Leo Baeck (* 23. Mai 1873 in Lissa; † 2. November 1956 in London), war ein Rabbiner und bekannter Vertreter des deutschen liberalen Judentums.
Am 1. Weltkrieg nimmt er als Feldrabbiner teil. In der Weimarer Republik wird er zum bekanntesten Vertreter des liberalen deutschen Judentums und übernimmt mehrere repräsentative Ämter in jüdischen Organisationen, wie der deutschen Sektion von B'nai B'rith. Ab 1925 ist er Vorsitzender des Wohlfahrtsverbandes "Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden".
Unter dem Nationalsozialismus wird Baeck 1933 Präsident der Reichsvertretung der Deutschen Juden, die eine Dachorganisation der jüdischen Organisationen darstellt und zu deren Leitung er mit seinen Fähigkeiten zu vermitteln besonders geeignet war. Die Aufgaben der Reichsvertretung in der Zeit der schwersten antisemitischen Verfolgung reichen von der humanitären Unterstützung für die verelendete jüdische Bevölkerung, der Bildung für die aus den Schulen getriebenen Schülerinnen und Schüler bis zur Unterstützung bei der Auswanderung. Die Nazis entziehen durch die Einbindung der Reichsvertretung ab 1939 anderen jüdischen Einrichtungen die Selbständigkeit und versuchen über die Gestapo die Aktivitäten direkt zu kontrollieren. Auch unter diesem Druck lehnt er Angebote zur Emigration ab und unterhält Kontakte zur Widerstandsgruppe um Carl Friedrich Goerdeler. 1943 wird Baeck wie die meisten anderen Vertreter der Reichsvertretung in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Dort wird er Mitglied im Ältestenrat und kümmert sich unter schwierigsten Bedingungen um die Gemeinde. Er überlebt den Holocaust und geht als Präsident der "Weltunion für progressives Judentum" nach London. 1948 übernimmt er zudem eine Professur am "Hebrew Union College" in Cincinnati.
Der Name Leo Baeck wird heute von einer Vielzahl von Institutionen als Erinnerung an ihn im Namen verwendet: Schulen, Logen, Synagogen und Gemeindezentren auf der ganzen Welt. Hier sind einige wichtige Einrichtungen genannt.
Mann | Rabbiner | Person des Judentums | Jüdischer Theologe | Geboren 1873 | Gestorben 1956 | Überlebende des Holocaust
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