| Lemminge | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| : | Nagetiere (Rodentia) |
| : | Mäuseverwandte (Myomorpha) |
| : | Mäuseartige (Muroidea) |
| : | Cricetidae |
| : | Wühlmäuse (Arvicolinae) |
| : | Lemminge |
Die Lemminge sind vor allem bekannt für ihre regelmäßig wiederkehrende Massenvermehrung und ihre Wanderungen (Lemmingzüge), bei denen sie oft auch an der Meeresküste nicht Halt machen. Sogar schwimmend vermögen sie geographische Hindernisse zu überwinden.
Nicht eindeutig geklärt ist, wie es zu der regelmäßig alle 3 bis 5 Jahre stattfindenden explosionsartigen Massenvermehrung kommt. Nach den Untersuchungen des 1991 verstorbenen Ökologen Charles Elton betätigen sich die Lemminge als "flinke, fleißige Mähmaschinen", die die in der pflanzenarmen Tundra nur spärlich zur Verfügung stehenden Moose, Gräser und Wurzeln abgrasen. Jedoch taugt nur rund ein Drittel des von ihnen aufgenommenen Pflanzenmaterials zur Energiegewinnung, der Rest verlässt ungenutzt den Verdauungstrakt, was zu einer stattlichen Kotschicht im Lemmingland führt. Das begrenzte Nahrungsangebot stellt wohl einen Regulator der geheimnisvollen Populationszyklen dar. Der mit dem Populationswachstum verbundene Futtermangel bremst ein weiteres Wachstum, es kommt zu einer vermehrten Konkurrenz um die spärliche Nahrung und zu Stress und aggressivem Verhalten unter den Tieren, was sich negativ auf den Hormonhaushalt und die Fortpflanzungsrate auswirkt; die Würfe werden kleiner. Stress schwächt zudem während eines Dichtegipfels das Immunsystem der Tiere und sie werden anfälliger für Infektionen und Parasiten. Etliche Tiere verhungern im Extremfall. Bei geringerer Populationsdichte erholt sich die Vegetation wieder, was dann allerdings auch wieder die Zahl der Lemminge anwachsen lässt. So kommt es zu ständigen periodischen Populationsschwankungen.
Um die periodische Massenvermehrung der Lemminge abzuwehren, hat das Gras, von dem sich die Lemminge ernähren, eine besondere Waffe entwickelt. Alle paar Jahre wird über große Flächen alles Gras giftig. Die Lemminge finden in diesen Jahren plötzlich zu wenig Futter und versuchen deshalb aus diesen Gebieten in Nachbargebiete abzuwandern. Es kommt zu den bekannten Wanderungsbewegungen in alle möglichen Richtungen.
Der Tribus der Lemminge umfasst nach heutiger Ansicht drei Gattungen:
Diese drei Gattungen bilden eine monophyletische Gruppe, die wahrscheinlich einen frühen Zweig der Wühlmäuse repräsentieren. Darüber hinaus wurden auch nicht verwandte Gattungen und Arten gelegentlich als Lemminge bezeichnet, wenn sie die typischen Merkmale eines gedrungenen Körpers, eines stummelartigen Schwanzes und kleiner Ohren aufwiesen. So heißen Halsbandlemminge, Steppenlemminge und Mull-Lemminge dem Namen nach "Lemminge", gehören aber anderen Tribus der Wühlmäuse an.
Siehe auch: das Computerspiel Lemmings
Lemming | Lemming | Sopulit | Lemming | Lemmingen | Lemen | Leming | Lêmingue | Лемминг
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"Lemminge".
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