| Wappen Otzberg.png | Lengfeld Ortsteil von Otzberg |
Lengfeld im Odenwald ist ein Ortsteil der Gemeinde Otzberg. Der Ortsteil hat circa 2300 Einwohner.
Auch die Römer hatten eine frühere Siedlung an der Stelle an der heute das Ort Lengfeld sich befindet. Sie lebten zusammen mit Resten verschiedener germanischer Stämme, so nimmt man es an. Zunächst waren es einzelne Hofreiten (Gehöfte), daraus entstand das Haufendorf mit ringsherum gelegenen Straßenzügen. Die Römer herrschten bis 260, zu diesem Zeitpunkt wurde der Limes vom Osten her von den Alemannen überwunden. Die Römer zogen sich zurück bis in den Schwarzwald.
Um 750 gehörte das Gebiet zu Franken. 766 schenkte der Karolinger Pippin III, Vater von Karl der Große, die villa autmundistat mit Zubehör der Reichsabtei Fulda. Unter „Zubehör“ dürfte auch Lengfeld fallen.
Vermutlich übte bereits Pfalzgraf Konrad die Vogtei über den fuldaschen Besitz am Nordrand des Odenwaldes aus. Sicher ist, dass 1214 die fuldasche Obervogtei über Umstadt und Höchst an die Pfalzgrafen übergegangen ist.
Eine Erstnennung Lengfeld ist wesentlich später. Lengfeld wird als fuldascher Pfarrort 1244 in einer Urkunde erstmals erwähnt. Die Urkunde bestätigt das Ende des Streites zwischen der Pfarrgemeinde Lengfeld und dem Konvent des Klosters Höchst durch einen Vergleich.
Fulda löste das Gut 1374 wieder ein, versetzte noch im gleichen Jahr an den Grafen Ulrich von Hanau.
Im Jahr 1390 verkaufte der Abt Friedrich I. vom Kloster Fulda, mit der Hanauer Pfandschaft, Otzberg und die Hälfte von Umstadt an Pfalzgraf Ruprecht II.
Damit ist Lengfeld kurpfälzich und bleibt es zunächst bis 1504. In diesem Jahr ging Lengfeld an den Landgraf Wilhelm II. von Hessen. Im Streit um das Landshuter Erbe wird Pfalzgraf Philipp wegen Landfriedensbruch die Reichsacht von Kaiser Maximilian erklärt. Landgraf Willhelm II von Hessen nimmt militärisch das Amt Otzberg ein. Er zieht mit 20.000 Mann Fußvolk und 2.000 Reitern nach Südhessen und macht Huppenheim und Wächterstbach (beides Wüstungen) dem Erdboden gleich, Lengfeld wird dabei auch seinen Teil abbekommen haben.
Schon 1507 geht Lengfeld wieder an die Pfalz zurück. Der Pfalzgraf hat sich wieder mit seinem König versöhnt.
Der damalige Landheer, Kurfürst Friedrich V., lässt sich 1619 zum böhmischen König wählen, da aber auch sein Kaiser Interesse an dem Titel hatte, wollte er es militärisch erzwingen. König Friedrich I. von Böhmen verlor die Schlacht und wurde mit der Reichsacht bestraft, seine Krone war weg. Lengfeld wurde 1626 den Landgraf Ludwig V. von Hessen-Darmstadt geschenkt
Bis zum Ende des Dreißigjähriger Krieg blieb Lengfeld hessisch. Der Westfälischer Friede spricht dem neuen Pfalzgrafen Karl I. Ludwig die alten Gebiete zurück.
1653 gehört, durch Aussterben der pfälzerischen Linie, Lengfeld zur Herrschaft des Herzogtum Pfalz-Neuburg. Daran erinnert noch der Wappenstein am Alten Fachwerk-Rathaus, aus dem Jahre 1717, dort zu sehen ist noch das Wappen des Herzogtum Pfalz-Neuburg.
Lengfeld war bis Mitte des 19. Jahrhundert ein hauptsächlich landwirtschaftlich geprägter Ort. Als 1871 die Odenwaldbahn fertig gestellt wurden und mit dem Betrieb begann war das ein bedeutendes Ereignis für Lengfeld, das Lengfeld zu einem wirtschaftlichen Aufschwung verholfen hat auch die Einwohnerzahl in die Höhe ging.
1972 wurde Lengfeld mit Zipfen in der Gemeinde Otzberg eingegliedert. Durch die geografische Lage innerhalb der Gemeinde hat Lengfeld eine besondere Stellung, so befindet sich die Gemeindeverwaltung und auch die Otzbergschule in Lengfeld. Im Gewerbebereich hat sich in Lengfeld in den letzten Jahren einiges getan, so wurde ein Gewerbegebiet mit 15 ha ausgewiesen, wo die verschiedensten Firmen eine neue Heimat gefunden haben.
Gegen Ende des 18. Jahrhundert wurden bayerische Steinhauer von der kurpälzischen-bayrischen Regierung nach Zipfen geschickt.
Ein Denkmal, das für die Heimatgeschichte des gesamten Odenwaldes wichtig ist, steht am Ortsausgang von Zipfen. Die ehemalige Ziegelhütte. Im Vorderhaus, im Gasthof Becker, trafen sich 1882 71 Vertreter aus allen Kreisen der Bevölkerung Hessens und gründeten den Odenwaldklub, als einer der ersten deutschen Wandervereine.
Vor dem freiwilligen Zusammenschluss zur Gemeinde Otzberg 1972 gehörte dem Weiler Zipfen zur Gemeinde Lengfeld.
Das Orte Huppelnheim, das erstmals 1220 als Hufilheim genannt wurde. Es lag zwischen Lengfeld und Nieder-Klingen, wurde 1504 in der bayerisch-kurpfälzischen Fehde (Bairischen Fehde) von den Truppen des Landgrafen Wilhelm II von Hessen zerstört und die Gemarkung zwischen Lengfeld und Nieder-Klingen aufgeteilt. Dieser Feldzug brachte dem Landgrafen den Beinamen „hessischer Brandmeister“ ein. Die Dörfer des Amtes Otzberg wurden niedergebrannt. Das Städtchen Hering hatte er in Schutt und Asche legen lassen, um die Burg zur Übergabe zu zwingen. 1507 kam das Amt Otzberg wieder zur Pfalz. Die zerstörten Dörfer wurden wieder aufgebaut – nur Huppelnheim nicht. Warum, das liegt im Dunkeln.
Auch ein Ort Unrode war vorhanden. 1425 als Vnrade vnwige Oczberg erwähnt. Es war am Fuße des Otzbergs nahe Wiebelsbach gelegen. Es brannte im Dreißigjähriger Krieg ab. Seinen Namen im Dreißigjähriger Krieg dürfte wohl das um 1661 benutzes Wort Unterrodt sein. Später wurde es als Unterrod (1741) bezeichnet.
Lange und schmale Felder ergaben sich durch den noch in römischer Zeit eingeführten neuen Pflug, der die Erde umdreht und nicht bloß aufreißt. Man brauchte also nur noch in eine Richtung zu pflügen. Mit dem alten Hakenpflug musste man kreuz und quer zackern. Das gab "breite", quadratische Felder.
Bevor in Lengfeld ein zentrales Wassernetz installiert wurde, entnahmen die Lengfelder das wichtige Gut aus gemeindeeigenen Brunnen und öffentlichen Pumpen. Es gab insgesamt 6 Brunnen in Lengfeld.
Die 4 "unteren" Brunnen wurden durch die Quelle im Bereich der Hinterbäch, nördlich des Rückhaltebeckens, gespeist. 1832 befinden sich dort sieben Quellstuben.
Die 3 oberen Brunnen wurden aus Quellen nahe der Provinzial Straße nach Hering gespeist.
Aufstellorte der Lengfelder Brunnen:
Von den Lengfelder Wahrzeichen, den Laufbrunnen sind noch zwei erhalten, einer noch in seiner ursprünglichen Form. Der Borngassenbrunnen ist auf dem Lengfelder Wappen zu erkennen, er muß zwischen 1755 und 1829 errichtet worden sein.
Der zweite Brunnen wurde aus Abbruchstücken, des Brunnen am katholischen Schulhaus, 1950 nach verlegung der Wasserleitung erbaut. Nur noch ein Teil des Brunnenstocks sind von dem einst "schönsten" Brunnen, wie ihn alte Lengfelder nennen, vorhanden. Der Brunnen wurde 1846 erbaut und stand nur 100 Jahre.
Weiter ergeben sich folgende Einwohnerzahlen:
| 1573 | 260 Einwohner | 1829 | 895 Einwohner | 1961 | 1.747 Einwohner |
| 1608 | 320 Einwohner | 1846 | 1.075 Einwohner | 1979 | 1.855 Einwohner |
| 1633 | 239 Einwohner | 1879 | 1.165 Einwohner | 1990 | 2.020 Einwohner |
| 1636 | 6 Einwohner | 1919 | 1.520 Einwohner | 1996 | 2.156 Einwohner |
| 1640 | 130 Einwohner | 1925 | 1.473 Einwohner | 2001 | 2.100 Einwohner |
| 1671 | 183 Einwohner | 1939 | 1.400 Einwohner | 2005 | 2.318 Einwohner |
| 1768 | 469 Einwohner | 1946 | 1.969 Einwohner | ||
| 1814 | 863 Einwohner | 1950 | 1.957 Einwohner |
1636 zählte Lengfeld nur noch 6 Einwohner, das beruht auf einen Besuch der "Schweden" zur Zeiten des Dreißigjähriger Krieg, schon 1633 hat die Einwohnerzahl durch den Krieg abgenommen. Während des Zweiter Weltkrieg stieg die Zahl der Einwohner Lengfeld stark an, dies war die Folge durch zuzug von Ausgebomten, Evakuierten und Flüchtlinge.
In der Blasionierung heißt es: Schwarzer zweirohriger wasserspendender Brunnen im goldenen Feld. Die Farbe Schwarz und das Metall Gold spielen auf die langjährige Zugehörigkeit zur Kurpfalz an.
In der Liste der Lengfelder Bürgermeister stehen allen bekannten Bürgermeister.
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