Lesachtal (
Les slow.: Holz) bezeichnet
- geografisch das Gailtal zwischen der Kärntner-Osttiroler Grenze und Kötschach-Mauthen
- politisch die Gemeinde Lesachtal, die nur etwa die westlichen zwei Drittel des geografischen Lesachtales mit den Hauptorten Birnbaum, Liesing, St. Lorenzen und Maria Luggau umfasst. Der östliche Teil mit dem Hauptort St. Jakob gehört zur Gemeinde Kötschach-Mauthen. Beide Gemeinden liegen im politischen Bezirk Hermagor im österreichischen Bundesland Kärnten.
Geografie
Geografische Lage
Das Lesachtal erstreckt sich über etwas mehr als 20 Kilometer in West-Ost-Richtung parallel zur Staatsgrenze zwischen
Österreich und
Italien. Anders als im Rest des
Gailtales hat der Fluss hier eine rund 200 Meter tiefe und enge Schlucht gebildet. Das Siedlungsgebiet mit nur wenigen Orten befindet sich oberhalb des Flusses auf den Satteln der Schlucht. Die
Gailtal Straße (B 111) verkehrt, hoch über dem heutigen engen Talgrund, am nördlichen Talhang, auf dem sich auch die größeren Ortschaften befinden. Wiewohl in den letzten Jahren ausgebaut, ist sie auch heute für Busse und Anhänger nicht empfehlenswert.
Das Lesachtal wird im Norden von den Gailtaler Alpen und Ausläufern der Lienzer Dolomiten begrenzt, im Süden von den Karnischen Alpen, auf deren Hauptkamm die Staatsgrenze verläuft.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Lesachtal ist in die vier
Katastralgemeinden Kornat, Liesing, Luggau und St. Lorenzen im Lesachtal gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 31 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):
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| - Assing (6)
- Birnbaum (78)
- Durnthal (15)
- Egg (20)
- Frohn (40)
- Guggenberg (27)
- Klebas (91)
- Kornat (66)
- Ladstatt (14)
- Liesing (130)
- Maria Luggau (256)
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- Mattling (28)
- Moos (25)
- Niedergail (34)
- Nostra (51)
- Obergail (71)
- Oberring (25)
- Pallas (15)
- Promeggen (14)
- Raut (33)
- Rüben (12)
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- Salach (5)
- Sankt Lorenzen im Lesachtal (319)
- Stabenthein (14)
- Sterzen (24)
- Tiefenbach (7)
- Tscheltsch (36)
- Tuffbad (4)
- Wiesen (34)
- Wodmaier (34)
- Xaveriberg (32)
Geschichte
Das Lesachtal wurde um 600 n. Chr. von Slawen besiedelt. Es war eines der ersten Kärntner Täler, die
germanisiert wurden.
Während des
Ersten Weltkrieges verlief die Frontlinie zwischen
Österreich-Ungarn und
Italien am Kamm der
Karnischen Alpen. Zahlreiche alte Stellungen und Befestigungen zeugen noch heute von dem Krieg in den Bergen (siehe:
Gebirgskrieg 1915–1918).
Die Forstwirtschaft spielt schon seit Jahrhunderten eine große Rolle. Das spezielle Holz der Haselfichte wurde oft als Klangholz für den Geigenbau verwendet. Das meiste wurde über das Wasser geflößt. Viel von dem Holz wurde und wird heute noch nach Italien verkauft. Speziell die venezianischen Gondeln werden aus dem Holz aus dem Lesachtal gefertigt.
Sprache
Das Lesachtal ist sprachlich auffällig, denn der gesprochene deutsche Dialekt ist nicht kärntnerisch, sondern (Ost-)Tirolerisch, obwohl leichte Unterschiede vorhanden sind. Zum Beispiel wird im Osttiroler Teil ein Bub als Buie bezeichnet, auf der Kärntner Seite heißt es Bersch, die Mädchen heißen auf tirolerisch Dearn, im Kärnter Teil werden sie Gitsche gerufen.
Bevölkerung
Laut Volkszählung 2001 hat die Gemeinde Lesachtal 1.560 Einwohner, davon besitzen 98,4 % die österreichische und 1,3 % die deutsche Staatsbürgerschaft. Die Einwohnerzahl ist seit Jahrzehnten stark rückläufig.
98,4 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen und 1,2 % zur evangelischen Kirche.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Mehrheit der erwerbstätigen Bevölkerung lebt von der Land- und Forstwirtschaft. Tourismus spielt eine große Rolle. Wo er vorkommt, wird er als sanfter Tourismus propagiert. Die Gail im tief eingeschnittenen Tal ist bei Wildwasser-Sportlern beliebt.
Weblinks
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Lesachtal