| Lemuren | ||||||||||||
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| : | Säugetiere (Mammalia) |
| : | Höhere Säugetiere (Eutheria) |
| : | Euarchontoglires |
| : | Primaten (Primates) |
| : | Feuchtnasenaffen (Strepsirhini) |
| : | Lemuren |
Lemuren sind auf der Insel Madagaskar und der benachbarten Inselgruppe der Komoren beheimatet.
Lemuren sind schlanke Tiere mit langen, dicht behaarten Schwänzen. Ihr Fell ist weich und manchmal gemustert. Lemuren sind eichhörnchen- bis katzengroß, erreichen eine Kopfrumpflänge von 26 bis 45 cm und eine Schwanzlänge von 28 bis 60 cm. Sie wiegen bis zu fünf Kilogramm, besitzen einen langen, meist buschigen Schwanz. Ihre Vordergliedmaßen sind kürzer als ihre Hintergliedmaßen. Weibchen und Männchen erreichen etwa die gleiche Größe. Die meisten Lemuren sind nachtaktive Baumbewohner und besitzen große nach vorne gerichtete Augen mit einer reflektierenden Schicht um Nachts besser sehen zu können (ähnlich den Katzen).
Lemuren leben meist auf Bäumen und können mühelos von einer Baumkrone zur anderen springen. Neben gänzlich baumbewohnenden Arten gibt es auch Lemuren (wie den Katta), die des öfteren auf den Boden kommen. Auch hinsichtlich der Hauptaktivitätszeit lassen sich keine genauen Angaben machen, sie können sowohl tag- als auch nachtaktiv sein. Lemuren leben meist in kleinen bis mittelgroßen Gruppen zusammen.
Lemuren sind vorwiegend Pflanzenfresser, die sich von Blüten, Früchten und Blättern ernähren. Besonders die Samen der Tamarinden stehen auf der Speisekarte der Lemuren. Gelegentlich nehmen sie auch Insekten und Vogeleier zu sich.
Die Abholzung der Regenwälder Madagaskars (u.a. zur Herstellung von Holzkohle) und die damit verbundene Einengung des Lebensraumes stellen die größte Bedrohung für die Lemuren dar. Acht der 10 Arten sind zumindest gefährdet, der Breitschnauzen-Halbmaki ist stark bedroht. 1987 wurde das Beza-Mahafaly-Reservat auf Madagaskar eingerichtet, um den Fortbestand der verschiedenen Lemurenarten zu sichern.
Die Lemuren waren Geisterwesen der Römischen Religion. Sie waren Manen, also Totengeister, die keine Grabstätte bekommen hatten oder zu ihren Lebzeiten Straftaten begangen hatten. Auch eine Vernachlässigung im Kult konnte eine Wandlung der Manen zu Lemuren mit sich bringen. Die Wirkung waren schlechte Träume. Im alten Rom wurden am 9., 11. und 13. Mai die Lemurien gefeiert, ein Fest zur Ehrung und Versöhnung der Lemuren. Sie sind mit den griechischen Lamien verwandt.
In Goethes Faust II werden sie von Mephistopheles herbeizitiert:
Herbei, herbei! Herein, herein!
Ihr schlotternden Lemuren,
Aus Bändern, Sehnen und Gebein
Geflickte Halbnaturen.
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