Les Misérables ist ein Musical von Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto). Die Handlung basiert auf dem Roman Die Elenden von Victor Hugo.
Nur der Bischof von Digne hat Mitleid und beherbergt ihn. Der verbitterte Valjean jedoch stiehlt ihm sein Silber, wird aber sofort gefangen. Doch der Bischof, der Valjeans Vergangenheit kennt, behauptet, er habe Valjean das Silber geschenkt und schenkt ihm außerdem noch zwei silberne Kerzenleuchter; dann ermahnt er ihn, ein anständiger Mensch zu werden. Valjean fühlt seine innere Veränderung (Was ist mit mir) und beschließt das zu tun, was der Bischof ihm gesagt hat und zerreißt seinen gelben Pass.
Was zu dieser Zeit nur dem Zuschauer bekannt ist: Monsieur Madeleine ist niemand anderes als Jean Valjean. Doch die eigentliche Schlichtung überlässt er dem Vorarbeiter, der Fantine hochkant rauswirft, da sie seine Avancen ignoriert hat. Fantine singt von ihrer Vergangenheit (Ich hab geträumt vor langer Zeit). Doch für ihr Kind, Cosette, das bei einer Wirtsfamilie namens Thénardier lebt, muss sie die Thénardiers bezahlen. Sie verkauft erst ihre Kette, dann ihre Haare. Schließlich bleibt ihr nichts mehr anderes übrig, als zu den Prostituierten zu gehen (Leichte Mädels). Einer ihrer Freier, M. Bamatabois, den sie abgewiesen hat, zeigt sie an und behauptet sie habe ihn angegriffen. Javert, nun Inspektor in Montreuil-sur-mer, wird gerufen, es kommt zu Fantines Verhaftung.
Doch Madeleine/Valjean greift ein. Er hat erkannt, dass Fantine schwer krank ist und ordnet an, dass man sie ins Krankenhaus bringt. Kurz danach geschieht ein Unglück: Ein Mann wird beinahe von seinem Wagen zerquetscht (The runaway cart). Valjean befreit ihn. Javert erinnert sich, in seinem Leben nur einen Mann gesehen zu haben, der stark genug für eine solche Tat war: Ein Sträfling, der auf Bewährung verschwand, nämlich Jean Valjean, den er allerdings verhaftet glaubt. Im Folgenden berichtet er seinem Bürgermeister vom unverwechselbaren Merkmal des ehemaligen Kettensträflings: Er hat ein Brandmal mit seiner Sträflingsnummer 24601 auf der Brust. Valjean entschließt sich, sich zu erkennen zu geben, um den Unschuldigen zu retten (Wer bin ich) und beweist seine Behauptungen, in dem er seine Brust und die Nummer zeigt.
Er flieht vom Gericht und kommt rechtzeitig zu Fantines Tod ins Krankenhaus, um ihr zu versprechen, sich um ihr Kind zu kümmern. Javert kommt, um ihn zu verhaften. Valjean bittet ihn um drei Tage Zeit, um Cosette zu holen, doch Javert glaubt ihm nicht, dass das sein Vorhaben sei. Er glaubt nicht an eine Besserung ehemaliger Übeltäter. Gleichzeitig schwört Valjean der toten Fantine, dass er ihr Kind holt, und Javert Valjean, dass er ihn noch kriegt (Der doppelte Schwur). In diesem Lied findet sich eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste, Schlüsselstellen im Stück: Javert offenbart im Streitgespräch mit Valjean, dass er im Gefängnis geboren wurde und aufwuchs.
Hier offenbart sich nun die paradoxe Situation der gegenläufig angelegten Charaktere Valjeans und Javerts. Auf der einen Seite Valjean, auf dem Papier der Sünder, der Auflagenbrecher, der unter falschem Namen lebt, moralisch aber auf der Seite des Rechts steht und im Stück durchweg als edelmutig und geläutert dargestellt wird (was im übrigen so nicht der literarischen Vorlage entspricht, auf der anderen Seite steht Javert, formal Vertreter von Recht und Ordnung, aufgewachsen im Gefängnis, zerfressen vom Hass denen gegenüber, mit denen er seine Kindheit verbringen musste - verständnislos gegenüber der Not derer, die in seinen Augen vor Gott und Gesetz gesündigt haben. Er, der nur schwarz und weiß kennt, offenbart uns in diesem Nebensatz ("I am from the gutter too" / "Gitter brach mein Wiegenlicht") den eigentlichen Grund für seinen fanatischen Wahn, das geschriebene Recht zu schützen und zu befolgen. Ob es das Wort des Gesetzes ist ("You broke the law!") oder das der Bibel ("...so it is written on the doorway to paradise..."), ihm ist es egal, es ist das schützenswerteste Gut für ihn.
Für das Fortschreiten des Stücks ist es dieses Wissen, das dem Zuschauer später statt einem "Na also, endlich" oder einem lapidaren "Na ja" eine ganz andere Reaktion entlockt, die der ganzen Dramatik in der Person Javerts, die ihn bis zum Äußersten treibt, entspricht.
Da er Javert nicht von seiner Ehrlichkeit überzeugen kann, schlägt Valjaen schließlich Javert nieder und flieht.
Immer noch 1823, Montfermeil. Cosette wird von den Thénardiers als Dienstmagd missbraucht und träumt während ihrer Arbeit (In meinem Schloss). Mme Thénardier schickt sie hinaus, Wasser zu holen (Wenn ham wa hier). Die Taverne füllt sich am Abend, es wird klar, dass es ein übles Loch ist (Ich bin Herr im Haus). Valjean trifft die ängstliche Cosette im Wald und zahlt die Thénardiers aus, um Cosette mit sich nehmen zu können(Der Handel). Er verlässt mit ihr Montfermeil.
1832, Paris. Die Bettler von Paris singen in den Gossen über ihr Leid (Schaut her). Revolutionäre Studenten, unter ihnen zwei namens Marius Pontmercy und Enjolras, planen den Barrikadenkampf. Auch Thénardier ist mit seiner Bande, bestehend aus Brujon, Babet, Claquesous und Montparnasse in Paris. Er will, wie alle, Almosen von einem Mann und seiner Tochter erbetteln, die sehr großzügig Geld unter den Armen verteilen. Seine Tochter Éponine flirtet mit Marius, dieser rennt aus Versehen gegen die Tochter des Mannes und verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Thénardier erkennt in diesem Mann Valjean, seine angebliche Tochter ist Cosette. Im folgenden Kampf sieht Thénardier die Nummer auf Valjeans Brust. Javert, nun Inspektor in Paris, kommt. Valjean flieht mit Cosette, doch Thénardier verrät ihn. Javert schwört bei den Sternen, dass er nicht aufgibt, bis er Valjean verhaftet hat (Stern).
Marius bittet Eponine, die in ihn verliebt ist, was er allerdings nicht weiß, Cosette zu suchen (Éponines Botengang). Dann kommt er ins ABC-Café, wo sich die Studenten treffen. Dort verhöhnt man ihn wegen seiner Liebe zu einer Unbekannten. Die Studenten singen über ihre Revolution (Rot und Schwarz/Das Lied des Volks). In der Zwischenzeit sitzt Cosette allein im Garten ihres Hauses in der Rue Plumet und denkt an Marius(Schon so lang). Valjean kommt, und zum ersten Mal stellt sie ihm Fragen, die Valjean aber nicht beantwortet. Dann kommen Marius und Eponine. Marius geht zu Cosette hinein (Mein Herz ruft nach dir). Draußen kommen Thénardier und seine Bande. Sie wollen Valjean mit ihrem Wissen über seine Identität erpressen (Der Überfall). Doch Éponine, die Marius schützen will, schreit, um Aufmerksamkeit zu erregen. Marius geht, als er sieht, dass Valjean kommt. Cosette tischt Valjean ein Lügenmärchen über irgendwelche Schatten hinter der Mauer auf. Valjean befürchtet, Javert habe ihn gefunden.
Er erkennt, dass er in Frankreich nicht mehr sicher ist und will nach England fliehen (Der Aufbruch). Nun singen alle über den nächsten Tag: Valjean über seine Hoffnung, in Sicherheit leben zu können, Cosette und Marius über ihre Trennung, Éponine über ihren Liebeskummer, die Studenten wollen nun die Barrikaden bauen, Thénardiers freuen sich über das Gemetzel, sie versprechen sich Gewinn, Javert hat beschlossen, sich zu verkleiden und die Studenten auszuspionieren (Morgen schon). Marius beschließt, sich dem Aufstand anzuschließen, da ein Leben ohne Cosette keinen Sinn mehr hätte.
Javert wird nun hinter der Barrikade an einen Stuhl gebunden, dann kommt ein Mann zu den Aufständischen. Es ist Valjean auf der Barrikade. Er will Marius beschützen, da seine Cosette ihn liebt, doch dann erkennt er Javert. Der erste Angriff folgt. Valjean erschießt einen Schützen, der beinahe Enjolras getötet hätte. Als Enjolras ihm dankt, bittet Valjean ihn, Javert erschießen zu dürfen. Enjolras willigt ein. Doch sobald er unbeobachtet ist, lässt Valjean Javert frei, nennt ihm sogar seine Adresse und schießt in die Luft, um alle glauben zu lassen, er habe Javert getötet. Die Rebellen legen sich zum Schlafen (Trinkt mit mir). Nur Valjean betet für Marius (Bring ihn heim). Er ist bereit seinen einzigen Lebensinhalt, Cosette, aufzugeben.
Am nächsten Morgen gehen den Aufständischen die Patronen aus. Beim zweiten Angriff bestiehlt Gavroche die feindlichen Leichen und wird dabei erschossen (Gavroches Tod). Schließlich folgt Der letzte Angriff, in dem alle sterben mit Ausnahme Valjeans und Marius, der jedoch schwer verletzt wird. Valjean flieht mit Marius durch die Abwasserkanäle. Javert sucht hinter der Barrikade nach Valjean, doch er findet ihn nicht. Er begreift, wohin er geflohen ist, als er feststellt, dass er nicht die Kraft hat, den Deckel der Kanalisation anzuheben, was nur der starke Valjean schaffen kann. Er geht, um ihn an dem Ausgang an der Seine zu verhaften.
In der Kanalisation bestiehlt Thénardier die Leichen. Valjean kommt mit Marius. Thénardier stiehlt Marius' Ring, doch Valjean erwacht, bevor er ihn bestehlen kann. Thénardier hat ihn jedoch erkannt. Valjean schleppt sich mit Marius weiter. Am Ausgang wartet Javert. Valjean kann ihn bewegen, ihm Zeit zu geben, Marius zum Arzt zu bringen. Javert lässt ihn gehen, begreift erst etwas später, was er getan hat. Er sieht keinen Ausweg mehr, er hat seinen Schwur und sämtliche seiner Prinzipien gebrochen, er hat feststellen müssen, dass sich ein ehemaliger Dieb sehr wohl bessern kann, schließlich stürzt er sich in die Seine (Javerts Selbstmord).
Die Frauen von Paris beklagen die Toten (Weiter). Im ABC-Cafe singt Marius über seine Freunde (Dunkles Schweigen an den Tischen). Cosette pflegt ihn, Marius fragt sich dauernd, wer ihn gerettet hat (Jeden Tag). Valjean gesteht Marius, wer er ist und will sich aus ihrem Leben raushalten (Valjeans Geständnis). Marius verspricht ihm, dass Cosette nichts erfahren wird. Marius und Cosette feiern ihre Hochzeit. Thénardier kommt. Er will nun Marius erpressen mit seinem angeblichen Wissen, dass Valjean ein Mörder ist. Er habe Valjean am Morgen des Aufstands in der Kanalisation gesehen - mit einer Leiche. Zum Beweis zeigt er Marius seinen eigenen Ring. Marius begreift, dass Valjean ihn gerettet hat. Er und Cosette begeben sich sofort zu Valjean. Thénardier stellt die Feier auf den Kopf (Bettler ans Buffet).
In Deutschland lief "Les Misérables" in einem eigens für das Musical gebauten Gebäude (Theater am Marientor) von 1996 bis 1999 in Duisburg, vom 8.April 2001 bis zum Juli 2003 an der Oper Bonn, vom 26.September 2003 bis zum 31.Dezember 2004 im Theater des Westens in Berlin, seit dem 19.November 2005 bis zum 3.Juli 2006 am Theater Lüneburg sowie seit dem 22. Dezember 2005 bis zum 1. Juli 2006 im Stadttheater Regensburg. Die deutsche Übersetzung stammt von Heinz-Rudolf Kunze.
Seit der Saison 2000/2001 wird das Musical regelmäßig vom Landestheater Detmold, sowohl auf der Hausbühne als auch auf den verschiedenen Gastbühnen, aufgeführt, Wiederaufnahme am 6.Juli 2006.
Im Saarland war das Werk in der Saison 2002/2003 in der Inszenierung von Kurt-Josef Schildknecht am Saarländischen Staatstheater in Saarbrücken zu sehen. Neben Mitgliedern des Saarbrücker Ensembles standen auch Darsteller aus Duisburg auf der Bühne.
In Österreich ist "Les Misérables" vom 21.Juli bis 12.August 2006 auf der Felsenbühne Staatz in Niederösterreich in einer Freiluftaufführung zu sehen.
Auf der Freilichtbühne in Tecklenburg, dem größten deutschen Freiluftmusiktheater, wird "Les Misérables" vom 24. Juni - 26. August 2006 aufgeführt.
Bis heute (Stand August 2005) haben mehr als 51 Millionen Menschen das Stück in 38 Ländern und 227 Städten gesehen. Es wurde in 23 Sprachen übersetzt. Unter seinen mehr als 50 internationalen Auszeichnungen finden sich 8 Tony-Awards, der "Oscar" der Musical-Szene. "Les Misérables" war im Rahmen eines Gastspiels in Shanghai 2002 das erste westliche Musical, das in China aufgeführt wurde und soll in Shanghai einen dauerhaften Platz finden. Auch ist es das erste Stück, dessen Aufführungsrechte als spezielle "Schul-Version" erhältlich sind. Dieses Konzept erwies sich als äußerst erfolgreich und die Schulversion findet im englischsprachigen Raum großen Zuspruch. Zu den bemerkenswertesten Ereignissen in der Geschichte des Musicals gehören:
Les Misérables (musical) | Les Misérables (comédie musicale) | עלובי החיים (מחזמר) | レ・ミゼラブル (ミュージカル)
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"Les Misérables (Musical)".
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