Leo Kirch (* 21. Oktober 1926 in Fahr heute zu Volkach) ist ein deutscher Medienunternehmer.
Als Filmrechtehändler stieg Leo Kirch seit den 1960er Jahren zu einem der wichtigsten und einflussreichsten Medienunternehmer Deutschlands auf. Sein erster Film war La Strada von Federico Fellini, den er 1956 persönlich aus Italien holte. Er baute ein komplexes und unübersichtliches Unternehmen mit zahllosen Töchtern und Beteiligungen auf. Das ZDF war jahrzehntelang völlig von ihm abhängig und besaß keine eigenen Hollywood-Kontakte. Um sich nicht völlig von einem Filmhändler abhängig zu machen, wollte man auch auch von anderen Filme kaufen, bis herauskam, dass auch diese anderen Firmen zu Kirch gehörten. Als mit Aufkommen des Privatfernsehens der Sender Kirch als Konkurrenz auffasste und keine Geschäfte mehr mit ihm machte, liefen für einige Jahre keine bedeutenden Spielfilme mehr im ZDF.
1985 erwarb Leo Kirch eine Beteiligung am Axel-Springer-Verlag, Ende der 1980er Jahre stieg er bei dem Fernsehsender SAT.1 ein, Mitte der 1990er Jahre gründete er den Bezahlfernsehanbieter DF1 (heute Premiere). Zu diesem Zeitpunkt kontrollierte Leo Kirch über seine verschiedenen Beteiligungen große Teile des deutschen und einen Teil des europäischen Medienmarktes.
Kirchs Sohn Thomas Kirch war Mitgesellschafter bei ProSieben, der aus dem Sender Eureka TV 1989 hervorgegangen war.
Bereits in den 90er Jahren gab es immer wieder Berichte über Finanzschwierigkeiten der Kirch-Gruppe bis zum Rande der Insolvenz. Gründe waren zu große Investitionen in das Bezahlfernsehen aufgrund einer Fehleinschätzung. In anderen Ländern Europas konnte Pay-TV gewinnbringend betrieben werden, weil es nur wenige frei empfangbare Kanäle gab. Kirch hingegen versuchte, seine Filmvorräte gleich in mehreren Sendern im Free-TV zu vermarkten als auch auf Premiere. Viele Filme und Serien wurden sogar zeitnah auf Premiere und einem Free-Tv-Sender ausgestrahlt. Dieses Überangebot sorgte für schwache Absatzzahlen. Außerdem war der Premiere-Decoder leicht zu knacken, so dass es viele nicht zahlende Schwarzseher gab. Kirch pumpte zusätzlich enorme Geldmengen in die Fußball-Bundesliga, was dazu führte, daß dort selbst mittelmäßige Spieler Millionengehälter verdienen konnten. Im Jahr 2002 wurden erneute Zahlungsschwierigkeiten der Kirch-Gruppe bekannt. Im April 2002 stellte KirchMedia einen Insolvenzantrag, Leo Kirch zog sich aus dem Unternehmen zurück, behielt aber umfangreiche Beteiligungen an Firmen in der Schweiz, die nicht in die Insolvenzmasse fielen. Die Insolvenz der KirchMedia stellt die größte Insolvenz eines Unternehmens in der Deutschen Nachkriegsgeschichte dar.
Im Jahre 2002 verklagte Kirch die Deutsche Bank, da sie nach seiner Ansicht eine Schuld an der Insolvenz trägt. Diese Schuld soll sich aus der Äußerung von Rolf-E. Breuer, dem damaligen Vorstandssprecher der Deutschen Bank herleiten. Dieser hatte im Fernsehen gesagt, dass es allgemein bekannt sei, dass Kirch keine Kredite mehr bekomme. Nach Auffassung Kirchs hat diese Äußerung die darauf folgende Kündigung seiner Kredite durch alle anderen Banken bewirkt. Nachdem der BGH am 24. Januar 2006 * entschieden hat, daß nur der Gesellschaft, die bei der Deutschen Bank den Kredit aufgenommen hatte (PrintBeteiligungs GmbH), nicht aber Kirch oder anderen Gesellschaften der KirchGruppe Schadenersatz grundsätzlich zusteht, plant Kirch eine Leistungsklage gegen die Deutsche Bank.
Kirch gilt als öffentlichkeitsscheu, jahrelang gab es nur ein einziges bekanntes Foto aus großer Entfernung. Leo Kirch leidet an Diabetes und ist mittlerweile infolge dieser nahezu erblindet.
Mann | Deutscher | Unternehmer (Dienstleistung) | Geboren 1926
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