| Lech Augsburg.jpg | |
| Daten | |
|---|---|
| Lage: | Vorarlberg, Tirol (Österreich), Bayern (Deutschland) |
| Länge: | 285 km |
| Quelle: | in der Nähe des Formarinsees in Österreich (Vorarlberg) |
| Gr. Nebenflüsse: | Wertach, Vils |
| Mündung: | Bei Marxheim in die Donau |
| Quellhöhe: | 2789 m ü. NN |
| Mündungshöhe: | 392 m ü. NN |
| Höhenunterschied: | 2397 m |
| Einzugsgebiet: | 4126 km² |
| Abfluss: | 49 m³/s - 2300 m³/s |
| Großstädte: | Augsburg |
| Mittelstädte: | Landsberg am Lech, Gersthofen |
| Befahrbarkeit: | nur auf größeren Stauseen möglich |
| Energiegewinnung: | 30 Kraftwerke und 24 Stauseen |
Neueste Forschungen weisen aber darauf hin, dass der keltische Begriff bereits vor den Kelten benutzt wurde und vom Altbaskischen abstammt.
Wenn sich bei einem entsprechenden Vergleich dann aber auch der Charakter des Flusstyps bestätigt, könnte die althergebrachte Bedeutung einer Wortwurzel wie lik besser eingegrenzt werden, die dann doch so etwas wie "steinreich" oder "kiesig" bedeuten würde. Man jedenfalls geht auch von der genannten lik-Wurzel bzw. lik-Bedeutung aus: Man erkennt darin, bei entsprechender konsequenter linguistischer Begründung und aufbauend auf einer Theorie, ein vaskonisches Wort, und zwar "leg-", das im Baskischen Gattungswort legarheute noch lebendig ist und wie gesagt so viel wie Kies und Geröll heißt. Von diesem paläobaskischen leg- als einem Lehnwort ausgehend, das in die altindogermansichen Dialekte vorgedrungen ist, kann man für den Lech ein ursprüngliches "lekia", das sich zusammensetzt aus lek- (bzw. leg für Stein, Geröll), aus -i- als einer Art Adjektivierung (steinig, steinreich) und aus -a- als dem bestimmten Artikel, ein Urname sozusagen, der dann entsprechend ins Keltische und dann ins Römische und Germanische übernommen wurde.
Nach der Grenze zu Südbayern stürzt der Fluss über den etwa 12 m hohen Lechfall. Kurz dahinter passiert er Füssen und durchfließt den Forggensee, den größten von insgesamt 24 Stauseen. An ihm befinden sich auch die Orte Roßhaupten, Halblech, Rieden und Schwangau. Im weiteren Verlauf nach Norden passiert der Lech Prem, Lechbruck und das Gemeindegebiet Steingaden. Dahinter verläuft der Lech durch ein Gebiet, bei dem er noch naturbelassen ist, der Litzauer Schleife. Hinter ihr wird der Lech von seiner längsten Brücke überquert, der Lechbrücke Schongau-Peiting, bei der er die Grenze der Orte markiert. Bei Hohenfurch verlief der frühere Rand des früheren mächtigen Lechgletschers. Weitere Ortschaften an der hier relativ ununterbrochenen Seenkette sind Kinsau, Apfeldorf, Epfach, Reichling, Seestall, Mundraching, Unterdießen und Pitzling, einem Ortsteil der mittelalterlichen Stadt Landsberg am Lech, die vom Lech darauffolgend durchquert wird. Es folgen Kaufering, Schwabstadl, Scheuring, Prittriching und Schmiechen am weiterhin oft aufgestauten Lech. Am Mandichosee zwischen Königsbrunn und Merching wird der Lech auch freizeitlich genutzt. Folgend durchfließt das Trinkwasser- und Naturschutzgebiet Augsburger Stadtwald. Letztendlich trifft er auf das besiedelte Gebiet der mehr als 2000 Jahre alten Stadt Augsburg. Dort wird am Hochablass ein Teil des Lechwassers in das Augsburger Kanalsystem abgeleitet.
Am nördlichen Ende von Augsburg nimmt der Lech das Wasser der Wertach auf. Ab diesem Punkt ist der Flusslauf sehr stark begradigt und eingedeicht worden. Es folgt die Brücke der Bundesautobahn 8 und das Stauwehr von Gersthofen, wo ein Teil des Wassers in den Lechkanal abgeleitet wird, der unter anderem das Wasserkraftwerk in Gersthofen speist. Der Kanal verläuft in geringem Abstand parallel zum Lech auf dessen linker Seite und mündet hinter Meitingen wieder in den Fluss. Weitere Ortschaften am unteren Lech sind Thierhaupten, Ellgau, Rain am Lech und Niederschönenfeld.
Gegenüber von Marxheim, etwa 12 km donauabwärts von Donauwörth, mündet der Lech in die Donau. Das zu Marxheim gehörende Dorf Lechsend liegt wegen Veränderungen im Mündungsbereich heute nicht mehr genau der Mündung gegenüber.
1896 wurde das gesamte Einzugsgebiet des Lechflusses mit 4126 km² angegeben, 1927 sogar mit 4400 km². Das Bayerische Landesamt für Wasserwirtschaft gibt heute 3926 km² an. Etwa ein Drittel des Einzugsgebietes liegt auf österreichischem Gebiet.
Kleinflüsse wie der Zürser-, Bocks-, Streim-, Horn-, und Schwarzwasserbach sind Zuflüsse erster Ordnung, genauso wie der Rotlech und die Planseeache (Archbach) und der Halblech. Weitere kleinere Zuflüsse sind das Doldensee- und das Reiserbächlein, die Peitnach, der Rossgraben, die Schönach und die Illach. Ein letzter Zufluss ist die Münsterer Alte, bevor der Lech sich mit der Donau vereinigt.
Insgesamt gibt es ohne die Quellbäche Formarinbach und Spullerbach und ohne die Friedberger Ach, die bis 1555 in den Lech floss, 56 Lechzuflüsse, jeweils 28 in Deutschland und Österreich.
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| Vergleich mit anderen Flüssen | bgcolor="#FFFFFF" | Fluss | Länge | Einzugsgebiet | Abfluss | Hochwasser | bgcolor="#FFFFFF" | Lech | 285 km | 4126 km² | 191 m³/s | 2300 m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Aller | 263 km | 15600 km² | 60 m³/s | --- m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Havel | 345 km | 24096 km² | 108 m³/s | --- m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Isar | 295 km | 9000 km² | 175 m³/s | 1250 m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Main | 524 km | 27292 km² | 225 m³/s | 2150 m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Moldau | 440 km | 28000 km² | 150 m³/s | --- m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Neckar | 367 km | 14000 km² | 145 m³/s | 2250 m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Oder | 866 km | 118860 km² | 533 m³/s | m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Saale | 424 km | 23700 km² | 115 m³/s | --- m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Spree | 380 km | 10105 km² | 40 m³/s | --- m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Werra | 298 km | 5496 km² | 50 m³/s | --- m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | Weser | 452 km | 46000 km² | 400 m³/s | 1200 m³/s | bgcolor="#FFFFFF" | |||
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In Bezug auf langjährige Messreihen des Hochwassernachrichtendienstes Bayern (am letzten bayerischen Pegel vor der Mündung) weist der Lech einen mittleren Jahresabfluss von 115 m³/s auf ("Augsburg u. d. Wertachmündung", 1960-2003) und belegt damit Platz sechs hinter Donau (1490 m³/s), Inn (740 m³/s), Salzach (250 m³/s), Isar (175 m³/s) und Main (164 m³/s). Der Vergleich der Donauabflüsse in Donauwörth (192 m³/s) und in Ingolstadt (314 m³/s) (jeweils Jahresreihe 1924-2003 des Hochwassernachrichtendienstes) ist ein Hinweis, dass der Lechabfluss kleiner als 314 - 192 = 122 m³/s ist.
Im Buch "Lechauf-Lechab" berichtet Rupert Zettl mit den Sätzen "... Geht man aber von der Wassermenge aus, kommt er auf den zweiten Platz, vor der Isar. ... Nicht nur an Normaltagen, auch bei Hochwasser führt, solange es ein innerbayerischer Vergleich erlaubt, mehr Wasser als die Isar.", dass der Lech auf Rang vier in der Liste der größten Flüssen Bayerns sei. Damit würde der Abfluss auf jeden Fall über 175 m³/s liegen.
Hingegen ergibt sich ein durchschnittlicher ETA-Wert am letzten bayerischen Lechpegel zwischen 172 m³/s und 191 m³/s.
Daher muss man sich zunächst an einem durchschnittlichen Abflusswert zwischen 100 m³/s und 200 m³/s orientieren.
Der Abfluss des Lechs liegt bei Extremwerten zwischen einem Niedrigwasserabfluss von 49 m³/s und einem HQ-200 Wert von 2300 m³/s.
Der Lech ist zudem mit anderen mittelgroßen deutschen Flüssen wie dem Main, der Mosel, der Isar, der Havel, der Saale, oder auch dem Neckar vergleichbar, die zwar mehr als doppelt so große Einzugsgebiete entwässern, jedoch einen ähnlichen Abfluss aufweisen.
Im Jahre 955 wurden die Ungarn bei der Schlacht auf dem Lechfeld vom deutschen Heer unter der Führung von König Otto I. und Bischof Ulrich von Augsburg besiegt. Die Schlacht am 10. August 955 war der Endpunkt der Ungarnkriege und größte militärische Sieg Ottos des Großen gegen die ungarischen Reiter, die zuvor mit ihren Plünderzügen weite Teile Mitteleuropas durchzogen hatten. Benannt ist die Schlacht nach dem Lechfeld bei Augsburg.
Nachdem zunächst Welfen, Staufer und die Grafen von Dießen-Andechs im Lechrain herrschen, fällt das Gebiet im 13. Jahrhundert an die Wittelsbacher, die hier die Landgerichte Landsberg, Friedberg, Mering und Schongau einrichten. Als Grenzstädte nach Schwaben hin kommen Landsberg und Friedberg in den Genuss zahlreicher herzoglicher Privilegien, die zeitweise zu beachtlichem Wohlstand führen. Auf der anderen Seite war vor allem Friedberg immer wieder Opfer der beständigen Auseinandersetzungen zwischen Baiern und der wohlhabenden Reichsstadt Augsburg.
1632 hatten die Truppen unter König Gustav II. Adolf von Schweden hatten Nürnberg und dann Donauwörth eingenommen. Nun waren sie im Begriff gegen Ingolstadt zu ziehen. Generalfeldmarschall Graf von Tilly wollte dies verhindern, indem er sie mit dem quantitativ unterlegenen, bayrischen Heer bei Rain am Lech-Übergang aufhielt, es folgte die Schlacht bei Rain am Lech. Nach zwei Tagen des Dauerfeuers auf beiden Seiten des Flusses, gelang den Schweden etwas weiter südlich der Übergang, worauf Tilly zu spät reagieren konnte. Bei den weiteren Kampfhandlungen wurde Tilly von einer Falkonettkugel in den rechten Oberschenkel getroffen, die diesen dabei völlig zertrümmerte. Maximilian befahl den Rückzug nach Ingolstadt, wo Graf von Tilly am 30. April 1632 seiner Verletzung erlag. Es gelang Gustav II. Adolf nicht, Ingolstadt zu erobern.
Lech unterhalb der Staustufe bei Seestall.JPG Mit der 1803/1806 erfolgten Eingliederung Augsburgs und Ostschwabens in das spätere Königreich Bayern verliert der Lechrain seine Grenzfunktion in politischer Hinsicht - mental ist sie bis heute lebendig geblieben.
Im Zuge der Verwaltungsreformen des frühen 19. Jahrhunderts werden die Landgerichte Landsberg, Schongau und Friedberg (mit dem 1799 eingegliederten Mering) Oberbayern zugeteilt. 1944 kommt der Landkreis Friedberg dann aber zum Bezirk Schwaben, wo er 1972 mit dem nördlich angrenzenden Landkreis Aichach zum neuen Landkreis Aichach-Friedberg vereinigt wird. Schongau wird im gleichen Jahr mit seinem östlichen Nachbarn Weilheim zum neuen Landkreis Weilheim-Schongau zusammengelegt, bleibt aber wie der weiterbestehende Landkreis Landsberg am Lech beim Bezirk Oberbayern.
Trotz dieser politisch-administrativen Zersplitterung wird der Lechrain bis heute als kulturell, sprachlich und historisch besonders geprägte Landschaft wahrgenommen und von den benachbarten Regionen (Allgäu, Oberland, Ballungsraum München) abgegrenzt. Zahlreiche Vereine, aber auch kulturelle Einrichtungen und Firmen führen heute den Lechrain in ihrem Namen.
Da beim Neubau der im Krieg gesprengten Brücke teilweise auch Stahl der damaligen Brücke verwendet worden war, zeigten sich in den letzten Jahren vermehrt durch Brückenschwingungen verursachte Ermüdungsrisse in den Stahlträgern. Dies führte seit August 2004 zu Verkehrsbeschränkungen auf der jetzigen Brücke (maximal 80 bzw. 60 km/h für Pkw bzw. Lkw). Die Brücke konnte deshalb nicht mit wirtschaftlichem Aufwand saniert und ertüchtigt werden.
Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der Autobahn wird die bestehende Brücke abgerissen und durch zwei neue Brücken ersetzt. Unter Aufrechterhaltung des Autobahnverkehrs auf der bestehenden Brücke wird zunächst mit dem Bau der neuen Südbrücke in südlicher Seitenlage begonnen. Hierzu werden Behelfswiderlager gebaut und Behelfspfeiler im Lech errichtet, die für den Längsverschub des Südüberbaus notwendig sind. Um die Behelfspfeiler im Lech sicher gründen zu können, wurde der Flussuntergrund im Rahmen einer Vorwegmaßnahme sowohl von den Trümmern der gesprengten Vorkriegsbrücke als auch Granaten und Munition des Krieges befreit.
Im Juli 2005 wurde die errichte Südbrücke über den Lech geschoben, wo sie bis zum Abriss der alten Lechbrücke und Neubau der Nordbrücke als Ausweichstrecke des Verkehrs dienen soll. Erst danach, geplant war hierfür der November 2006, sollte die Brücke in ihre endgültige Position nach Norden verschoben werden.
Während des Hochwassers im August 2005 kam es zu einem Rückschlag beim Bau. Das provisorische östliche Fundament wurde unterspült, die neue Brücke sackte einseitig ab und drohte in den Lech zu stürzen. Durch diesen Vorfall musste die A 8 im Abschnitt zwischen Augsburg-Ost und Augsburg-West über einen Tag lang total gesperrt werden. Das Fundament konnte zwar stabilisiert werden, jedoch dauerte es bis Dezember 2005, bis der Schaden repariert und die Brücke wieder angehoben war.
Die Fertigstellung der gesamten Brücke wird sich aufgrund des Vorfalles auf Mitte 2007 verzögern.
Auffällige Merkmale des Lechrainischen sind das harte, kehlige -kch-, das man sonst im Allgäu und in Tirol hört, die Beibehaltung eines -ch- anstelle des stummen -h- (ziehen --> ziacha, leihen --> leicha) und eine Lautverschiebung vom hochdeutschen -i- zum -u- (Kirche --> Kurcha, Wirt --> Wurt).
Die Ausprägung des Lechrainer Dialekts verläuft parallel zum Verlauf des Lechs: Die stärksten Formen findet man in den Gemeinden am Fluss, während nach Osten hin - oft innerhalb weniger Kilometer - lechrainische Merkmale abnehmen und immer mehr baierische Formen auftauchen.
Bereits im 19. Jahrhundert wurde vom Wissenschaftler Tyndall bewiesen, dass die Farbe eines Flusses nicht am Wasser (reines H2O), sondern an den Mineralien liegt, die der Fluss mit sich bringt. Weil der Anteil an Feinstsedimenten sehr gering ist, wie in Schnee oder Gletschereis, wird das Sonnenlicht gefiltert und abgespiegelt, dass den Fluss bläulich erscheinen lässt. Bei Zunahme der aufgelösten Mineralstoffen, bei denen es sich im Lech häufig um Kalkgesteine handelt, verwandelt sich die Färbung ins Grünliche.
Die Klarheit und Reinheit des Lechs, die seine durchsichtige, glas- bis smaragdhafte Farbigkeit unterstützt, hängt mit den niedrigen Jahresmitteltemperaturen zusammen, die wenig planktonartiges Leben aufkommen lassen. Ebenfalls trägt der hohe Kalkanteil (insbesondere das Hauptdolomit Magnesiumcarbonat), der eher lebensfeindlich ist dazu bei.
Nach der Wertachmündung sieht der Lech braun aus, weil sich die Wertach auf den Lech „schiebt“, und damit ihr grünbraunes Wasser zu sehen ist. Ein ähnlicher Vorgang ist die Innmündung.
Typisch für das Lechwasser ist der hohe Geröllanteil, der sich bei den Stauseen nachweisen lässt. Bestes Beispiel ist der Forggensee, bei dem die Speicherkapazität um 30000 m3 reduziert wurde.
Die Sauberkeit des Lechwassers ist enorm. Man könnte ihn definitiv zum saubersten Fluss über 200 km Deutschlands küren. Man unterscheidet in Gewässergüten (I unbelastet; I-II gering; II leicht; II-III mäßig; III kritisch; III-IV stark; III-IV sehr stark; IV extreme Belastung), die in Grafiken aufsteigend mit den Farben blau, grün, gelb, orange und violett markiert sind. Ab der Quelle bis Elmen ist die Klasse I nachgewiesen worden. Bis Füssen ist es die Klasse I-II, obwohl es beim Forggensee früher eine starke Verschmutzung gab, die behoben wurde. Bis Augsburg ist es permanent die Güteklasse II, wenn sich nicht doch kleine Klasse II-III Lücken zwischen Landsberg am Lech und Schongau gibt. Bis in die 1970er-Jahre wurde der Lech ab Augsburg sehr stark verschmutzt. Das lässt sich auf das früher als Abwasser benutzte Kanalsystem zurückführen. Heute steht hinter Augsburg ein Klärwerk, das 99 % des Wassers reinigt, und damit der Wert auf Klasse II sank. Da heute das Abwasser sowieso nicht mehr in die Kanäle gekippt wird, lässt sich die Güteklasse heute sogar auf I-II regulieren.
Zudem weist der Lech eine extrem niedrige Wassertemperatur auf (Sommer:14°C Winter:1°C), wodurch nur wenige Algen wachsen können. Im Winter kann der Lech regelrecht zufrieren.
Im Flussbereich zwischen Landsberg und Augsburg sind noch seltene Lech-Urlandschaften erhalten geblieben. Man fasst die Einzelflächen unterschiedlicher Heiden und Trockenrasen unter dem Begriff Lechtalheiden zusammen. Sie stellen nur noch wenige Gebiete der ursprünglichen Flächen dar und stehen unter strengstem Naturschutz. Es handelt sich um einen der artenreichsten Lebensräume Mitteleuropas.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird der natürliche Verlauf des Lechs durch verschiedene Hochwasserschutzmaßnahmen und den Bau von Stauseen stark eingeschränkt – mit weitreichenden Folgen für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt. Die Durchgängigkeit des Fließgewässers wird zum Beispiel häufig durch Wehre gestört. Dadurch wird die Möglichkeit der Wanderung und der Verbreitung von Fischen nach flussauf- bzw. flussabwärts erschwert oder sogar unmöglich gemacht. Auch die Eindeichung in einigen Bereichen bedeutete einen Eingriff in das ursprünglich bestehende, ökologische Gleichgewicht. Die Auwälder wurden durch die Deiche vom natürlichen Wasserzufluss abgeschirmt, so dass der Auwaldbestand nur noch in Restbeständen vorhanden ist. Um zumindest in Teilbereichen die ursprüngliche Flusslandschaft zu erhalten, wurden mehrere Naturschutzgebiete ausgewiesen. So gehören die Schutzzonen Tiroler Lechtal, Litzauer Schleife bei Steingaden, die Lechtalheiden zwischen Landsberg und Augsburg, der Augsburger Stadtwald und die Wolfzahnau im Mündungsbereich der Wertach dazu. (Siehe auch: Ramsar-Konvention)
In der sommerlichen Wiese lauert die veränderliche Krabbenspinne auf einer Blüte verharrend, anfliegenden Insekten auf. Allgemein in Ausbreitung begriffen ist die Wespenspinne. Zur Geräuschkulisse der Heide gehören neben Vögeln auch Insekten wie: Heidegrasgrashüpfer, Schwarzfleckiger Grashüpfer und Feldgrille. Ein typischer Käfer der Blumenwiese ist der Blattkäfer, ein Pflanzenfresser der oft auf Blüten gefunden werden kann.
Der abwechslungsreiche Lebensraum bietet seltenen Tierarten Rückzugsmöglichkeiten. So bildet die Schlingnatter im Lechfeld eines der größten deutschen Vorkommen. Für zahlreiche Vogelarten ist das Lechgebiet als Brutplatz unersetzbar geworden. Der Augsburger Stadtwald beherbergt zahlreiche Flachmoore und Tümpel, diese stellen wichtige Amphibien-Habitate dar.
Wasserkraftwerke benötigen einen gleichmäßig hohen Wasserstand, damit die Energieerzeugung in niederschlagsarmen Monaten nicht zum Erliegen kommt. Dies wurde durch den Bau von mehreren Kanälen sichergestellt, die den Verlauf den Lech begleiten jedoch nicht größeren Anteil des Flusswassers mit sich führen. Im Gebiet unterhalb Augsburgs liegen am LEW-Werkkanal drei zwischen 1898 und 1922 erbaute Kraftwerke (Kanalkraftwerke Gersthofen, Langweid und Meitingen). Aus dem Lech wird bei der Lechstaustufe 22 das Wasser für den Lochbach ausgeleitet, an dem drei weitere, kleinere Wehre liegen. Am Nordrand von Augsburg zweigt der parallel verlaufende LEW-Werkkanal Richtung Meitingen ab und fließt erst nach über 20 Kilometern wieder zurück ins Flussbett. Die Kraftwerke entlang des Lechs erzeugen im Durchschnitt etwa 3-4 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie im Jahr. Auch der Forggensee, der 1954 als Hochwasserschutz südlich von Rosshaupten fertig gestellt wurde, wird zur Energiegewinnung genutzt. Der Stausee ist in der Lage, maximal 168 Millionen Kubikmeter Wasser zwischenzuspeichern.
Das Befahren des Lechs mit Kanus, Flößen oder ähnlich kleinen und wendigen Booten ist über Teilstrecken in der (nah)alpinen Region problemlos möglich.
An einigen Stellen entlang des Lechs wird nackt gebadet, so beispielsweise in Augsburg im Bereich des Hochablasses. Im diesem Gebiet von Augsburg sind vermutlich sogar FKK-Gelände offiziell ausgewiesen.
Den Lech begleitet begleiten lange Radwege, die relativ einfach zu fahren sind, von der alpinen Region bis zum Mündungsbereich.
An der Endung -bach Beziehungsweise -lech, kann man heute noch erkennen, ob ein Kanal ehemals aus dem Lech abgeleitet wurde, oder ob es sich um einen Quellbach handelt.
Neben dem Augsburger Kanalsystem, welches durch Lechwasser gespeist wird, gibt es weitere Kanäle in Augsburg, welche ausschließlich durch Wertach- und Singoldwasser gespeist werden. Eine Vermischung der beiden Kanalsysteme findet nicht statt.
Die beiden Lechkanäle, teilen sie sich im Stadtgebiet Augsburg in zahlreich kleinere Kanäle auf. Diverse kleinste Quellbäche aus dem Trinkwasserschutzgebiet Stadtwald Augsburg, münden in dieses Kanalsystem. Zusammengefasst als ein Auslaufkanal, fließen sie nur wenige Meter oberhalb der Wertachmündung im Landschaftsschutzgebiet Wolfzahnau zurück in den Lech.
Weitere Lechkanäle gibt es in Kinsau an der Staustufe 8a, in Landsberg und zwischen Gersthofen und Ellgau.
Im Jahr 1910 veröffentlichte die Königliche Oberste Baubehörde eine Denkschrift über die Ausnutzung der Wasserkräfte am Lech, nach der schon damals bei Roßhaupten eine Staumauer mit 34 m Höhe, 140 m Kronenlänge und einem Speicher mit 65 Mio.m³ Gesamtinhalt errichtet werden sollte. Der erste Weltkrieg und wirtschaftlich schwierige Nachkriegsjahre haben die Realisierung des Projektes verhindert.
Der steigende Strombedarf in den Zwischenkriegsjahren erweckte erneutes Interesse am Bau eines Lechspeichers. Ein Entwurf von 1936/37 sah ein Stauziel von 784,00 Meter über Normalnull, also drei Meter höher als später ausgeführt, und eine Betonmauer mit eingebauten Kraftwerk vor.
1940 erfolgte die Gründung der Bayerischen Wasserkraftwerke AG (Bawag) mit dem Ziel, den Lech, die Untere Isar und die Obere Donau mit Kraftwerken auszubauen. Aufgrund der langen Bauzeit und wegen des Kriegsbeginns wurde der geplante Baubeginn des Speichers Roßhaupten jedoch zurückgestellt. Lediglich die Lechstufen 7 bis 15 zwischen Landsberg und Schongau konnten in den Jahren 1940 bis 1950 errichtet werden - die kleineren Kraftwerke konnten schneller realisiert werden.
Infolge des weiter wachsenden Energiebedarfes nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Projekt Lechspeicher wieder aufgenommen. Nach zähen Verhandlungen wurde das Stauziel auf 781,00 m.ü.NN. festgelegt - die ursprünglich geplante Stauhöhe von 784,00 m.ü.NN. hätte größere Umsiedlungen von 1500 bis 2000 Menschen und besonders im Bereich um Schwangau erhebliche Flächenverluste für die Landwirtschaft bedeutet. Einen Eindruck dieser Ausmaße lieferte das Pfingsthochwasser 1999, als der Seepegel am 22. Mai 1999 mit 782,91 m.ü.NN. noch gut einen Meter niedriger als das ursprünglich vorgesehene Stauziel lag.
Die Bawag, inzwischen nur noch für Ausbau der Lechstaustufen zuständig, begann 1950 mit dem Bau des Lechspeichers. Dabei fanden starke Proteste der Anlieger statt, die eine Schutzgemeinschaft gründeten und mit dem Schwangauer Vertrag 1952 eine weitgehend zufrieden stellende Einigung mit der Bawag erreichten. Für die Betroffenen konnten entweder ortsnah neue Höfe gefunden werden oder es wurden neue Häuser gebaut. So sind vor allem viele der Bauern und ihre Nachkommen, die im heutigen Forggenseegebiet lebten, in den Umlandgemeinden bis heute zu finden.
Der Bau der Talsperre begann Anfang 1951, nachdem die Erschließungsmaßnahmen - unter anderm der Bau der neuen Zufahrtsstraßen und eines Wohnlagers für die bis zu 1000 beteiligten Arbeitskräfte - abgeschlossen waren. Um die Dichtigkeit des Dammbauwerkes zu gewährleisten, wurde der gesamte Damm und die zugehörigen Bauwerke direkt auf Fels gegründet; dies geschah aus geologischen Gründen nicht wie ursprünglich vorgesehen direkt am Durchbruch des Lech durch die Illasschlucht, sondern noch etwa einen Kilometer flussabwärts. Seeseitig wurde eine fünf Meter dicke Betonschütze bis zu 20 Meter tief in den Fels eingebaut. An dieser konnte im Frühjahr 1952 der Lech aufgestaut und durch einen zwischenzeitlich errichteten Stollen umgeleitet werden. In den restlichen zwei Jahren bis zur Fertigstellung Ende 1954 wurden die übrigen Bauwerke errichtet und der Damm aufgeschüttet. Dabei wurden die Baustoffe größtenteils aus dem Staubecken selbst gewonnen.
| Kraftwerk | Name | Lage | Fluss km | Bauart | Stauziel | Stauhöhe | Leistung | Betreiber | Bauzeit | - | Staustufe | Horn | Schwangau | 164,5 | Buchtenkraftwerk | 786,6 m ü. NN | 6,1 m | 5,0 MW | AÜW | 1951 – 1952 | - | Staustufe 1 | Forggensee | Roßhaupten | 154,0 | Speicherkraftwerk | 780,5 m ü. NN | 35,0 m | 45,5 MW | EON | 1950 – 1954 | - | Staustufe 2 | Premer Lechsee | Prem | 149,2 | Laufwasserkraftwerk | 745,6 m ü. NN | 15,6 m | 19,2 MW | EON | 1970 – 1972 | - | Staustufe 3 | Urspring Lechsee | Urspring | 143,0 | Laufwasserkraftwerk | 722,0 m ü. NN | 8,0 m | 10,2 MW | EON | - | - | Staustufe 4 | - | Dessau | 140,0 | Laufwasserkraftwerk | 713,0 m ü. NN | 8,0 m | 10,2 MW | EON | - | - | Staustufe 5 | nicht gebaut | - | - | - | - | - | - | - | - | - | Staustufe 6 | Dornautalsperre | Schongau | 125,7 | Laufwasserkraftwerk | 694,0 m ü. NN | 19,0 m | 16,6 MW | EON | 1958 – 1960 | - | Staustufe 7 | - | Finsterau | 119,7 | Laufwasserkraftwerk | 667,0 m ü. NN | 8,0 m | 7,7 MW | EON | - | - | Staustufe 8 | - | Sperber | 116,0 | Laufwasserkraftwerk | 659,0 m ü. NN | - | 7,3 MW | EON | - | - | Staustufe 9 | - | Apfeldorf | 110,0 | Laufwasserkraftwerk | 642,0 m ü. NN | 7,0 m | 7,2 MW | EON | - | - | Staustufe 10 | - | Epfach | 107,0 | Laufwasserkraftwerk | 635,0 m ü. NN | 9,0 m | 8,3 MW | EON | - | - | Staustufe 11 | - | Lechblick | 101,2 | Laufwasserkraftwerk | 626,0 m ü. NN | 8,0 m | 8,1 MW | EON | - | - | Staustufe 12 | - | Lechmühlen | 98,5 | Laufwasserkraftwerk | 618,0 m ü. NN | 9,0 m | 7,9 MW | EON | - | - | Staustufe 13 | - | Dornstetten | 94,0 | Laufwasserkraftwerk | 613,0 m ü. NN | 8,0 m | 8,2 MW | EON | - | - | Staustufe 14 | - | Pitzling | 89,5 | Laufwasserkraftwerk | 601,0 m ü. NN | 8,0 m | 7,9 MW | EON | - | - | Staustufe 15 | - | Landsberg | 86,3 | Laufwasserkraftwerk | 593,0 m ü. NN | 8,0 m | 7,8 MW | EON | - | - | Wehr | Karolinenwehr | Landsberg | 84,6 | Wehr | 584,0 m ü. NN | - | - | - | - | - | Staustufe 16 | nicht gebaut | - | - | - | - | - | - | - | - | - | Staustufe 17 | nicht gebaut | - | - | - | - | - | - | - | - | - | Staustufe 18 | - | Kaufering | 76,9 | Laufwasserkraftwerk | 569,5 m ü. NN | 13,3 m | 16,7 MW | EON | 1973 – 1975 | - | Staustufe 19 | - | Schwabstadl | 71,9 | Laufwasserkraftwerk | 555,9 m ü. NN | 9,6 m | 12,0 MW | EON | – 1981 | - | Staustufe 20 | - | Scheuring | 67,8 | Laufwasserkraftwerk | 546,0 m ü. NN | 10,0 m | 12,2 MW | EON | - | - | Staustufe 21 | - | Prittriching | 63,9 | Laufwasserkraftwerk | 536,1 m ü. NN | 9,9 m | 12,1 MW | EON | - | - | Staustufe 22 | - | Unterbergen | 60,4 | Laufwasserkraftwerk | 526,2 m ü. NN | 9,9m | 12,4MW | EON | - | - | Staustufe 23 | Mandichosee | Merching | 56,7 | Laufwasserkraftwerk | 516,3 m ü. NN | 8,3 m | 12,0 MW | EON | 1975 – 1978 | - | Wehr | Sohlschwellen 6-1 | Augsburg | - | Wehre | - | - | - | - | – 1938 | - | Staustufe 24 | nicht gebaut | Kissing | - | - | - | - | - | - | - | - | Staustufe 25 | nicht gebaut | Augsburg- Siebenbrunn | - | - | - | - | - | - | - | - | Wehr | Hochablass / Kuhsee | Augsburg-Hochzoll | 47,0 | Wehr | 486,0 m ü. NN | 5,7 m | - | - | - | - | Wehr | Eisenbahnerwehr | Augsburg-Hochzoll | 45,6 | Buchtenkraftwerk | 477,0 m ü. NN | 6,0 m | 3,2 MW | LUWA Lutzenberger | 2004 – 2006 | - | Wehr | Wolfzahnauwehr | Augsburg | 40,7 | Wehr | - | 5,7 m | - | - | 1882 – 1883 | - | Wehr | Gersthoferwehr | Augsburg | 37,3 | Wehr | 457,0 m ü.NN | 4,0 m | - | LEW | 1898 – 1901 | - | Kraftwerk | - | Gersthofen | 3,0 Kkm | Kanalkraftwerk | 456,0 m ü.NN | 9,0 m | 9,9 MW | LEW | 1898 – 1901 | - | Kraftwerk | - | Langweid am Lech | 9,0 Kkm | Kanalkraftwerk | 446,0 m ü.NN | 7,0 m | 7,0 MW | LEW | 1907 – 1908 | - | Kraftwerk | - | Meitingen | 14,5 Kkm | Kanalkraftwerk | 438,0 m ü.NN | 10,0 m | 11,6 MW | LEW | – 1922 | - | Staustufe | - | Ellgau | 17,1 | Laufwasserkraftwerk | 426,0 m ü.NN | 9,0 m | 10,0 MW | RMD | – 1952 | - | Staustufe | - | Oberpeiching | 11,5 | Laufwasserkraftwerk | 416,0 m ü.NN | 8,0 m | 12,3 MW | RMD | – 1954 | - | Staustufe | - | Rain am Lech | 6,1 | Laufwasserkraftwerk | 408,0 m ü.NN | 8,0 m | 11,2 MW | RMD | – 1955 | - | Staustufe | - | Feldheim | 1,3 | Laufwasserkraftwerk | 400,0 m ü.NN | 8,0 m | 8,5 MW | RMD | – 1960 | - |
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