 100,0 | 2.666,6 | 100,0 | 2.377,4 | 100,0 | 2.306,4 | 100,0 |
|---|
Im Gegensatz zu den Letten, von denen etwa 80% zweisprachig leben, also sowohl ihre Muttersprache als auch Russisch verstehen, sprechen und schreiben, lebt nach offiziellen Angaben etwa die Hälfte der russischen Minderheit in Lettland einsprachig, was bedeutet, dass sie die lettische Sprache weder sprechen noch lesen können.
Teils wegen der als anspruchsvoll empfundenen Sprach- und anderen Tests, teils aus Desinteresse, teils aus prinzipiellem Protest haben sich viele Russischsprachige (Russen, Weißrussen, Ukrainer) bis heute nicht einbürgern lassen (über die Hälfte). Sie erhalten als so genannte "Nicht-Staatsbürger" eigene Pässe, die ihnen zwar ein uneingeschränktes Aufenthalts- und Arbeitsrecht in Lettland sowie den Schutz durch den lettischen Staat sichern, andererseits bleiben sie von Wahlen (bislang auch Kommunalwahlen, allerdings umstritten) ausgeschlossen und brauchen für Reisen in die EU ebenso wie nach Russland ein Visum.
Großen Aufruhr unter der russischsprachigen Bevölkerung verursachte die Einführung lettischsprachigen Unterrichts auch an den russischen Schulen: beginnend mit den 10. Klassen müssen seit dem Schuljahr 2004/5 in der Oberstufe mindestens 60 % des Unterrichts auf Lettisch abgehalten werden. Zahlreiche Mahnungen seitens des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte haben in den letzten Jahren zu verstärkten Bemühungen seitens des Staats geführt, die Einbürgerungsraten zu erhöhen. Durch den EU-Beitritt ist die Attraktivität des lettischen Passes (Reisefreiheit) für Russen ebenfalls gestiegen. Dennoch stehen den bisher knapp 100.000 Einbürgerungen seit 1995 gut 400.000 "Nicht-Staatsbürgern" gegenüber - 17 Prozent der lettischen Bevölkerung.
Ein weiterer Streitpunkt ist die vor allem bei älteren Letten vorzufindende Verklärung der deutschen Besetzung Lettlands im Zweiten Weltkrieg, die in Paraden von lettischen Waffen-SS-Veteranen mündet und die das Geschichtsverständnis insbesondere der Russen provoziert, die in den Deutschen die "Faschisten" und in der Roten Armee die "Befreier" Lettlands sehen.
"Vorherrschende" Religion ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch, außer im mehrheitlich katholischen Lettgallen. Die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist jedoch heute extrem gering, vermutlich eine der niedrigsten in Europa. Die lettische lutherische Kirche ist sehr konservativ und lehnt Frauen als Pfarrer ab. Damit begibt sie sich in eine gegensätzliche Position zu der lettischen Exil-Kirche zum Beispiel in Schweden. In der Folklore spielen auch die Vorstellungen und Lieder der altlettischen Religion noch eine große Rolle.
Der wichtigste Feiertag in Lettland ist Jāņi (das Mittsommerfest) am 23. Juni, um das sich viele alte Bräuche ranken.
Lettland ist besonders bekannt für seine Volksmusik-Kultur. Von den typischen Dainas — meist vierzeiligen, nicht gereimten Lieder zu allen nur erdenklichen Themen von der Mythologie bis zu den Niederungen des Alltags — sind inzwischen über eine Million gesammelt worden, was im Verhältnis zur Bevölkerungszahl Weltspitze sein dürfte. Die Niederschrift dieser bis dahin mündlichen Überlieferung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Krišjānis Barons begonnen; sein eigens dafür gefertigter Daina-Schrank gilt heute als eine Art Nationalheiligtum.
In Rīga (während der Sowjetzeit an verschiedenen Orten im Ausland) findet alle fünf Jahre ein großes Sängerfest statt, an dem mehrere tausend lettische, exil-lettische und internationale Chöre teilnehmen.
Wie bei den meisten sehr kleinen Völkern findet sich auch bei den Letten ein sehr ausgeprägtes Nationalgefühl.
Ähnlich wie in Estland war die Stadtkultur und der Großgrundbesitz bis zur Umsiedlung der deutschen Minderheit deutschsprachig - und damit für Jahrhunderte auch die Intelligenz des Landes. Die vormals kulturell bedeutende jüdisch-jiddische Minderheit spielt heute im öffentlichen Leben ebenfalls keine Rolle mehr.
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