Leiden ist eine Stadt in den Niederlanden in der Provinz Südholland.
Die Stadt liegt zwischen Amsterdam und Den Haag an der Autobahn zwischen diesen Städten. Direkte Eisenbahnverbindungen gibt es mit Den Haag, Utrecht (Lokalbahn) und Amsterdam (über Haarlem oder über Flughafen Schiphol). Die Universität Leiden ist die älteste Universität in den Niederlanden (gegründet 1575). Dazu gibt es viele Einrichtungen und Betriebe, die mit dieser Universität in Verbindung stehen, u. a. das Leids Universitair Medisch Centrum (eine Universitätsklinik). Das Druckerei- und Verlagsunternehmen „Brill“ ist schon Jahrhunderte weltbekannt für seine Drucke asiatischer und arabischer Werke.
Leiden hat viele Groß- und Kleinhandelsunternehmen. Die einst große Textilindustrie ist nicht mehr von Bedeutung. Der Tourismus ist für die Stadt von größter Bedeutung. In Leiden leben viele Pendler, die ihren Job in Den Haag haben.
Die Pieterskerk („St. Petrikirche“), Baubeginn 1121, stammt größtenteils aus dem 16. Jahrhundert. In dieser Kirche befinden sich viele Grabmale berühmter Niederländer. St. Petrus ist der Schutzpatron Leidens, daher die Schlüssel im Stadtwappen (der Heilige Petrus verfügt über die Schlüssel der Himmelspforte).
Das Hauptgebäude der Universität liegt an einer der schönsten Grachten in ganz Holland, der Rapenburg, und war ursprünglich eine Klosterkirche.
Verbreitet über die ganze Stadt gibt es viele hofjes. Das sind Gruppen kleiner, oft ihrer Einfachheit wegen sehr schöner Häuser, meist um einen Hof mit Brunnen oder Kräutergarten, die zwischen 1600 und 1900 von reichen Leuten gestiftet wurden. Gedacht als private Alters-, Witwen-, oder Armenfürsorge-Einrichtungen (vergleiche die Fuggerei in Augsburg), werden diese Häuschen jetzt oft von Studenten oder Krankenschwestern bewohnt. Diese hofjes stehen alle unter Denkmalschutz.
Die Burcht ist ein künstlich aufgeworfener Fluchthügel aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, der im 17. Jahrhundert befestigt und ummauert wurde. Er bietet einen schönen Fernblick über die Innenstadt dar.
In Leiden gibt es mehrere sehr schöne alte Häuser. Leider besteht das Haus, wo der Maler Rembrandt geboren ist, nicht mehr. Lediglich eine Gedenktafel an einem Neubau des 20. Jahrhunderts erinnert an die ersten Jahre dieses großen Sohnes der Stadt. Sehenswert sind auch noch zwei Stadttore und eine Windmühle, ähnlich der, die Rembrandts Vater betrieben hat, die bis heute (2006) erhalten geblieben sind.
Der Wollhandel mit England und Flandern brachte Leiden im 13. und 14. Jahrhundert zur Blüte. Der holländische Graf Floris V. verlieh Leiden 1266 das Stadtrecht. Das 15. Jahrhundert war, wegen der Wirren der Hoekse und Kabeljauwse Twisten, ein Bürgerkrieg, eine Epoche des wirtschaftlichen Rückgangs.
Im Achtzigjährigen Krieg schloss sich Leiden dem Aufstand gegen die Spanier an. Nach einer Belagerung von nahezu einem Jahr gelang es den Geusen, die Stadt, u.a. durch Unterwassersetzung der umliegenden Polder am 3. Oktober 1574 zu befreien. Die Legende will, dass nach der Vertreibung der spanischen Belagerer in deren Lager eine Pfanne mit Möhren-Eintopf (hutspot) gefunden wurde. Damit konnte die ausgehungerte Stadtbevölkerung erstmals wieder eine ordentliche Mahlzeit haben. Darum wird dieses Gericht jedes Jahr bei den Feiern von Leidens Entsatz am 3. Oktober in allen Restaurants serviert. Als Dank wegen des von den Leidenern gezeigten Mutes bekam die Stadt kurz darauf, kraft Beschluss der Regierung unter der Führung Wilhelms von Oranien, die erste Universität der Republik der Niederlande.
Darauf flohen viele Protestanten aus Antwerpen, Brüssel und anderen von den Spaniern eroberten Gebieten nach Leiden, so dass die Stadt zwischen 1575 und 1650 mehrmals ihre Stadtmauern nach außen verlegen musste. In dieser Epoche erlebte Leiden eine großartige kulturelle und wissenschaftliche Entwicklung: Maler, wie Rembrandt und seine Schüler und Wissenschaftler wie Antoni van Leeuwenhoek, der Entdecker der Bakterien, lebten und wirkten in Leiden.
Nach etwa 1700 trat jedoch wieder Verfall ein. Aber bis heute ist Leiden, wo auch die zur Königswürde bestimmten Mitglieder des niederländischen Königshauses studieren, eine Hochburg der Wissenschaft in Holland geblieben.
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