Least Developed Countries map - 2006.png Der Begriff Least Developed Countries (LDC) ist ein von den Vereinten Nationen auferlegter sozialökonomischer Status, den eine Gruppe von 50 besonders armen Ländern überall in der Welt besitzt. Diese am wenigsten entwickelten Länder der Welt werden oft auch als Vierte Welt bezeichnet. Das am wenigsten entwickelte Land ist Osttimor.
Die Bezeichnung Least Developed Countries wird fälschlicher Weise oft synonym mit den Begriffen Less Developed Countries, Developing Countries oder „Dritte Welt"-Länder gebraucht. Dabei ist aber zu beachten, dass Least Developed Countries weitaus entwicklungsbedürftiger als Less Developed Countries (auch Developing Countries) sind. „Dritte Welt"-Länder hingegen umfassen ein viel breiteres Spektrum an Ländern. Der Begriff „Dritte Welt" stammt aus einer Ära, als sich viele Nationen weigerten, sich hinter der „ersten Welt" der NATO und den USA oder der „zweiten Welt" der Sowjetunion und dem Warschauer Pakt einzureihen.
Die Abkürzung LDC für Least Developed Countries wird oft auch mit LLDC angegeben, um Verwechslungen mit den Less Developed Countries auszuschließen, was aber wiederum Verwechslungen mit der Abkürzung LLDC für Landlocked Developing Countries mit sich bringt. Deswegen werden die Less Developed Countries meist ausweichend als Developing Countries bezeichnet. Viele Behörden wie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) oder sogar einige UN-Organisationen machen allerdings keinen Unterschied zwischen LDC und LLDC.
Für den deutschen Sprachgebrauch hat das BMZ mittlerweile aufgrund der umständlichen Übersetzung die englische Abkürzung "LDC" oder den unbestimmten Begriff "Entwicklungsland" festgelegt. Die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) vermeidet den Begriff "Entwicklungsland" zugunsten der Bezeichnung "Partnerländer".
Bis 1990 wurden als Ausschlag gebende Kriterien für die Einstufung als LDC das Pro-Kopf-Einkommen, der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt (BIP) und die Alphabetisierungsrate herangezogen.
Dieser Kriterienkatalog wurde 1991 durch vier neue umfassende Kriterien abgelöst, um auch langfristige Entwicklungshemmnisse wie z. B. Strukturschwächen und niedriges Niveau der Entwicklung menschlicher Ressourcen bei der Beurteilung berücksichtigen zu können:
Die differenzierten zugrundeliegenden Indikatoren genießen weltweit eine hohe Akzeptanz. Kritisiert wird der Bevölkerungsindikator, aufgrund dessen diese Einteilung wenig über die tatsächliche Verteilung von Armut in der Welt aussagt, die mögliche politische Instrumentalisierung dieser Klassifizierung und dass die Einteilung sehr aufwendig zu stande kommt.
Die Aufnahme in die LLDC-Länder kann für den betroffenen Staat durchaus begehrt sein, da in den Geberländern die Qualität der Entwicklungspolitik oft an ihrer Ausrichtung auf die LLDC-Staaten gemessen wird. Daher erhalten diese bevorzugt nichtrückzuzahlende Zuschüsse (Grants) oder Kredite zu günstigeren Bedingungen (International Development Association, IDA).
Die Bezeichnung "Least Developed Countries" lehnt sich stark an den sogenannten Human Development Index (HDI) an, der jedes Jahr im Rahmen des Entwicklungsprogrammes der UNO erstellt wird, um die Entwicklung eines Landes in Hinblick auf wirtschaftliche und soziale Kriterien zu messen. In diesem Kontext bezeichnen Least Developed Countries die Gruppe der Länder, die am Ende dieses Index' liegt. Es ist allerdings umstritten, ob die Kriterien des HDI wirklich eine Einordnung in einen "Index" rechtfertigen, beziehungsweise ob eine solche Einordnung überhaupt möglich ist, weshalb die Bezeichnung Least Developed Countries ebenfalls umstritten ist.
Gemeinsam mit den Entwicklungsländern ohne Zugang zum Meer (LLDC) und denen auf kleinen Inseln gelegenen Entwicklungsländern (SIDS) werden die LDCs seit 2001 von einem Hohen Vertreter des OHRLLS ("Office of the High Representative for Least Developed Countries, Landlocked Developing Countries and Small Island Developing States") repräsentiert. Aufgrund einer Resolution der UN-Vollversammlung wurde dieses Büro am Sitz der Weltorganisation in New York eingerichtet, um bei den verschiedenen Aktionsprogrammen für diese Ländergruppen koordinierend zu helfen.
Die mit * versehenen Länder sind gleichzeitig in die Gruppe der LLDC,
die mit ** versehenen Länder in die Gruppe der SIDS eingeordnet.
Asien (10 Länder)
Afrika (34 Länder)
Ozeanien (5 Länder)
Karibik (1 Land)
LDC-Seite bei den Vereinten Nationen (englisch)
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