Drinking water.jpg Leitungswasser ist in Deutschland das am stärksten kontrollierte Lebensmittel und damit als Trinkwasser absolut brauchbar und empfehlenswert. In anderen Ländern ist die Trinkwasserqualität aufgrund der mangelnden Aufbereitung und Überwachung häufig schlechter. Gerade in beliebten Urlaubsgebieten wie Frankreich, Spanien und Portugal variiert die Qualität des Leitungswasser von „als Trinkwasser geeignet“ bis „Beim Verzehr in großen Mengen gesundheitsgefährdend“. Zum Kochen ist das Leitungswasser in Europa aber immer geeignet.
Ein wichtiges Kriterium für die Bewertung von Leitungswasser ist die örtliche Wasserhärte. Dies schwankt je nach Gebiet, in dem die Trinkwasserbrunnen liegen. Die Wasserhärte hat Einfluss auf die Verkalkung der Rohre und natürlich auch beim Waschen auf die benötigte Menge Waschmittel bzw. Wasserenthärter.
Qualitative Probleme beim Leitungswasser gibt es teilweise in Gebieten mit intensiver konventioneller landwirtschaftlicher Nutzung. Durch zu starken Gülleaustrag der Landwirte kann es in diesen Gebieten zu einer zu hohen Nitratbelastung des Wassers kommen, was dann z. B. für Säuglinge und Kleinkinder sowie für werdende und stillende Mütter gefährlich sein kann. In manchen Altbauten gibt es noch Bleirohre, die dann unter Umständen zu erhöhten Bleiwerten im Wasser führen können.
Die Qualität des Leitungswassers in Deutschland wird durch eine EU-Verordnung (Umsetzung bis 2013) und der deutschen Trinkwasserverordnung TVO geregelt. Die WHO hat ebenfalls eine Norm für Trinkwasser festgelegt. In diesen Verordnungen werden unter anderem die zu prüfende Mindestanzahl der Stoffe im Trinkwasser und die dazugehörigen zulässigen Grenzwerte (z.B. in µg/l) sowie die Häufigkeit der durchzuführenden Messungen festgelegt.
Mit einem einfachen Leitwert-Messgerät kann man eine Messung seines Trinkwassers bzw. Mineralwassers selber durchführen. Dieses Messgerät misst die Leitfähigkeit in µS/cm (mikroSiemens je Zentimeter) des Wassers. Damit lassen sich Rückschlüsse auf den Fremdstoffanteil im Trinkwasser ziehen.
Sauberes und reines Trinkwasser hat nach einem großen ärztlichen Lager einen Wert deutlich unter 80 µS/cm, wie es zum Beispiel Regen- oder reines Quellwasser hat. Die EU-Norm verlangt einen Wert bis zum Jahr 2013 von 400 µS/cm einzuhalten. Die Norm der WHO lässt einen maximalen Wert von 750 µS/cm zu. Die deutsche Trinkwasserverordnung dagegen lässt einen Grenzwert von 2500 µS/cm zu. Insbesondere nach der „Wende“ 1990 wurde dieser Wert von 1000 µS/cm auf 2000 µS/cm verdoppelt. 2001 wurde dieser Wert dann nochmals auf 2500 µS/cm erhöht. Relativ gesehen wurde das Trinkwasser immer „besser“, da sich durch die Heraufsetzung des Grenzwertes auf zuletzt 2500 µS/cm dieser immer weiter vom jeweiligen Istwert der einzelnen Regionen entfernt. Zusätzlich verlangen die Trinkwasserverordnungen, dass eine bestimmte Anzahl von den im Wasser möglichen Stoffen auf ihre Grenzwerte hin geprüft werden müssen. Im Wasser können ca. 1500 Stoffe gefunden werden. Die WHO verlangt, dass 200 Stoffe wegen ihrer Auswirkung auf die Gesundheit geprüft werden müssen. Nach TVO müssen minimal 33 im Wasser befindlicher Stoffe auf ihre Grenzwerte hin geprüft werden.
Die größte Gefahr geht von den verwendeten Wasserrohren aus. Bis 1990 wurde in Deutschland für große Wasserleitungsrohre Asbestzementrohre verwendet. Bis 1960 wurden in Häusern noch Bleirohre verwendet. Blei kann beim Menschen verschiedenste Krankheitsbilder hervorrufen. Insbesondere Babys und Kinder sind durch derart belastetes Trinkwasser gefährdet. Theoretisch können Medikamente im Rahmen des Wasserkreislaufs auch wieder in das Trinkwasser gelangen. Insbesondere Babys und Kinder können von mit Kupfer belastetem Trinkwasser gefährdet sein, eine Abgabe aus dem Rohr an das Trinkwasser ist aber kaum möglich.
Nach Ausbringung von Gülle durch die Landwirtschaft kommt es in Deutschland stellenweise zu erhöhten Nitratbelastungen
Legionellen bilden sich in lauwarmen Wasser. Auch in Deutschland gab es Probleme insbesondere in Krankenhäusern und Hotels. Legionellen verursachen die möglicherweise tödlich verlaufende Legionärskrankheit.
Das Trinkwasser belastende Stoffe, auch Keime, können mit dem Einsatz einer Molekularfiltrationsanlage bzw. Osmoseanlage entfernt werden. Diese Geräte werden schon lange in der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie eingesetzt, es sind auch Geräte für Privathaushalte verfügbar.
Ein weiteres Kriterium, welches die Trinkwasserqualität direkt beeinflusst, ist eine ausreichende und ständige Entnahme des Wassers aus den Versorgungsleitungen. Sind diese nicht mehr gegeben, besteht ein hohes Risiko der Keimbildung. Solchen Problemen wirken die Wasserversorger mit Spülungen und Notentnahmen entgegen. Ein gutes Beispiel hierzu ist Rostock. Hier ist der Trinkwasserverbrauch in den letzten Jahren auf unter 100 Liter pro Tag und Einwohner gesunken und benötigt somit regelmässige Entnahmen durch die Wasserversorger. In den letzten Jahrzehnten wurde der Wasserverbrauch stets auf 150 bis 200 Liter pro Tag und Einwohner kalkuliert, der reale Verbrauch in Deutschland liegt bei 125 Liter pro Tag und Einwohner.
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