| Basisdaten | |
|---|---|
| Gründungsdatum: | 1991 |
| Gründungsort: | ? |
| Mitglieder: | ca. 150.000 |
| Vorsitzender: | Umberto Bossi |
| stellvertretende Vorsitzende: | ? |
| Adresse: | ? |
| Parteigliederung: | ? |
| Website: | www.leganord.org |
| E-Mail: | info@leganord.org |
Leganord.jpg]] Padania-Italia.png
Die Lega Nord ist eine rechtspopulistische Partei in Italien, die u. a. die Abspaltung Norditaliens vom wirtschaftlich schwächeren Süden forderte. Zentraler Programmpunkt der Partei ist die Verlagerung von Kompetenzen des Italienischen Zentralstaates auf die Regionen ("Devolution").
Im Jahre 1991 verbindet sich die Lega Lombarda mit anderen Gruppierungen, u.a. Liga Veneta, Piemont Autonomista, Uniun Ligure, Lega Emiliano-Romagnola, Alleanza Toscana, zur Partei Lega Nord, deren Vorsitzender Bossi seitdem ist. Im gleichen Jahr wird Bossi Abgeordneter des Europäischen Parlaments.
In der Wahl 1992 trat die Lega Nord allein an, mit einem guten Resultat.
In der Wahl 1994 kandidierte die Lega Nord im Norden zusammen mit den Mitte-Rechts-Parteien. Nach dem Wahlsieg der Mitte-Rechtsparteien im Jahre 1994 trat die Lega Nord in die erste Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi ein. Schon Ende des Jahres entzieht Bossi jedoch dem viel geschmähten Berlusconi - Bossi bezeichnet ihn als Berluscaz, eine Zusammensetzung mit cazzo "Schwanz", bzw. als "Berluskaiser" - das Vertrauen und es kommt zum Sturz der Regierung.
In der Zeit zwischen dem Fall der Regierung Berlusconi und den Neuwahlen 1996 unterstützte die Lega Nord die Mitte-Links-Regierung Lamberto Dini.
Bei den Wahlen 1996 stellte sich die Lega ins politische Zentrum, in der Hoffnung das Zünglein an der Waage zu werden. Die Linke bekam circa 42% der Stimmen und die Rechte nahezu den gleiche Prozentsatz; die Lega Nord rund 10%. Durch das stark vom Mehrheitswahlrecht geprägte Wahlsystem fiel aber die Mehrheit der Parlamentsitze an die Linke. In den Jahren danach verstärkt Bossi in der Opposition seine separatistischen Bestrebungen. Dazu zählt die Einsetzung eines Parlaments von Padanien und die Ausarbeitung einer padanischen Ideologie, die sich am antiken Keltentum inspiriert. Veranstaltet werden auch patriotische kultische Festivitäten um den Fluss Po, mit dessen Wasser Bossi jedes Jahr an der Quelle eine Phiole füllt und danach in Venedig ins Meer schüttet, als Symbol der "Reinheit" des Nordens. Weitere Schwerpunkte des Parteiprogramms sind auch die Ablehnung von Einwanderern und der Europäischen Union. Die fremdenfeindlichen Positionen werden durch Aktionen begleitet.
Vor den Parlamentswahlen 2001 verbündet sich die Lega Nord wegen des Wahlgesetzes gezwungenermaßen erneut mit Berlusconi. Bossi tritt nach dem Wahlsieg des Mitte-Rechts-Bündnisses als Minister für institutionelle Reformen ins Kabinett ein.
Am 11. März 2004 erleidet er einen Herzinfarkt und einen Hirnschlag. Nach langer Genesung verlässt Bossi am 19. Juli 2004 angeblich allein aus Gesundheitsgründen die bereits krisengeschüttelte Regierung von Silvio Berlusconi, um als Abgeordneter ins Europaparlament zu gehen. Der 2001 verstorbene Gianfranco Miglio wurde als "Chefdenker" der Lega Nord bezeichnet und galt als intellektuelles Aushängeschild eines Netzwerkes der Neuen Rechten, der Synergies Européennes.
Mit der separistischen österreichischen Partei Bündnis 98, einer Abspaltung der FPÖ, arbeitet die Lega Nord eng zusammen.
Statt offenem Rassismus bezieht sich die Lega Nord, wie andere rechte Parteien Europas, auf den Ethnopluralismus. Charakteristisch für diese Auffassung ist die Aussage von Umberto Bossi im Juni 2000 bei der jährlichen Zusammenkunft der Lega Nord in Pontida, dass nach seiner Meinung nichts „die Völker und ihre Verschiedenheiten auslöschen" könne, "noch ihre Kulturen und charakteristischen Eigenschaften, die die Frucht sind ihrer Interaktion mit ihrem Territorium und den Nahrungsmitteln, das ihr Territorium produziert und das sie konsumieren“. Alain de Benoist, der Vordenker der „Nouvelle Droite“, darf auf der Titelseite des Lega-Nord-Blattes La Padania die aktuelle politische Entwicklung kommentieren.
Obwohl die führenden Köpfen der Lega Nord dies stetig zu verneinen versuchen, gab es auch offen rassistische "Ausrutscher" der Partei und ihrer Mitglieder:
Dennoch wurde Treviso Anfang März 2006 mit dem Immigranten-Preis der CARITAS/MIGRANTEN, einer Caritas-Gruppe ausgezeichnet als die "immigrantenfreundlichste Stadt" in Italien. (Quelle: IV RAPPORTO CNEL/CARITAS-MIGRANTES SU INTEGRAZIONE STRANIERI: MIGLIORE IN ITALIA ) (GOOGLE mit parameters : Caritas/Migrantes IV rapporto) (Tages-Zeitungen 22/23-03-2006)
45 Mitglieder der Partei, unter anderem Umberto Bossi, sind 1996 wegen "Gefährdung der italienischen Einheit" angezeigt worden. Am 7. Februar 2006 wird die Anklage fortgesetzt. Die Angeklagten müssen sich vor Gericht verantworten. Laut dem italienischen Gesetzbuch müssen die Angeklagten mit einer Gefängnisstrafe rechnen.
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