Lauscha ist eine durch das Glasbläserhandwerk bekanntgewordene Stadt im thüringischen Landkreis Sonneberg.
Geografie
Lauscha liegt im
Thüringer Schiefergebirge zwischen den Städten
Sonneberg,
Ilmenau und
Saalfeld. Die Stadt liegt in einem Seitental der
Steinach.
Nachbargemeinden
Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden:
Neuhaus am Rennweg -
Lichte -
Piesau -
Oberland am Rennsteig -
Steinach -
Steinheid
Stadtgliederung
Seit
1994 gehört Ernstthal nordöstlich von Lauscha zur Stadt.
Geschichte
1597 wurde Lauscha durch den Bau einer
Glashütte gegründet. Diese wurden zu der Mutterglashütte der Glasproduktion im
Thüringer Wald. Die Glasmacher
Hans Greiner und
Christoph Müller erhielten am 10. Januar 1597 vom Herzog Johann Casimir zu
Sachsen-Coburg die Konzession für diese Glashütte.
1707 wurde
Ernstthal ebenfalls durch den Bau einer Glashütte gegründet.
1835 entwickelte
Ludwig Müller-Uri das erste künstliche
Menschenauge aus Glas. Die Herstellung von künstlichen
Lauschaer Glasaugen ab 1835 revolutionierte die Versorgung derjenigen Patienten, welche durch Unfall, Krankheit oder Krieg ein Auge verloren hatten. Als
Nebenprodukt der Glasaugenproduktion erfand sein Schwiegersohn die
Glasmurmel.
Politik
Städtepartnerschaften
Die Stadt unterhält Partnerschaften mit
Heubach und
Küps.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Lauscha-weinachtsbaumschmuck.jpg
Lauscha ist die Geburtsstadt des gläsernen
Christbaum- und Weihnachtsschmuckes sowie allgemeinen Glasschmuckes. Dieser verhalf der Stadt und ihren Glasbläsern zu weitreichendem Ansehen.
Viele Glasbläser lassen sich bei ihrer Arbeit beobachten. Außerdem gibt es in Lauscha eine Schauglashütte, in der die Arbeit der Glasmacher vorgeführt wird.
Kulinarische Spezialitäten
- Lauschner Knölla (Thüringer Klöße)
- Radiokranz (ein spezieller Kranzkuchen aus Teig mit Kartoffeln, Mehl und Nüssen bzw. Mandeln)
- Flockzamet (Kartoffelbrei)
- Schnippelsuppe
- Mellichstöcksulot (Löwenzahnsalat)
- Dätscher (Kartoffelpuffer)
- Gelüng (Suppe aus Herz, Leber, Lunge, Milz, dazu gibt es Zamet)
- Schwämmbrüh' (Pilzsuppe)
(Siehe auch Broschüre: "Lauter Lauschner Leibgerichte", Herausgeber: Ev.-Luth. Kirchgemeinde Lauscha, 1996, mit vielen Rezepten)
Wirtschaft und Infrastruktur
Bahnhof Lauscha 2001.jpg
Lauscha ist von der Glasindustrie geprägt. Deren Kernstück ist die
Farbglashütte Lauscha. Die Weiterverarbeitung des Glases erfolgt in der ortsansässigen Heimindustrie. Die Stadt ist für den dort produzierten Christbaumschmuck bekannt. Außerdem ist der
Tourismus eine wichtige Einnahmequelle.
Lauscha liegt an der Straße von Neuhaus am Rennweg über Steinach nach Sonneberg. Des weiteren verfügt die Stadt über zwei Bahnhöfe an der Eisenbahnstrecke Sonneberg-Neuhaus.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
Weblinks
Ort in Thüringen | Landkreis Sonneberg