Ein Leslie - oder genauer Leslie Lautsprecher-Kabinett - ist eine aktive Lautsprecherbox für elektrische und elektronische Musikinstrumente.
Benannt ist das Leslie nach seinem Erfinder Don (Donald James) Leslie (1911-2004). Das Original-Leslie wurde ursprünglich für die Hammond-Orgel konstruiert und prägte deren Klang entscheidend mit.
Herausragendes Merkmal eines Leslie sind die rotierenden Lautsprecher.
Sinn der Rotation ist die Erzeugung eines Vibratos, das heißt, eine Modulation der Tonhöhe durch Ausnutzung des Doppler-Effekts.
Wenn sich der rotierende Lautsprecher vom Zuhörer entfernt wird damit der Ton tiefer. Gleichzeitig nähert er sich aber der gegenüberliegenden Wand, die daher mit einem höheren Ton beschallt wird, den sie auch in Richtung des Zuhörers reflektiert. Dies geschieht zu jedem Zeitpunkt in alle Richtungen des Raumes. Der Zuhörer erfährt damit ein sehr komplexes Klangbild, das weit über ein Vibrato hinaus geht und den Hammondsound unverwechselbar macht.
Beim originalen Leslie rotieren allerdings nicht die Lautsprecher, sondern deren Schalltrichter. Die Lautsprecher sind liegend eingebaut, die Schalltrichter (Rotoren) rotieren in der Ebene. Das macht die Konstruktion robuster, da sonst elektrische Schleifkontake notwendig werden.
Das Leslie ist als Zweiwege-System aufgebaut, mit getrennten Lautsprechern für den Hochton- und den Bassbereich.
Die Rotation der entsprechenden Rotoren ist darauf abgestimmt: der Hochtonrotor rotiert, beschleunigt und verzögert schneller als der Bassrotor.
Die Rotation wird in drei Stufen über ein Pedal gesteuert. Akustisch besonders reizvoll sind die bei Beschleunigung und Verzögerung auftretenden Effekte.
Weitere Bestandteile des Leslie sind der eingebaute Verstärker sowie eine Halleinheit, die mit einer Hallspirale aufgebaut ist.
Auf einen systembedingten Nachteil des Leslie weist schon die Zusatzbezeichnung "Kabinett" hin: Die Leslie-Einheit ist groß und schwer und dementsprechend schlecht zu transportieren. Auch die Tonabnahme bei der Musikproduktion ist schwierig, da mit mindestens zwei Mikrofonen gearbeitet werden muss, um die Räumlichkeit des Leslie-Klangs aufzuzeichnen. Die Anordnung der Mikrofone und der Wiedergaberaum sind dabei kritische Größen. Dagegen ist bei der Live-Darbietung ein originales Leslie-Kabinett für geübte Ohren meist leicht von der elektronischen Simulation zu unterscheiden.
Das erste Beispiel macht anhand eines einfachen Akkordes hörbar, wie das Leslie erst mit langsamer Geschwindigkeit läuft (man muss genau hinhören, damit man die langsamen Rotationen der Lautsprecher hört). Dann wird das Leslie auf schnelle Geschwindigkeit umgeschaltet, wobei man gut hören kann, dass der Hochtonrotor wesentlich früher die Endgeschwindigkeit erreicht als der Bassrotor. Anschließend wird wieder auf langsame Geschwindigkeit umgeschaltet, wobei der Hochtonrotor wiederum wesentlich schneller in der Geschwindigkeit abfällt als der Bassrotor.
Audiobutton.png LeslieCabinetSlowFastSlow.ogg
Das zweite Beispiel besteht aus einer kurzen Akkordfolge, wobei an drei Stellen das Leslie beschleunigt wird.
Audiobutton.png LezlieCabinetSequence.ogg
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