Lidzbark * (auch: Lidzbark Welski oder Lidzbark Działdowski, deutsch Lautenburg) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Die Stadt liegt an dem Fluss Welle (pl. Wel) und grenzt an den Lautenburger See (pl. Jezioro Lidzbarskie).
Auf seinem Wege nach Tannenberg zog am 9. Juli 1410 das polnische Heer Wladyslaw Jagiełłos durch die Stadt. Am 29. September 1413 kam es bei Lautenburg zur Meuterei der Stände im Deutschen Orden, die die Absetzung des Hochmeisters Heinrich von Plauen durch Michael Küchmeister auslöste. In Folge des Thorner Friedens kam Lautenburg im Jahre 1466 an das Königreich Polen.
Ein Stadtbrand zerstörte 1746 große Teile der Stadt. 1772 kam die Stadt an Preußen. Sie gehörte von 1807 - 1815 zum Herzogtum Warschau und danach wieder zu Preußen. Lautenburg hatte 1772 510 Einwohner, die Stadt bestand aus 83 Holzhäusern und 18 Katen. Haupterwerb war der Ackerbau, die Bierbrauerei, Branntweinbrennerei sowie etwas Handwerk. Um 1789 erfolgte die Ansiedlung evangelischer Kolonisten. Bei diesen 41 Familien handelte es sich vorwiegend um Handwerker. Die Einwohnerzahl stieg auf 802.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in der Stadt neben den traditionellen Brennereien und Brauereien, Mahl- und Schneidemühlen, Gerbereien und ein Eisenhammer, eine Eisengießerei, Maschinenfabrik sowie eine Molkerei betrieben. Bedeutsam waren auch die großen Vieh- und Pferdemärkte sowie der Holz- und Getreidehandel in Lautenburg. Bis zum 1. Weltkrieg war die Stadt ein Durchgangsort für den Grenzverkehr der polnischen Saisonarbeiter auf den preußischen Dominialgütern. 1920 wurde die Stadt, die zum Landkreis Löbau an der Welle gehörte, nach Polen eingegliedert.
1943 lebten 4.329 Einwohner in der Stadt. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg Weltkrieg zu 70 % zerstört.
Die Stadt- und Landgemeinde (Gmina miejsko-wiejska) Lidzbark umfasst ein Territorium von 255,67 km² mit 14.527 Einwohnern (2005). Dazu gehören folgende Orte: Adamowo, Bryńsk, Cibórz, Ciechanówko, Jeleń, Kiełpiny, Klonowo, Lidzbark, Nick, Nowy Dwór, Nowy Zieluń, Stare Dłutowo, Słup, Wlewsk, Wąpiersk, Zalesie
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