| Wappen | Karte |
|---|---|
| Coat of arms of Leipzig.svg | Lage der kreisfreien Stadt Leipzig in Deutschland.png |
| Leitspruch | |
| Leipzig kommt! (1992–2002) | |
| Leipziger Freiheit (seit 2003) | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Sachsen |
| Regierungsbezirk: | Leipzig |
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt |
| Fläche: | 297,60 km² |
| Einwohner: | 502.053 (30. November 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.682 Einwohner je km² |
| Ausländeranteil: | 6,3% |
| Arbeitslosenquote: | 18,9% (31. Mai 2006) |
| Höhe: | 113 m ü. NN |
| Geographische Lage: | |
| Postleitzahlen: | 04003–04357 (alt: 70xx) |
| Vorwahl: | 0341 |
| Kfz-Kennzeichen: | L |
| Gemeindeschlüssel: | 14 3 65 000 |
| UN/LOCODE: | DE LEJ |
| Stadtgliederung: | 10 Stadtbezirke mit 63 Ortsteilen |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Neues Rathaus Martin-Luther-Ring 4-6 04109 Leipzig |
| Offizielle Website: | leipzig.de |
| Politik | |
| Oberbürgermeister: | Burkhard Jung (SPD) |
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(sorbisch: Lipsk, gleichlautend aus dem Altsorbischen abgeleitet mit der Bedeutung Linden-Ort) ist mit mehr als einer halben Million Einwohner die bevölkerungsreichste und flächenmäßig zweitgrößte Stadt in Sachsen.
Im Jahre 1165 verlieh Markgraf Otto der Reiche von Meißen Leipzig das Stadtrecht und das Marktprivileg. Die Einwohnerzahl Leipzigs überschritt etwa 1870 die Grenze von 100.000, wodurch sie offiziell den Status einer Großstadt erhielt. Die Stadt gehört zu den sechs Oberzentren Sachsens. Gegenwärtig hat Leipzig den Status einer kreisfreien Stadt und ist Sitz des Regierungsbezirks Leipzig.
Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort Mitteleuropas geht auf das Jahr 1190 zurück. Neben Frankfurt am Main ist die Stadt ein historisches Zentrum des Buchdrucks und -handels. Außerdem befinden sich in Leipzig eine der ältesten deutschen Universitäten sowie weitere Hochschulen und Fachhochschulen.
Leipzig ist ein Kern des Ballungsraums Leipzig-Halle und damit Teil der Metropolregion Sachsendreieck. Die Stadt ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und bildet einen der wirtschaftsstärksten Räume der neuen Bundesländer.
In der Nähe liegende Großstädte sind Halle (etwa 30 km nordwestlich), Chemnitz (etwa 70 km südlich), Dresden (etwa 100 km südöstlich), Erfurt (etwa 100 km südwestlich), Magdeburg (etwa 100 km nordwestlich) und Berlin (etwa 145 km nördlich). Leipzig liegt fast im Schwerpunkt der drei benachbarten Landeshauptstädte Dresden, Magdeburg und Erfurt.
Durch die Stadt fließt die Weiße Elster, in die hier die Pleiße und die Parthe münden. Aus der Weißen Elster entspringt im Stadtgebiet mit der Luppe ein zweiter Flusslauf. Mit Leipzig wird aber vor allem die Pleiße in Verbindung gebracht, da sie unmittelbar am Stadtzentrum vorbeifließt.
Die höchsten Erhebungen Leipzigs sind der Monarchenhügel (159 m), der künstlich aufgeschüttete Fockeberg (153 m) sowie der knapp außerhalb der Stadtgrenze liegende Galgenberg (163 m).
In den 1950er Jahren wurden die Mühlpleiße und ein Teil des Elstermühlgrabens – im Mittelalter für den Betrieb von Mühlen teilweise künstlich angelegte Nebenarme der beiden Flüsse – wegen der Verschmutzung durch Industrieabwässer aus der Braunkohleverarbeitung südlich von Leipzig verrohrt und teilweise auch zugeschüttet, sodass Leipzig seinen Charakter als Flussstadt teilweise verlor. Die Einleitung der hochgiftigen Abwässer führte dazu, dass die Flüsse und die meisten Seen biologisch tot waren. Seit den 1990er Jahren werden beide Flussläufe nach und nach wieder freigelegt.
Neben der Gewässerverunreinigung brachte die Braunkohlebefeuerung veralteter Industrieanlagen und Kraftwerke, die teilweise noch Vorkriegsstandard entsprachen, sowie häuslicher Ofenheizungen eine sehr starke Luftverschmutzung mit sich. Die schwefel- und phenolreiche Luft und der damit einhergehende saure Regen griff Teile der Bausubstanz, insbesondere die aus Sandstein, an. In den 1970er und 1980er Jahren galt Leipzig als eine der mit Umweltgiften am meisten belasteten Großstädte Europas. Pseudokrupp war eine der häufigsten Kinderkrankheiten. Nach der Wende führte die Stilllegung der Altindustrie und die Modernisierung von Kraftwerken und häuslichen Heizungsanlagen sehr schnell zu erheblich verbesserten Wasser- und Luftverhältnissen und einer sichtbaren Gesundung der Tier- und Pflanzenwelt. Leipzig zählt heute mit seinen zahlreichen Stadtparks wie beispielsweise dem zentrumsnahmen Clara-Zetkin-Park, zahlreichen neu geschaffenen Parkanlagen in den Wohngebieten und den traditionellen Schrebergartenvereinen mit einem Grünflächenanteil von etwa 50 Prozent und einem Waldanteil von etwa sieben Prozent zu den grünsten Städten Deutschlands.
Anfang der 1990er Jahre wurde der Braunkohleabbau gestoppt und mit der Rekultivierung der Tagebaurestlöcher und der Renaturierung des Umfeldes begonnen. Inzwischen sind aus den gefluteten Tagebauen mehrere Seen mit guter Wasserqualität entstanden. Weitere Tagebaue befinden sich noch in der Flutung. Der Cospudener See liegt dem Leipziger Stadtzentrum am nächsten und dient bereits als sehr gut erschlossenes Naherholungsgebiet. Der so entstehende großflächige Erholungsraum wird als „Leipziger Neuseenland“ auch touristisch vermarktet.
Die nachfolgenden Gemeinden grenzen an die Stadt Leipzig. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:
Etwa 900 n. Chr. wurde an beiden Ufern der Parthe eine slawische Siedlung angelegt, wie Grabungen von Herbert Küas im Gebiet des heutigen Matthäikirchhofs bestätigten. Erstmals erwähnt wurde Leipzig 1015, als Thietmar von Merseburg von einer urbs Libzi berichtete (Chronikon VII, 25). Als Gründungsjahr der Stadt gilt das Jahr 1165, in dem Markgraf Otto der Reiche von Meißen dem Ort an der Kreuzung der Via Regia mit der Via Imperii das Stadtrecht und das Marktprivileg erteilte.
Im Jahre 1409 wurde die „Alma mater Lipsiensis“, die Universität Leipzig als zweitälteste Universität auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland, gegründet. 1519 trafen sich Martin Luther und Johannes Eck, ein Hauptgegner der Reformation in der Pleißenburg zur Leipziger Disputation. 1539 wurde die Reformation endgültig durch Luther und Justus Jonas in Leipzig eingeführt.
Leipzig erwarb sich den Spitznamen „Klein Paris“, als die fortschrittsbewusste Messestadt im Jahr 1701 mit einer Straßenbeleuchtung ausgestattet wurde und sich fortan mit der mondänen Seine-Metropole vergleichen konnte.
Im Jahre 1813 fand die berühmte Völkerschlacht bei Leipzig statt, bei der im Zuge der so genannten Befreiungskriege die gegen Napoleon verbündeten Heere der Österreicher, Preußen, Russen und anderer Frankreich und seinen Verbündeten, darunter das Königreich Sachsen, den napoleonischen Truppen eine der entscheidendsten Niederlagen beibrachten.
1839 wurde die Leipzig-Dresdner Eisenbahn als erste deutsche Fernbahnstrecke eröffnet. Leipzig entwickelte sich allmählich zum wichtigsten Verkehrsknotenpunkt in Mitteldeutschland, was sich auch darin äußerte, dass der damals nach Mailand größte Kopfbahnhof Europas von 1902 bis 1915 in Leipzig entstand.
Infolge der Industrialisierung, aber auch vielfältiger Eingemeindungen der Vororte, stieg am Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungszahl rasant an. 1871 wurde Leipzig mit 100.000 Einwohnern Großstadt.
Im Jahr 1900 wurde der Deutsche Fußball-Bund in Leipzig gegründet. Der VfB Leipzig wurde 1903 erster deutscher Fußballmeister.
Leipzig war seit 1888 Sitz des Reichsgerichts. Hier fand auch 1933 der Prozess um den Reichstagsbrand statt.
Am 18. April 1945 befreiten Einheiten der 3. US-Armee die Stadt. Auf Grund des 1. Londoner Zonenprotokolls von 1944 und der Beschlüsse der Konferenz von Jalta übernahm am 2. Juli 1945 die Rote Armee Leipzig und die Stadt wurde Teil der sowjetischen Besatzungszone. Die sowjetische Militäradministration bildete den „Rat der Stadt“ und die Stadtverordnetenversammlung, deren Zusammensetzung mit Gründung der DDR von der SED diktiert wurde.
Leipzig Bahnhofsvorplatz-1986.jpg
Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ die wirtschaftliche Bedeutung Leipzigs in Folge der Zugehörigkeit zur sowjetischen Besatzungszone bzw. zur DDR stark nach, was sich auch in einem kontinuierlichen Rückgang der Einwohnerzahl äußerte. Während der DDR-Zeit war Leipzig Hauptstadt des Bezirks Leipzig und bevölkerungsmäßig die zweitgrößte Stadt der Deutschen Demokratischen Republik.
1989 leiteten die von der Nikolaikirche ausgehenden Montagsdemonstrationen mit das Ende der DDR ein.
Am 12. April 1996 wurde mit einem Festakt das neue Messegelände eröffnet, das als modernstes Ausstellungs- und Kongresszentrum Europas in knapp dreijähriger Bauzeit errichtet wurde. Heute ist Leipzig immer noch als Messe-, Medien- und Universitätsstadt bekannt, wenn auch die Bedeutung geringer ist als vor dem Zweiten Weltkrieg.
Die Bevölkerung der Stadt Leipzig gehörte anfangs zum Bistum Merseburg. Die Stadt war bereits ab 968 Sitz des Archidiakonats des Domdechanten des Hochstifts Merseburg. Im 13. Jahrhundert entstanden vier Klöster: St. Paul (Dominikaner), St. Thomas (Augustiner-Chorherren), Zum Heiligen Geist (Franziskaner) und St. Georg (Zisterzienserinnen bzw. Benediktinerinnen).
Leipzig Thomaskirche.jpgErste lutherische Predigten wurden bereits 1522 abgehalten. Gegenwärtig gehören alle Kirchengemeinden der Stadt zum Kirchenbezirk Leipzig, der zur Region Leipzig der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens gehört. Der Kirchenbezirk umfasst auch Gemeinden außerhalb der Stadt. Innerhalb der Landeskirche gibt es eine Landeskirchliche Gemeinschaft.
Seit 1697 gab es in Leipzig wieder katholische Gottesdienste. 1980 wurde das Bistum Dresden-Meißen geschaffen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Leipzig wurde innerhalb des Bistums Meißen bereits 1921 Sitz eines Dekanats, zu dem heute auch Pfarrgemeinden außerhalb von Leipzig gehören. Katholische Hauptkirche der Stadt ist die Propsteikirche St. Trinitatis.
Die erste Erwähnung jüdischen Lebens in Leipzig stammt aus einer Urkunde Heinrich des Erlauchten von 1248. Im 14. Jahrhundert kam es erstmals zu Pogromen gegen Juden und es vergingen mehrere Jahrhunderte, in denen es Juden untersagt war, in Leipzig zu siedeln. Erst 1710 wurde es Juden wieder gestattet, in Leipzig sesshaft zu werden. Nach 1800 bildete sich erstmals eine Jüdische Gemeinde, die vor allem aus osteuropäischen Juden bestand. Um 1900 war die Mitgliederzahl auf über 6.000 angewachsen. Bis zum Nationalsozialismus sollten jüdische Bürger die Stadt als Unternehmer, Wissenschaftler, Künstler und Stifter wesentlich mitprägen. 1929 hatte Leipzig mit über 14.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinde Sachsens und eine der größten Deutschlands. Ab 1933 begann die systematische Auslöschung jüdischen Lebens in der Stadt, die mit der Deportation und Ermordung fast aller Leipziger Juden ihren Endpunkt fand. Nach dem Krieg zählte die Jüdische Gemeinde nur noch 24 Mitglieder. Die Mitgliederzahl stagnierte bis Anfang der 1990er Jahre auf äußerst niedrigem Niveau. 2004 zählte die „Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig“, insbesondere durch die Einwanderung russischer Juden, wieder über 1.000 Mitglieder. An der Stelle der größten Leipziger Synagoge in der heutigen Gottschedstraße, die in der Reichspogromnacht zerstört wurde, wurde im selben Jahr eine Gedenkstätte gegen Vertreibung und Mord an den Leipziger Juden eingeweiht.
Leipzig zählt aktuell nach umfangreichen Eingemeindungen Ende der 1990er Jahre zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Vorher war es, im Gegensatz dazu, eine der kompaktesten Großstädte. Die heutige Bevölkerungszahl hatte Leipzig bereits vor 1914 erreicht; vor Beginn des Zweiten Weltkriegs war es sogar die fünftgrößte Stadt Deutschlands mit über 700.000 Einwohnern. Nach kriegsbedingtem Rückgang hatte Leipzig vor allem seit Ende der 1980er Jahre einen erheblichen Bevölkerungsschwund zu verzeichnen. Der Tiefststand wurde Mitte der 1990er Jahre mit etwas mehr als 470.000 Einwohnern erreicht. Durch umfangreiche Eingemeindungen im Jahr 1999 – es kamen mehrere große Industriegemeinden hinzu – hat sich die Fläche der Stadt in etwa verdoppelt. Durch die Eingemeindungen, ansteigende Geburtenraten und eine positive Bilanz bei Zu- und Wegzügen wächst die Einwohnerzahl Leipzigs langsam wieder, so dass 2005 die Halbe-Million-Einwohnergrenze wieder überschritten wurde (502.053 Einwohner am 30. November 2005).
| Jahr | 7.–9. Jh. | 1015 | 1165 | 1220 | 1232 | 1402 | 1459 | 1494 | 1507 |
| veränderter Name im Laufe von Jahren | Lipsk | Libzi | Lipz | Liptzick | Lipzic | Leiptzgk | Leipczigk | Lips | Leipzig |
Durch Faust I, in dem eine Szene in Goethes Studienort Leipzig in Auerbachs Keller spielt, wird Leipzig auch als Klein-Paris bezeichnet. Goethe ließ darin sagen: Mein Leipzig lob' ich mir! Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute. Die Bezeichnung in der Umgangssprache etablierte sich im zur Großstadt aufstrebenden und fortschrittlichen Leipzig des 19. Jahrhunderts.
Der amtierende Oberbürgermeister der Stadt ist seit März 2006 Burkhard Jung (SPD). Er löste Wolfgang Tiefensee ab, der die Stadtgeschäfte von 1998 bis 2005 führte, das Amt aber wegen seiner Berufung zum Bundesverkehrsminister am 22. November 2005 niederlegte.
(Liste aller Leipziger Bürgermeister seit 1778 im Hauptartikel: Bürgermeister der Stadt Leipzig)
In den letzten Jahren wurde die Leipziger Kommunalpolitik von einer informellen Koalition der großen Parteien CDU und SPD geprägt, in die fallweise auch die PDS einbezogen wurde (so genanntes Leipziger Modell). Dadurch wurde die Kontrollfunktion des gewählten Stadtrats weitgehend ausgehebelt. Es kam deshalb zum überraschenden Konkurs städtischer Unternehmen und verschiedenen Korruptionsfällen, die 2004 zur Beurlaubung des Stadtkämmerers und 2005 zur Beurlaubung des beigeordneten Ordnungsbürgermeisters führten.
Ferner befinden sich mehrere nach Leipzig benannte Ortschaften in den USA. So tragen zwei Orte, in Delaware (203 Einwohner; Stand: 2000) und in Ohio (2.236 Einwohner; Stand: 2000), den der englischen Aussprache angepassten Namen Leipsic. In North Dakota liegt zudem das im Jahre 1901 von Russlanddeutschen gegründete New Leipzig, welches heute 326 Einwohner zählt.
Vor dem Zweiten Weltkrieg war Leipzig neben seiner Bedeutung als Handelsplatz (Leipziger Messe) auch ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Traditionell waren hier Verlagswesen und polygrafische Industrie, Gießereien, Maschinenbau, Pelzindustrie, Textilindustrie (Leipziger Baumwollspinnerei, Buntgarnwerke Leipzig) und Klavierbau (Blüthner, Schimmel) ansässig.
In der DDR-Zeit blieb Leipzig ein bedeutender Wirtschaftsstandort. Der Bezirk Leipzig trug 1972 zu 9,3 % der DDR-Industrieproduktion bei. Neben den bereits erwähnten Wirtschaftszweigen wurde insbesondere der Braunkohleabbau, Energieerzeugung und die chemische Industrie südlich von Leipzig stark ausgebaut. Mit der Bildung von Kombinaten wurde Leipzig Sitz der Kombinate für Baumaschinen, komplette Anlagen und Erdbewegungsmaschinen (Baukema), Gießereianlagenbau und Gusserzeugnisse (Gisag), polygraphischen Maschinenbau, Rundfunk- und Fernsehtechnik (RFT), Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Tagebauausrüstungen, Krane und Förderanlagen (TAKRAF) und Chemieanlagenbau (Chemieanlagenbau Leipzig-Grimma, CLG).
Die fruchtbaren Böden der Leipziger Tieflandsbucht im Leipziger Raum wurden intensiv landwirtschaftlich genutzt.
Der Industriestandort ist Teil des Industriegebietes Halle - Leipzig
Mit der Wende brach, wie in fast allen Regionen der ehemaligen DDR, nahezu die gesamte Industrieproduktion zusammen. Nur wenige Unternehmen blieben nach der Privatisierung erhalten (Blüthner, Gebrüder Brehmer, Kirow Leipzig AG).
Heute befinden sich in Leipzig wieder einige große Industrieansiedlungen, darunter Siemens, Porsche und BMW. Mit der Ansiedlung der beiden letzteren gelang es der Stadt, sich als neuer Automobilstandort zu etablieren. Das umsatzstärkste ostdeutsche Unternehmen (Stand 2003: 3,3 Mrd. Euro), der Energieversorger Verbundnetz Gas AG, hat hier ebenfalls seinen Sitz. Auch Unternehmen der Kommunikations- und Informationstechnologien wie die PC-Ware AG sind in Leipzig beheimatet. Im Medienbereich ist eines der größten deutschen Filmunternehmen, die Kinowelt GmbH, in Leipzig ansässig. Neben Frankfurt am Main, München und Stuttgart gilt Leipzig als überregional bedeutsamer Bankenstandort. Außerdem wird in der Stadt mit der European Energy Exchange (EEX) die maßgebende deutsche Energiebörse betrieben. Die Leipziger Verkehrsbetriebe bauen seit 2005 den in Eigenregie entwickelten Leoliner, der nicht nur in Leipzig eingesetzt werden wird.
Im Herbst 2006 stellt Amazon sein zweites und größtes deutsches Logistikzentrum fertig. Ab 2008 geht das internationale Luftdrehkreuz der Post-Frachttochter DHL in Betrieb, das bisher in Brüssel beheimatet war. Damit sollen 3.500 Arbeitsplätze direkt am Flughafen entstehen und schätzungsweise 7.000 in der näheren Umgebung.
Die Leipziger Volkszeitung erscheint als einzige regionale Tageszeitung, produziert und gedruckt von der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft. Das bedeutendste Leipziger Stadtmagazin ist der Kreuzer. Außerdem erscheinen regelmäßig REGJO, das Regionaljournal für den Wirtschaftsraum Leipzig/Halle; VIVENDI, das Magazin für Lebensart und Gesellschaft und visionM, das Meinungsmagazin für Wirtschaft, Medien und Politik, sowie "HAUSart" Mitteldeutsches Immobilienmagazin - Ausgabe Leipzig.
Leipzig ist zudem Sitz der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und Neue Medien.
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Leipzig ist traditioneller Sitz vieler Verlage, darunter der Evangelischen Verlagsanstalt oder der Teubnerschen Verlagsbuchhandlung. Weiterhin finden sich hier Niederlassungen des Auer Verlags, der R. Brockhaus Verlag GmbH & Co.KG, des Insel-Verlags und des Tologo-Verlags. Dennoch ist von der ehemaligen Buchstadt, als die Leipzig einst weltweit berühmt war, nach der Wende 1990 nur wenig erhalten geblieben. Viele Verlage mussten schließen oder wurden verlegt. Ein neueres Beispiel hierfür ist der Reclam-Verlag, der 1828 in Leipzig gegründet wurde, aber im Frühjahr 2006 komplett in das Stuttgarter Reclam-Verlagshaus integriert wird. Lediglich die renommierte Buchreihe Reclam-Leipzig bleibt als Marke erhalten.
Die Stadt Leipzig verleiht seit 1959 den Gutenberg-Preis der Stadt Leipzig für besondere Leistungen in der Buchkunst.
Leipzig Reichsgericht.jpg Das Bundesverwaltungsgericht wurde am 26. August 2002 von Berlin nach Leipzig verlegt und hat seinen Sitz im Reichsgerichtsgebäude. Auch der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofs ist in Leipzig angesiedelt. Die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen unterhält eine Außenstelle in Leipzig. Die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank für die Freistaaten Sachsen und Thüringen ist ebenfalls in Leipzig beheimatet.
Die Sächsische Akademie der Wissenschaften wurde als wissenschaftliche Organisation 1846 in Leipzig gegründet und hat hier bis heute am Standort der Sächsischen Landesuniversität ihren Sitz. Die Sächsische Landesbank und die Sparkasse Leipzig, die für die Stadt Leipzig und die Landkreise Delitzsch, Leipziger Land und Torgau-Oschatz zuständig ist, sind die wichtigsten öffentlichen Einrichtungen auf dem Finanzsektor.
Leipzig hat ein Hauptzollamt. Weitere öffentliche Einrichtungen sind die Handwerkskammer, die IHK und das Kreiswehrersatzamt Leipzig.
Insgesamt konzentriert sich die Stadterneuerung im Bereich der Gründerzeitbebauung auf 13 Gebiete mit 464 Hektar und 29.000 Wohnungen.
Auch ein Großteil der übrigen Altbausubstanz wurde saniert. Der Sanierungsprozess wurde dabei durch direkte und indirekte staatliche Fördermodelle wie Investitionszulagen und Sonderabschreibungen wesentlich vorangetrieben. Der Anteil des Wohnungsneubaus blieb dabei im Vergleich zur Zahl der Sanierungen von Altsubstanz sehr gering. Mit einer einsetzenden Suburbanisierung in neu entstandene Einfamilienhaussiedlungen und der überregionalen Abwanderung in den 1990er Jahren führte dies aufgrund fehlender Lenkungsmaßnahmen zu einem großen Überhang an Wohnraum. Der Leipziger Wohnungsmarkt ist dadurch heute stark gesättigt. Investitionen in verbliebene unsanierte Objekte verringerten sich entsprechend der Marktsituation erheblich und erfolgten seitdem nun wesentlich gezielter meist in den attraktiveren Wohnlagen, die aufgrund der dort höhere Wohnraumnachfrage höhere Grundmieten ermöglichen. Diese grundsätzliche Bevorzugung gegenüber unattraktiveren Gebieten ist nach wie vor erkennbar, obwohl das Investitionspotenzial in den attraktiveren Viertel mit einem hohen Sanierungsstand nahezu ausgeschöpft ist.Stadtentwicklungsplan Wohnungsbau und Stadterneuerung; Kapitel 5 Daraus resultierend ist seit 1997 eine heterogene Entwicklung zwischen attraktiveren Standorten und solchen Altbauvierteln erkennbar, die in ihrer Entwicklung und Erneuerung zurückbleiben.
Aufgrund seiner höheren baulichen und architektonischen Qualität und der oftmals besseren Lage, werden die sanierten Altbaustandorte auch den nunmehr ebenfalls größtenteils sanierten Großwohnsiedlungen vorgezogen. Dies führt zu einer beginnenden Verödung der Neubauviertel in Plattenbauweise. Dort wird versucht mit teilweisem Rückbau und Umfeldaufwertungen, eine Gesundung der Immobilienstruktur in der Stadt zu erreichen.
An der Leipziger Universität wurden einige bahnbrechende Forschungsleistungen erzielt. Hier unterrichteten unter anderem die Nobelpreisträger Werner Heisenberg, Gustav Hertz, Nathan Söderblom und Wilhelm Ostwald sowie der Begründer der experimentellen Psychologie Wilhelm Wundt. In den Fächern Soziologie und Psychologie wurde hier die so genannte Leipziger Schule begründet.
Prominente Studenten an der Universität waren unter anderem Georgius Agricola, Tycho Brahe, Johann Gottlieb Fichte, Johann Wolfgang Goethe, Ulrich von Hutten, Erich Kästner, Gottfried Wilhelm Leibniz, Gotthold Ephraim Lessing, Karl Liebknecht, Thomas Müntzer, Friedrich Nietzsche, Novalis, Robert Schumann, Johann Gottfried Seume, Georg Philipp Telemann, Edvard Grieg, Richard Wagner und Ferdinand de Saussure.
Die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ entstand im Jahre 1843 als Leipziger Konservatorium und war die erste höhere musikalische Bildungsstätte in Deutschland. Einer ihrer Mitbegründer war Felix Mendelssohn Bartholdy. 1992 wurde durch die Eingliederung der Theaterhochschule „Hans Otto“ das Ausbildungsprofil erweitert.
Die Handelshochschule Leipzig (HHL) wurde am 25. April 1898 gegründet und ist die älteste Wirtschaftshochschule Deutschlands. Die Fachhochschule Leipzig der Deutschen Telekom ist eine Fachhochschule in privater Trägerschaft der Deutschen Telekom AG und wurde 1991 als „Fachhochschule der Deutschen Bundespost TELEKOM“ durch den Freistaat Sachsen staatlich anerkannt. Leipzig beherbergt drei Max-Planck-Institute (für evolutionäre Anthropologie, Kognitions- und Neurowissenschaften und Mathematik in den Naturwissenschaften), das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung sowie das UFZ-Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle der Helmholtz-Gemeinschaft. Deutsche Bücherei Leipzig-Luftaufnahme.jpg Weitere höhere Bildungseinrichtungen sind die AKAD Fachhochschule Leipzig, die Hochschule für Kreativitätspädagogik (HfK) und die Studienakademie Leipzig, eine Zweigstelle der Berufsakademie Sachsen.
Seit 2003 wird der Citytunnel vom Hauptbahnhof zum Bayerischen Bahnhof gebaut (vorgesehene Kosten: 571 Millionen Euro). Mit dem Bau wird erstmals eine durchgängige Nord-Süd-Achse hergestellt, die durch den nach Norden ausgerichteten Kopfbahnhof bisher nicht existiert. Die Anbindung an den Südraum Leipzigs wird dadurch stark verbessert. Damit ist eine erhebliche Zeitersparnis für den Zugverkehr Richtung Südsachsen und Bayern verbunden, da die Züge keine Umwege um ganz Leipzig mehr fahren müssen.
Das Leipziger S-Bahn-Netz besteht aus vier Linien, die vom Leipziger Hauptbahnhof ausgehen und diesen mit Grünau, Wurzen, Halle (Saale) („S-Bahn Leipzig-Halle“) und Borna verbinden. Es wird kein einheitlicher Takt gefahren, die Taktzeiten variieren von 20 bis zu 60 Minuten. Mit Fertigstellung des neuen City-Tunnels voraussichtlich 2009 entsteht ein neues S-Bahn-Netz. Die neuen Haltepunkte im Tunnel werden "Hauptbahnhof tief", "Markt", "Wilhelm-Leuschner-Platz" sowie Bayrischer Platz" sein.
Für den Güterverkehr gibt es Güterbahnhöfe in den Stadtteilen Wahren und Engelsdorf. Außerdem wurde in der Nähe des Schkeuditzer Kreuzes für den Warenumschlag zwischen Straße und Bahn ein großes Güterverkehrszentrum eingerichtet.
Straßenbahn_Leipzig.jpg Die seit dem 1. Januar 1917 bestehenden Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) unterhalten in der Stadt momentan insgesamt 14 Straßenbahn- und über 30 Buslinien. Dabei wurden in den letzten Jahren einige weniger stark frequentierte Straßenbahn- durch Buslinien ersetzt; zuletzt im Januar 2006 die Straßenbahnlinie 18. Das Schienennetz der LVB ist mit insgesamt 324,4 Kilometern Länge nach Berlin das zweitgrößte Deutschlands. Befahren werden davon aber lediglich 149,9 Kilometer. Die längste Linie im Leipziger Netz ist die Linie 11, die auf 22 Kilometern Schkeuditz mit Markkleeberg-Ost verbindet und dabei als einzige Leipziger Straßenbahnlinie in drei Tarifzonen des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes fährt. An den zentralen Haltestellen „Hauptbahnhof“ bzw. „Hauptbahnhof, Westseite“ und „Goerdelerring“ verkehren die Straßenbahnlinien montags bis freitags im Tagesverkehr im Minutentakt.
Die LVB modernisieren seit Jahren ihren Fuhrpark. Die hauptsächlich auf den Linien 7 und 15 verkehrenden Gelenktriebwagen NGT12-LEI des Typs „Bombardier Flexity Classic XXL“ gehören mit 45,09 Metern Länge zu den längsten Straßenbahntriebwagen Deutschlands. Neben den zwölf bereits vorhandenen „Classic XXL“ werden noch zwölf weitere Straßenbahnen dieses Typs angeschafft. Zudem werden in Lindenau die neuen Bahnen des Typs „Leoliner“ gefertigt, welche vor allem auf der Linie 7 zum Einsatz kommen werden.
Zur Fußball-WM im Juni 2006 wollen die LVB einen 1-Minuten-Takt zwischen Hauptbahnhof und Zentralstadion realisieren. Zudem stehen in den Randgebieten Park and Ride Plätze zur Verfügung. Hinweistafeln an den Autobahnen sowie Bundesstraßen sollen für eine reibungslose An- und Abfahrt zu/von den Plätzen sorgen.
Durch die Stadt führen die Bundesstraßen B 2, B 6, B 87, B 95, B 181, B 184 und B 186.
Durch die Anlage und Sanierung vorhandener Gräben und Fließgewässer im Süden der Stadt und die Verbindung gefluteter Tagebaurestlöcher soll ein Gewässerverbund entstehen. Zwischenzeitlich war auch immer wieder ein finaler Durchstich zwischen Karl-Heine-Kanal und dem Hafenbecken, sowie die Fertigstellung des Elster-Saale-Kanals geplant, zuletzt während der Olympiabewerbung. Ein solcher Schritt würde es Sportbooten ermöglichen, von Leipzig bis zur Elbe zu gelangen. Die Pläne wurden allerdings auf Grund der nicht vertretbaren Kosten-Nutzen-Relation wieder verworfen.
Das Schauspiel Leipzig verfügt über mehrere Spielstätten. Neben dem großen Schauspielhaus gehören noch kleinere Spielstätten wie das Theater hinterm Eisernen und die Neue Szene zum kommunalen Theaterbetrieb. Darüber hinaus gibt es in Leipzig eine lebendige Off-Theater-Szene mit vielen kleineren Spielstätten, die sich mit Künstlern anderer Genres in der Interessengemeinschaft Freie Szene Leipzig zusammengeschlossen haben. Das Kinder- und Jugendtheater hat in Leipzig eine lange Tradition. Hauptträger ist das Theater der Jungen Welt, darüber hinaus gibt es einige Puppen- und Marionettentheater.
Leipzig ist eines der Zentren der deutschsprachigen Kabarett-, Varieté- und Kleinkunstszene. Hier gibt es pro Kopf die höchste Kabarettdichte in Deutschland. Über Leipzig hinaus bekannt sind die Pfeffermühle und die Academixer. Aber auch kleinere Bühnen bieten Kabarett auf hohem Niveau.
Das MDR Sinfonieorchester wurde 1924 als Leipziger Sinfonieorchester gegründet. Es trat dabei die Nachfolge des seit 1915 existierenden Orchesters des Konzertvereins an. 1925 wurde es von der damaligen Mitteldeutschen Rundfunk AG übernommen und als Rundfunk-Sinfonieorchester Leipzig weithin bekannt. Chefdirigent war unter anderem Herbert Kegel, heute leitet Fabio Luisi das Orchester. Nach Gründung des MDR in den 1990er Jahren erhielt es seinen heutigen Namen.
Die Capella Fidicinia am Musikinstrumenten-Museum der Universität Leipzig wurde von Hans Grüß 1957 gegründet. Das Kammerorchester spielt Werke alter Meister auf Originalinstrumenten. Das Akademisches Orchester Leipzig wurde 1954 von Horst Förster an der Universität Leipzig gegründet, welcher es bis heute leitet. Es gibt jährlich 6 „Akademische Konzerte“ im großen Saal des Gewandhauses. Das Leipziger Universitätsorchester entstand 2003 als Leipziger studentisches Orchester. Es ist studentisch besetzt und gibt ein großes Sinfoniekonzert pro Semester sowie Kammermusikabende.
Das Pauliner Kammerorchester wurde 1992 gegründet und stand bis 2004 unter der Leitung von Wolfgang Unger. Es steht dem Universitätschor mit modernen Instrumenten zur Verfügung. Das Pauliner Barockensemble wurde 1994 aus dem Pauliner Kammerorchester heraus gegründet und musiziert ausschließlich auf historischem Instrumentarium.
Das Leipziger Streichquartett wurde 1988 von damaligen Studenten der Leipziger Musikhochschule und späteren Mitgliedern des Gewandhausorchesters gegründet. Es ist heute ein international anerkannter Bestandteil der Kammermusikszene.
Der Gewandhauschor Leipzig wurde 1869 zur Uraufführung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms gegründet und 1920 in den 1875 gegründeten Bach-Verein integriert. Seither trägt er seinen heutigen Namen.
Der MDR Rundfunkchor Leipzig entstand 1946 als Nachfolger des Leipziger Rundfunkchores. Der MDR Kinderchor wurde 1948 von Hans Sandig gegründet und zählt zu den bekanntesten Kinderchören Deutschlands. Er ist heute der einzige Kinderchor der ARD und wird von Gunter Berger geleitet.
Der Leipziger Universitätschor ging 1926 aus dem Madrigalkreis Leipziger Studenten hervor. Sein Leiter ist der Universitätsmusikdirektor David Timm. Unter der Leitung des inzwischen verstorbenen Wolfgang Unger erhielt der Chor im Jahr 2001 den von der Deutschen Phono-Akademie vergebenen Echo-Klassik-Preis. Die Friedenskantorei Leipzig ist der Chor der Michaelis-Friedens Gemeinde Leipzig, sein Leiter ist Veit-Stephan Budig.
Das Bach-Archiv Leipzig unterhält am Thomaskirchhof ein Bach-Museum zu Ehren einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadt: Johann Sebastian Bach. Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Bücherei Leipzig ist das weltweit älteste Fachmuseum zur Buch-, Schrift- und Papierkultur. Das Museum für Druckkunst erinnert an die große Leipziger Tradition als Buchstadt.
Die Universität Leipzig besitzt eine Reihe bedeutender Sammlungen. Einige, wie das Ägyptische Museum, das Antikenmuseum und das Musikinstrumentenmuseum, sind permanent der Öffentlichkeit zugänglich. Anlässlich der Museumsnacht der Stadt Leipzig präsentiert die Universität auch ihre Lehrsammlungen einem breiten Publikum. Die HTWK unterhält ein Automatik-Museum.
Runde-Ecke-Leipzig.jpg Das Stadtgeschichtliche Museum ist im Altem Rathaus beheimatet. Darüber hinaus besitzt es Nebenstellen mit dem ältesten Kaffeehaus Zum Arabischen Coffe Baum, dem Schillerhaus, in dem Friedrich Schiller den Sommer 1785 verbrachte, dem 1977 gegründeten Sportmuseum Leipzig und dem Völkerschlachtdenkmal. Das Wohn- und Sterbehaus des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy ist als Mendelssohn-Haus der Öffentlichkeit zugänglich. Im Schumann-Haus verlebten Robert und Clara Schumann ihre ersten vier Ehejahre. Das Zeitgeschichtliche Forum in der Innenstadt untersteht als Bundeseinrichtung dem Bundeskanzleramt. Es stellt die Geschichte Deutschlands vom zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart dar. Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ im ehemaligen Sitz der Bezirksverwaltung des MfS arbeitet die Mechanismen des Repressionsapparats in der ehemaligen DDR auf.
Im Komplex des Grassimuseums befinden sich neben dem Musikinstrumentenmuseum auch das Museum für Kunsthandwerk und das Museum für Völkerkunde zu Leipzig. Das Naturkundemuseum Leipzig besitzt eine große Sammlung an Dermoplastiken und ergänzt dieses Angebot durch wechselnde Sonderausstellungen zu Naturthemen. Das Deutsche Kleingärtnermuseum befindet sich im Vereinshaus des 1864 gegründeten, weltweit ersten Schrebergartenvereins.
Ein Museum der besonderen Art ist die Museumsfeldbahn Leipzig-Lindenau. Seit 1992 kümmert sich der gleichnamige Verein in rein ehrenamtlicher Freizeitarbeit um die denkmalgeschützten Reste eines einst 12 km umfassenden Kiesbahnnetzes. An verschiedenen Tagen können Fahrzeuge, historische Gleisbaugeräte und anderes besichtigt werden.
In der Innenstadt befinden sich zwei international bekannte Kirchen: Die Thomaskirche als Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs und des Thomanerchores sowie die Nikolaikirche als wichtigster Ort der Friedensgebete Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen, die maßgeblich zur Wiedervereinigung Deutschlands beigetragen haben. Direkt neben der Nikolaikirche befindet sich die Alte Nikolaischule.
Am Augustusplatz – der südöstlichen Grenze der Innenstadt – befinden sich das Neue Gewandhaus, das Opernhaus, der Mendebrunnen und Leipzigs erstes Hochhaus, das Krochhochhaus. Unweit davon überragt das City-Hochhaus Leipzig als ehemaliges Hauptgebäude der Universität weithin die Innenstadt.
Der Hauptbahnhof ist einer der größten Kopfbahnhöfe Europas und zugleich eines der größten Einkaufszentren Leipzigs (Promenaden Hauptbahnhof).
Das Neue Rathaus befindet sich am südlichen Ende der Innenstadt. Es ist mit seinem 114m hohen Hauptturm eines der größten Rathausgebäude weltweit und dient seit 1905 dem Sitz der Leipziger Stadtverwaltung. Unweit davon, in der Südvorstadt, befindet sich das Reichsgerichtsgebäude, das heute Sitz des Bundesverwaltungsgerichts ist sowie die Universitätsbibliothek Albertina.
Im Süden der Stadt liegt der Bayerische Bahnhof, der älteste erhaltene Kopfbahnhof Deutschlands, die Deutsche Bücherei, die Leipziger Großmarkthallen, scherzhaft „Kohlrabizirkus“ genannt (beherbergen jetzt eine Eislaufanlage und eine Diskothek), die Russische Gedächtniskirche und das Völkerschlachtdenkmal als eines der Wahrzeichen der Stadt. Die beiden letzteren sind Mahnmale an die Völkerschlacht 1813.
Buga-Stich_web.png]] Die Buntgarnwerke in Plagwitz sind Deutschlands größtes Industriedenkmal aus der Gründerzeit mit über 100.000 Quadratmetern Geschossfläche.
Im Stadtteil Gohlis, der sich nördlich an die Innenstadt anschließt, sind das Kongresshaus am Zoo, das Gohliser Schlösschen und das Schillerhaus lokalisiert. Der 1878 gegründete Zoologische Garten Leipzig ist eine 22,5 ha große, parkartig gestaltete Anlage in Gohlis. Im Zuge umfangreicher Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten entstand unter anderem das 2001 eröffnete Pongoland, die größte Primatenanlage der Welt. Der Wildpark Leipzig ist ein Naturpark im Süden der Stadt und zeigt einheimische Tierarten.
Leipzig Panorama Völkerschlachtdenkmal.jpg
Neben den größeren Kinos, wie dem CineStar und den Passage Kinos im Zentrum, dem Regina Filmpalast in Reudnitz, dem Filmpalast Leipzig in Grünau und der Schauburg in Kleinzschocher gibt es zahlreiche kleinere Programmkinos, die anspruchsvolle Filme für kleinere Zielgruppen präsentieren. Verschiedene Kinos wie das UT Connewitz und das Kino in der naTo werden auch für Musikveranstaltungen genutzt. Einmal jährlich finden seit 1995 in mehreren Kinos im Großraum Halle-Leipzig die Französischen Filmtage statt.
Durch den Verfall der Bausubstanz während der DDR-Zeit sind viele ehemalige Kulturhäuser in den Stadtteilen verschwunden, so dass Leipzig nur noch eine begrenzte Anzahl an größeren Sälen für Musikveranstaltungen besitzt. Im Norden sind dies der Anker und das Haus Auensee, in der Westvorstadt das Haus Leipzig, in der Südvorstadt die naTo und in Connewitz das Werk II und das Conne Island. Vor kurzem eröffnete mit dem Volkspalast eine neue Veranstaltungshalle, die auch größere Konzerte erlaubt, die bisher der Sport-Mehrzweckhalle Arena Leipzig vorbehalten waren. In Connewitz und Teilen der Südvorstadt entstand nach der Wende eine vivante alternative Szene. Aus einem ehemaligen Kino entstand mit dem UT Connewitz eine für alle Kulturformen genutzte Einrichtung. Mit der Distillery hat auch Ostdeutschlands dienstältester Technoclub in Leipzig sein Domizil.
Mit den Beschlüssen der 3. Hochschulreform der DDR 1968 entstanden in Leipzig zahlreiche Studentenclubs, von denen die meisten heute noch existieren und die nicht nur von Studenten genutzt werden. Der älteste Studentenclub ist der TV-Club Leipzig, der größte die Ende der 1970er Jahre aus einer mittelalterlichen Festungsanlage ausgebaute Moritzbastei. Sie ist gleichzeitig auch der größte Studentenclub Europas. Die Studentenclubs haben sich mit dem Runden Tisch Leipziger unabhängiger Studentenclubs (RuTiLuSt) Anfang der 1990er Jahre eine gemeinsame Plattform geschaffen.
Das Bachfest Leipzig ist ein Musikfestival, das erstmals 1908 stattfand. Seit 1999 wird es jährlich ausgerichtet und widmet sich ganz der Pflege der Werke von Johann Sebastian Bach. Das Internationale Kammermusikfestival Leipzig wird in Kooperation mit dem Gewandhaus seit 1996 im November durchgeführt. Die Classic open Leipzig sind eine seit 1995 von Peter Degner und der Stadt Leipzig organisierte Konzertreihe mit Freiluftkonzerten und Videoübertragungen von Konzerten in der Leipziger Innenstadt im August. Das a-cappella - Festival für Vocalmusik ist ein seit 1997 stattfindendes Festival für Vokalmusik in Leipzig, bei dem Ende April international renommierte, aber auch Nachwuchskünstler dieses Genres auftreten.
Über Pfingsten ist Leipzig jährlich Austragungsort des viertägigen Wave-Gotik-Treffens (auch WGT), welches seit 1992 stattfindet, derzeit regelmäßig bis zu 20.000 Besucher aus der Schwarzen Szene in die Stadt lockt und selbst szenefremde Leipziger und die Besucher mit „weniger schwarzen“ Veranstaltungen wie dem „Wikingerlager“, dem „Heidnischen Dorf“ und mehreren Mittelalter-Märkten erfreut. Die Leipziger Jazztage werden seit 1976 im Oktober ausgerichtet. Sie widmen sich dem zeitgenössischen Jazz und werden vom jazzclub leipzig e.V. ausgerichtet. Das Leipzig Pop Up ist eine alternative Messe zur Popkultur, zu der auch Diskussionsforen und ein Musikfestival in Leipziger Clubs gehören.
Das Festival euro-scene Leipzig findet seit 1991 jährlich im November statt. Es widmet sich dem experimentellen Theater und dem modernen Tanz. Die Lachmesse ist ein Europäisches Humor- und Satire-Festival, das seit 1991 jährlich im Oktober in Leipzig stattfindet. Sie vergibt den mit 3.500 Euro dotierten Kleinkunstpreis Leipziger Löwenzahn. Seit ihrer Gründung im Jahr 1994 hat sich die Internationale Studentische Woche als ein akademischer und kultureller Höhepunkt in Leipzig entwickelt. Die ISW ist die bundesweit größte studentisch organisierte Veranstaltungsreihe mit internationalem Charakter. Während der Sommermonate finden weitere Freiluftveranstaltungen wie der Hörspielsommer, das Leipziger Sommertheater und das Sommerkino statt.
Alljährlich richtet die Stadt das Leipziger Stadtfest aus. Die Leipziger Kleinmesse ist ein dreimal jährlich stattfindes Volksfest, das 1907 als Ableger der Leipziger Messe entstand. Der Leipziger Weihnachtsmarkt ist einer der größten in den neuen Bundesländern und wird seit 1767 ausgerichtet.
Courage zeigen ist ein seit 1998 am 30. April stattfindendes Rockkonzert vor dem Leipziger Völkerschlachtdenkmal, das als Antwort auf die Neonazi-Aufmärsche am 1. Mai entstand. Bei den Gegenveranstaltungen dieser Aufmärsche kommt es meist zu Zerstörungen und Krawallen durch Linksextremisten, besonders in der Südvorstadt. Der Sprachenabend ist eine wöchentliche Veranstaltung im Soziokulturellen Zentrum „Die VILLA“, die dem interkulturellen Kontakt dient.
Der Karneval spielt im protestantischen Leipzig nur eine untergeordnete Rolle. Ab den 1950er Jahren entstand mit dem Leipziger Studentenfasching eine ganz eigene Spielart. 1992 gründete sich das Förderkomitee Leipziger Karneval e.V. und richtet alljährlich einen Rosensonntagsumzug unter dem Motto Leila helau aus.
Von April bis Oktober jeden Jahres hat der Vergnügungspark Belantis im Süden Leipzigs geöffnet. Über die Bundesautobahn 38 (Göttingen-Leipzig) gelangt man direkt zum Eingang des Parks (Abfahrt "Leipzig Neue Harth"). Mit dem ÖPNV fährt man mit den Straßenbahnlinien 3 oder 13 ab Hauptbahnhof bis zur Endstelle Knautkleeberg und steigt dort in die Buslinie 118, welche die Besucher zu Belantis bringt.
Das Zentralstadion wurde 1956 eröffnet und war mit 100.000 Plätzen das größte Stadion Deutschlands. Zwischen 2000 und 2004 wurde innerhalb des alten Stadionwalls ein neues Fußballstadion mit 44.345 Plätze integriert, es gehört heute mit der Arena Leipzig und der Festwiese zum Leipziger Sportforum. Hier fanden fünf Spiele der Fußball-WM 2006 statt. Das Bruno-Plache-Stadion in Probstheida war bei seiner Einweihung 1922 das größte vereinseigene Stadion Deutschlands (40.000 Plätze) und ist heute Spielstätte des 1. FC Lokomotive Leipzig. Der Alfred-Kunze-Sportpark in Leutzsch ist das Heimstadion des FC Sachsen Leipzig.
Die DHfK war in der DDR eine international renommierte Sporthochschule, aus der zahlreiche Spitzensportler und -trainer hervorgingen. Einige Angehörige waren allerdings auch in das in der DDR systematisch betriebene Doping verwickelt. Dies war einer der Gründe, warum diese Hochschule 1990 abgewickelt wurde. In ihrer Tradition steht die 1993 gegründete Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig. Die Abkürzung „DHfK“ tragen noch die HSG DHfK und der SC DHfK im Namen.
Der Handball-Club Leipzig (HCL) ist einer der besten Frauen-Handballclubs Deutschlands. Er war viermal Europapokal-Sieger, viermal Deutscher Meister, dreimal DHB-Pokalsieger und 13 Mal DDR-Meister. Der VV Leipzig spielt in der Volleyball-Bundesliga. Als SC Leipzig war er 1964 Europapokalsieger der Landesmeister und vielmaliger DDR-Meister (1962-1976, 1982, 1983, 1985, 1987, 1989). Der Basketball Verein Leipzig (BBVL) spielt in der Basketball-Bundesliga der Damen. Die Unihockey-Löwen-Leipzig in der Unihockeybundesliga. Das Leichtathletikzentrum Leipzig übernahm die ehemals sehr erfolgreiche Leichtathletiksektion der DHfK. Der 1992 gegründete American Football Club Leipzig Lions ist der erste sächsische Verein in dieser Sportart. Er engagiert sich in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club auch in einer Vielzahl sozialer Projekte.
Die Handball Masters werden, als von der Europäischen Handball Föderation (EHF) organisierte Europameisterschaft für Clubteams im Frauen-Handball, seit 2004 in Leipzig durchgeführt. Die Sparkasse Leipzig sponsert eine Reihe von Weltcupwettkämpfen, so einen Einzel-Weltcup im Florettfechten der Damen und im Tennis der Damen.
Im Rahmen des German Beach Cups findet jährlich ein Wettkampf im Beach-Volleyball in Leipzig statt. Die Saxonia International Balloon Fiesta ist mit über 100 Ballons aus aller Welt eines der größten Ballonfahrertreffen Europas und findet am Silbersee in Lößnig statt. Auf der Galopprennbahn Scheibenholz werden jährlich mehrere Pferderennen ausgetragen.
Die Stadt Leipzig hat seit 1832 82 Persönlichkeiten das Ehrenbürgerrecht verliehen. Vier Personen (Adolf Hitler, Hans Frank, Wilhelm Frick und Walter Ulbricht) wurde das Ehrenbürgerrecht wieder aberkannt
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