Leopold I Holy Roman Emperor.jpg Leopold I. (* 9. Juni 1640 in Wien; † 5. Mai 1705 ebd.) aus dem Hause Habsburg, zweiter Sohn Kaiser Ferdinands III. (1608-1657) und der spanischen Infantin Maria Anna (1606-46), war von 1658 bis 1705 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches sowie König von Ungarn (1655), Böhmen (1656) und Kroatien und Slawonien (1657).
Graf Montecúccoli errang zu Beginn der Herrschaft Leopolds I. (1664) einen bedeutenden Sieg über die Türken unter Führung von Ahmed Köprülü in der Schlacht bei St. Gotthard an der Raab (Mogersdorf); die Osmanen wurden vernichtend geschlagen. Es sollten beinahe 20 Jahre vergehen, bis der Sultan zum erneuten Gegenschlag ausholen konnte: Der Sieg über die osmanischen Truppen bei der 2. Türkenbelagerung Wiens 1683, den allerdings nicht der Kaiser, sondern das polnisch-deutsche Entsatzheer unter dem polnischen König Johann Sobieski erreichte, stellte dann jedoch das Anfang vom Ende des Osmanischen Reiches dar. Das Verdienst Leopolds bestand aber sicher darin, die Unterstützung des Reichs und des Papstes Innozenz XI. für diesen Krieg zu gewinnen.
In der Folgezeit konnte ganz Ungarn von den Osmanen zurückerobert werden, was von diesen im Frieden von Karlowitz (1699) auch anerkannt wurde. Von hier datiert der Aufstieg Österreichs zur Großmacht, der eng mit den militärischen Leistungen des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden und insbesondere des Prinzen Eugen von Savoyen verbunden ist.
Als 1700 mit Karl II. der letzte spanische Habsburger starb, versuchte Leopold, eine neue spanische Linie mit seinem jüngeren Sohn Karl als Begründer zu schaffen. 1703 schließlich wurde Karl als Karl III. zum König von Spanien ausgerufen. Die konkurrierenden Ansprüche der Bourbonen Phillip von Anjou und seines Großvaters Ludwig XIV., lösten den Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1713/14) aus, in dessen Verlauf der Kaiser 65jährig in seiner Residenzstadt Wien verstarb.
Innenpolitisch war seine Regierungszeit gekennzeichnet von wachsendem Zentralismus, was zu Unruhen besonders in Ungarn führte, und der Ausbreitung eines gegenreformatorisch geprägten Katholizismus. In diesen Zusammenhang gehört auch die Vertreibung der Juden in den Jahren 1670/71. Einige von ihnen wurden von Paul I. Fürst Esterházy in den Siebengemeinden rund um Eisenstadt angesiedelt. Andere wurden vom Großen Kurfürst Friedrich Wilhelm nach Berlin geholt, wo sie zum Wiederaufbau des durch den 30jährigen Krieg verwüsteten Landes beitrugen und eine blühende jüdische Gemeinde gründeten.
In zweiter Ehe war er verheiratet mit seiner Cousine 2. Grades Claudia Felizitas von Tirol (1653-1676).
Ihre beiden Töchter starben im Kleinkindalter. Sie liegen - wie auch ihre Mutter - in der Kapuzinergruft in Wien begraben. Claudia Felizitas von Tirol verstarb jung an einer Fehlgeburt.
In dritter Ehe mit Eleonore Magdalena von Pfalz-Neuburg bekam er folgende Kinder:
Kaiser (HRR) | König (Böhmen) | König (Ungarn) | Habsburger | Komponist (Barock) | Mann | Geboren 1640 | Gestorben 1705
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