Leopold von Ranke (* 21. Dezember 1795 in Wiehe (Unstrut); † 23. Mai 1886 in Berlin) war ein deutscher Historiker. Leopold Von Ranke 1877.jpg
Leopold von Ranke war der älteste Bruder des Theologen Heinrich Ranke (1798-1876) und des Theologen Ernst Ranke (1814-1888). Sein Studium absolvierte Leopold von Ranke von 1814-1818 in der Theologie und Philologie von Leipzig. Ab 1818 war er Gymnasiallehrer in Frankfurt (Oder) und seit 1825 war er außerordentlicher Professor in Berlin. 1827-1831 bereiste Ranke die Archive des ehemaligen Heiligen Römischen Reiches. Seit 1832 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin, wurde er 1834 dort ordentlicher Professor. 1841 wurde Ranke von König Wilhelm IV. zum Historiographen des Preußischen Staates ernannt (der Ertrag gesammelt veröffentlicht als Zwölf Bücher preußischer Geschichte, 1878/1879). 1871 stellte er, da erblindet, seine Lehrtätigkeit ein, arbeitete aber entschlossen weiter an seinem Werk: Er nahm die Umarbeitung und Ergänzung älterer Arbeiten in Angriff, um seine Sämlichen Werke herauszugeben. 80jährig begann er, seine Weltgeschichte zu diktieren, von der ab 1880 jährlich ein Band erschien und die nach seinem Tod aus seinen Aufzeichnungen ergänzt wurde. 1885 ernannte man ihn zum Ehrenbürger von Berlin. Sein Grabmal steht auf dem Kirchhof der Sophienkirche, Sophienstraße 2-3, in Berlin-Mitte.
Ranke hat seiner Bedeutung entsprechend eine Vielzahl bedeutender Schüler, die ihrerseits selbst wieder eigene Schulen bilden. Hier nennen wir als seinen ältesten und wohl auch für die Entwicklung der deutschen Geschichtswissenschaft bedeutendsten Heinrich von Sybel. Auch Jacob Burckhardt, Carl von Noorden und Wilhelm Maurenbrecher haben zeitweilig in Berlin bei Ranke studiert. Rankes Geschichtsschreibung ist im wesentlichen politische Staatengeschichte. Die in Erscheinung tretenden Personen haben in irgendeiner Weise politische Bedeutung. Die Erforschung der Staatenwelt ist ihm das Wesentliche. Die sozialen Gesichtspunkte wie die der gesellschaftlichen Unterschichten treten bei ihm meist nicht auf. Eines der wenigen Kapitel in seiner Geschichtsschreibung, wo sie so umwälzend in die Geschichte eintreten, dass sie nicht ignoriert werden können, gilt dem Themenfeld deutscher Bauernkrieg. Diese Auffassung von Geschichte schlägt sich besonders in der Geschichte der Reformationszeit und der des 17. Jahrhunderts nieder. Sie bleibt aber auch für die Geschichte des 19. Jahrhunderts nicht folgenlos.
Von 1833-1836 gab Ranke die Historisch-Politische Zeitschrift heraus. Da Ranke den Großteil der Beiträge der Zeitschrift selbst verfaßte, gilt diese heute als „einmalige persönliche Schöpfung ihres Herausgebers von unvergänglicher Wirkung“. (Theodor Schieder: Die deutsche Geschichtswissenschaft im Spiegel der Historischen Zeitschrift, in: Historische Zeitschrift 189 (1959), S. 2).
(Literatur aus der englischsprachigen Wikipedia übernommen)
Mann | Deutscher | Historiker | Geschichtswissenschaft | Ehrenbürger | Geboren 1795 | Gestorben 1886
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