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Leonard Bernstein (* 25. August 1918 in Lawrence; Massachusetts; † 14. Oktober 1990 in New York City) war ein US-amerikanischer Komponist, Dirigent und Pianist russisch-jüdischer Abstammung.

Leben


Bernstein wurde 1918 als Louis Bernstein geboren. Im Alter von 16 Jahren änderte er seinen Vornamen in Leonard, was bis dahin auch schon sein Rufname gewesen war.

Familie

In seinen jüngeren Jahren in New York City, verfolgte Bernstein ein promiskes Sexualleben, meist mit anderen jüngen Männern Humphrey Burton: Leonard Bernstein. Nach einem längeren inneren Kampf und eine immer wieder abgesagte Verlobung heiratete er Felicia Montealegre am 9. September 1951, angeblich um seine Chancen zu vergrößern, als Chefdirigent der Boston Symphony Orchestra gewählt zu werden. Dimitri Mitropoulos, der Dirigent der New York Philharmonic und ein Mentor für Bernstein, riet ihm, dass eine Ehe den Tratsch über sein Sexualleben zur Ruhe bringen könnte, und für den konservativen Aufsichtsrat der BSO von Wert wäre.

Mit seiner Ehefrau zusammen hatte er drei Kinder. Während seiner Ehe bemühte er sich, möglichst diskret zu sein, was seine außereheliche Kontakte betraf. Als er jedoch älter wurde und die Lesben- und Schwulenbewegung Fortschritte machte, wurde Bernstein in dieser Hinsicht mutiger; letztendlich zog er bei Felicia aus, um mit seinem Lebensgefährten Tom Cothran zusammen zu wohnen. Später erfuhr Bernstein jedoch, dass bei seiner Frau Lungenkrebs diagnostiziert wurde. Seine Beziehung mit Cothran hatte sich verschlechtert, und so zog Bernstein wieder zu seiner Frau und pflegte sie bis zu ihrem Tod. Manche, darunter auch sein Sohn, Alexander, glauben, dass er sich selbst die Schuld an ihrem Tod gab und sich selbst deswegen intensiv abgeneigt war, nachdem sie verschied.Film: Leonard Bernstein:Reaching for the Note, 1999, Ressigeurin: Susan Lacy, ASIN: 6305154996, IMDB Auch in seinem Dirigentenstil soll eine Veränderung nach dem Tod von Felicia zu spüren sein, da manche glauben, es sei nüchterner, feierlicher und schwerer, so als ob es durch einen Mangel gezogen worden wäre, mit stark verlängerten Strukturen und nach Meinung einiger, stark übertriebenen Emotionen.

Beruf

Er studierte an der Harvard-Universität Klavier und Komposition. Bereits 1943 wurde er Assistant Conductor des New York Philharmonic Orchestra unter Bruno Walter. Eben in diesem Jahr konnte Bernstein seine Begabung unter Beweis stellen, als er für den erkrankten Bruno Walter kurzfristig einspringen musste. Eine eindrucksvolle Aufführung von Schumanns Manfred-Ouvertüre und StraussDon Quixote verhalf ihm zu seinem Durchbruch und war der Beginn einer beispiellosen Karriere.

Bernstein war hoch angesehen als Dirigent zahlreicher Konzerte mit weltbekannten Orchestern, vor allem als (wohlgemerkt erster US-amerikanischer) Musikdirektor des New York Philharmonic Orchestra (1958-1969), und als regelmäßiger Gastdirigent der Wiener Philharmoniker bis zu seinem Tode 1990. Doch nicht nur sein musikalischer Genius, sondern auch sein von Emotionen geprägter menschlicher Charakter stach hervor. Sein Repertoire umfasste ebenso klassische wie avantgardistische Werke. Besonders das Schaffen von Gustav Mahler fanden seine tiefste Beachtung wie Bewunderung.

Weiterhin ist er bekannt als Komponist des Musicals West Side Story, und er war ebenso Pianist wie Lehrer. Er komponierte drei Sinfonien, zwei Opern, fünf Musicals und etliche andere Werke.

Die Fernsehsendungen Young People's Concerts, Konzerte für junge Leute mit dem New York Philharmonic Orchestra, waren herausragende Beiträge zur Musikbildung.

1973 hielt Leonard Bernstein auf Einladung der Harvard-Universität die Vorlesungsreihe The Unanswered Question, in der er die Grundlagen der Musik in Analogie zur linguistischen Forschung Noam Chomskys untersuchte.

Unvergesslich ist eine der letzten Produktionen Leonard Bernsteins mit Unitel. Am 23. Dezember und am 25. Dezember 1989 dirigierte er auf eine spontane Einladung von Justus Frantz Beethovens Neunte Symphonie in Berlin (in der Philharmonie und im Konzerthaus, damals noch "Schauspielhaus" genannt). Anlass waren die Feierlichkeiten zum Fall der Mauer. Mehr als 100 Millionen Menschen konnten dieses einmalige Ereignis, das in mehr als 20 Länder übertragen wurde, verfolgen. Zu diesem besonderen Anlass hatte Bernstein den Text von Friedrich Schillers Ode an die Freude in die Ode an die Freiheit geändert. "Ich bin sicher, Beethoven würde uns zustimmen", sagte Bernstein.

Werke


  • Orchesterwerke

  • Opern
  • Musicals
  • Kammermusik
    • Klarinettensonate (1941/1942)
    • Brass music (1959)
  • Filmmusik
  • andere Werke
    • Mass
    • Lieder: Peter Pan
    • Lied in: The Madwoman of Central Park West
    • Liederzyklus: I Hate Music
  • Bücher
    • The Joy of Music (dt. Freude an der Musik)
    • Young People's Concerts (dt. Konzert für junge Leute)
    • The Infinite Variety of Music (dt. Von der unendlichen Vielfalt der Musik)
    • The Unanswered Question (dt. Musik - die offene Frage)
    • Findings (dt. Erkenntnisse)

  • Einspielungen
Candide: Leonard Bernstein als Dirigent, New York Philharmonic (28. Oktober 1997). Referenzaufnahme 1956.

Weblinks


  • Biografie und Diskografie bei "KlassikAkzente" (Veröffentlichungen gänzlich anhörbar als RealAudio)
  • http://www.leonardbernstein.com/ - The Official Leonard Bernstein Site
  • http://memory.loc.gov/ammem/lbhtml/lbhome.html - The Leonard Bernstein Collection, Library of Congress
  • http://www.bernstein-berlin.de/ - Leonard-Bernstein-Gymnasium in Berlin-Hellersdorf

Literatur


  • Humphrey Burton: Leonard Bernstein.
    Englisch: Doubleday, 1994, ISBN 0385423454 (Hardcover)
    Englisch: Anchor, 1995, ISBN 0385423527 (Softcover)
    Deutsch: Knaus Albrecht, 1994, ISBN 3813502171

Quellen


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