Als Lehrmeinung wird das bezeichnet, was als aktueller Stand der Wissenschaften, einer Religion oder einer Weltanschauung angesehen wird. Eine grundlegende und als nicht verhandelbar angesehene Lehrmeinung nennt man Dogma.
Der Stand der Wissenschaft ändert sich nach Popper durch Falsifikation vorhandener Theorien, die durch solche ersetzt werden, die sich besser bewähren. Nach Kuhn hingegen findet die Änderung durch eine wissenschaftliche Revolution statt, wenn ein neues Paradigma gefunden wird, das Forschungsprobleme besser löst als das alte.
Die Lehrmeinung kann dabei durchaus hinter einen bereits erreichten Wissensstand zurückfallen, insbesondere dann, wenn von außen ideologischer Druck auf die Wissenschaft ausgeübt wird. Beispiele hierfür sind die sogenannte "Deutsche Physik" im Nationalsozialismus und der Lyssenkoismus in der Sowjetunion.
Andererseits kann eine allgemein anerkannte Theorie wie die Einsteinsche Relativitätstheorie in anderen Wissenschaftsbereichen ignoriert werden, weil die Newtonsche Klassische Mechanik einfacher anzuwenden ist und für Körper mit alltäglichen Geschwindigkeiten völlig ausreicht (siehe auch Korrespondenzprinzip).
Rechtlich wird die wissenschaftliche Lehrmeinung als Stand der Wissenschaft bezeichnet.
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"Lehrmeinung".
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