Als Leitwährung bezeichnet man eine im internationalen Gebrauch bedeutsame Währung. Die internationale Bedeutung einer Währung kann daran bemessen werden, inwiefern sie als Transaktions- und Reservewährung von den handelnden Akteuren genutzt wird.
Derzeit ist der US-Dollar die weltweit wichtigste Leitwährung (Weltleitwährung). Von manchen Ökonomen wird er sogar als Weltwährung bezeichnet. Die im internationalen Vergleich zweitbedeutsamste Währung ist der Euro.
Darüber hinaus gewinnt ein Land in den relevanten internationalen Behörden (G20, IWF etc.) tendenziell an Einfluss, sofern seine Währung internationale Bedeutung hat.
Als Reservewährung bezeichnet man in der Regel eine von den Zentralbanken für Währungsreserven genutzte Währung. Laut einer Studie der Europäischen Zentralbank erhöhte sich der Anteil des Euro an den weltweiten Währungsreserven von 13 % im Jahr 2001 auf 16,4 % im Jahr 2002 und auf 18,7 % im Jahr 2003, während gleichzeitig der US-Dollar-Anteil von 68,3 % (2001) auf 67,5 % (2002) und 2003 auf 64,5 % sank. Allgemein wird von einem weiteren Rückgang der Bedeutung des US-Dollar als Weltreservewährung, sowie von einer steigenden Bedeutung des Euro in dieser Eigenschaft ausgegangen.
Die meisten Rohstoffe werden heute in US-Dollar abgerechnet - so auch der ökonomisch sehr bedeutsame Handel mit Erdöl. Das hierfür verwendete Geld wird auch als Petrodollar bezeichnet. Aus der Dollarfakturierung des Erdöls lassen sich zwei Bedeutungen ableiten:
Erstens hat die große und konstante Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Rohöl einerseits zur Folge, dass der Wechselkurs jeden Landes gegenüber dem US-Dollar eine entscheidende ökonomische Größe ist - schließlich beeinflusst er in großem Maß die Rohstoffpreise eines Landes.
Zweitens verursacht die fast ausschließliche Dollarfakturierung bilanztechnisch Verbindlichkeiten der US-Zentralbank Federal Reserve gegenüber den erdölexportierenden Ländern in enormem Umfang, da diesen Ländern durch den Ölexport große Dollarbestände zufließen.
Für gesicherte Aussagen ist es aber noch zu früh: Der Prozess der Ablösung des Pfund durch den US-Dollar hat mehrere Jahrzehnte gedauert; realistischerweise ist daher für eine Ablösung des US-Dollar durch den Euro eine ähnlich lange Zeitspanne zu erwarten. Zusätzlich hängt dieser Prozess von den langfristigen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ab, so zum Beispiel vom Erfolg der Lissabon-Strategie, die darauf ausgerichtet ist, die EU zum "wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftraum der Welt" zu machen, und von der zukünftigen wirtschaftlichen Bedeutung bevölkerungsreicher asiatischer Länder, wie beispielsweise Indien und China.
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