Laura ist ein Film des österreichisch-US-amerikanischen Regisseurs Otto Preminger aus dem Jahr 1944. Der Film noir basiert auf einem Roman von Vera Caspary und wurde von dem Filmstudio Twentieth Century Fox produziert.
Der scharfzüngige Lydecker und McPherson besuchen als nächsten Verdächtigen Mrs. Ann Treadwell, eine reiche Tante Laura Hunts. Treadwell ist Lauras Verlobten Shelby Carpenter sehr zugetan, der sich in wenigen Tagen mit Laura hat vermählen wollen. Mark McPherson erkundigt sich bei Mrs. Treadwell über die finanzielle Unterstützung, die sie Shelby zukommen hat zukommen lassen. Überraschend treffen Lydecker und McPherson auch auf Shelby Carpenter, der sich vor der Presse zu Lauras Tante geflüchtet hat. Er beteuert seine Unschuld und beharrt auf seinen Heiratsabsichten. Waldo Lydecker stellt die Hochzeitspläne jedoch in Frage und gibt bekannt, dass Laura es sich mit der Vermählung noch mal hatte überlegen wollen und dass das der eigentliche Grund war, warum sie plante aufs Land zu fahren. Carpenter begleitet Lydecker und McPherson in die Wohnung von Laura Hunt. Dort rekonstruiert der Kriminalbeamte noch einmal das Verbrechen und kann Shelby Carpenter des Versuches überführen, den Schlüssel zu Lauras Landhaus in ihren Nachttisch zu schmuggeln. Waldo Lydecker sieht diese Handlung unzweifelhaft als Indiz für Carpenters Verwicklung in den Mord an. Es kommt zu einer Auseinandersetzung zwischen Lauras Verlobten und Waldo Lydecker, die jedoch von Mark McPherson im Keim erstickt werden kann.
Am Abend besuchen Mark McPherson und Waldo Lydecker das Restaurant, in dem der Journalist und das Mordopfer oft zu Gast gewesen sind und Pläne für Zukunft gerschmiedet haben. Hier erinnert sich Lydecker an die erste Bekanntschaft mit der jungen Laura Hunt, die vor fünf Jahren im Algonquin Hotel stattfand. Laura, Angestellte der großen Werbeagentur Bullitt & Company, hat Lydecker zu überreden versucht, für 5000 US-Dollar seine Unterschrift unter ein Werbeplakat für einen Füllfederhalter zu setzen. Lydecker hat Laura jedoch kalt abblitzen lassen, was die energische Frau mit einem traurigen Resümee über das Leben des kaltherzigen Journalisten gekontert hat. Verärgert über den Zwischenfall und beeindruckt von ihrer Person hat sich Lydecker in die Werbeagentur aufgemacht, wo er sich bei Laura entschuldigt und seine Unterschrift unter das Inserat gesetzt hat. Mit Lydecker als Werbeikone ist Lauras erfolgreiche Karriere bei Bullitt & Company gestartet. Waldo Lydecker hat sich mit wichtigen Kunden bekannt gemacht und ihr weitere Unterschriften besorgt. Durch ihr Talent Zusammenhänge schnell zu begreifen, ist es ihr gelungen, bis in die Vorstandsetage der Werbeagentur zu gelangen. Während dieser Zeit hat Laura ein freundschaftliches Verhältnis zu Lydecker unterhalten, als sie aber die Bekanntschaft mit dem Maler Jacoby gemacht hat, der sie auch porträtiert hat, haben die Besuche Lauras bei ihrem Gönner geendet. Lydecker hat die Liaison entdeckt und Jacoby in seiner Kolumne bloßgestellt, was zum Scheitern der Beziehung geführt hat. Als Laura auf einer Abendgesellschaft ihrer Tante Ann Treadwell die Bekanntschaft mit Shelby Carpenter gemacht hat, hat sie siche sie sich in ihn verliebt und dem verarmten Playboy eine Stelle in der Werbeagentur beschafft. Lydecker hat die Beziehung argwöhnisch beobachtet und Beweise gesammelt, um Laura von Carpenters unlauteren Charakter zu überzeugen. Er hat die Ergebnisse seiner Ermittlungen Laura präsentiert , die sie u. a. über die Beziehung Carpenters zum Fotomodell Diane Redfern und Ann Treadwell informiert haben. Als Laura und Lydecker kurz darauf überraschenderweise Shelby Carpenter bei ihrer Tante vorgefunden hat, ist die Karrierefrau verunsichert gewesen. Sie hat das Fotomodell Diane Redfern zum Essen eingeladen und kurze Zeit später Lydecker telefonisch davon wissen lassen, dass sie ihre Verabredung mit ihm am Freitagabend nicht einhalten könne. Es ist das letzte Mal gewesen, dass Lydecker ihre Stimme gehört hat.
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Der Kriminalbeamte Mark McPherson ist schon bald fasziniert von Laura Hunt. Er verbringt immer öfter Zeit in ihrer Wohnung, liest ihre Tagebuch, geht ihre persönliche Korrespondenz durch und plant Lauras Portrait über dem Kamin zu kaufen. McPherson stößt bei seinen Ermittlungen u. a. in Lauras Hausbar auf eine Flasche billigen Whiskeys der Marke Black Pony. Bei einem Gespräch mit Lauras Hausmädchen Bessie Clary kommt heraus, dass die treuergebene Bessie keinen schlechten Ruf auf ihre Herrin hat kommen lassen wollen. Als sie die Leiche entdeckt hat, hat sie die zwei Gläser aus Lauras Schlafzimmer verschwinden lassen und den billigen Scotch in der Hausbar versteckt. Dies lässt in McPherson den Verdacht aufsteigen, dass Laura am Freitagabend noch Besuch von einem Mann gehabt hat. Als der bestellte Shelby Carpenter zusammen mit Ann Treadwell und Waldo Lydecker den Kriminalbeamten in Lauras Wohnung aufsucht, kommt es zum Streit über die Erbschaft. McPherson lässt die Mordverdächtigen heimlich vom billigen Whiskey probieren und nur Carpenter verwehrt den Tropfen aus fadenscheinigen Gründen.
Als es Mark McPherson am Montag Abend, drei Tage nach dem Mord, wieder zum Tatort zieht und er in der Wohnung einschläft, kommt es zu einer entscheidenden Wendung im Mordfall. Die vermeintlich tote Laura Hunt betritt ihre Wohnung. Verwirrt über das Antreffen des Kriminalbeamten erklärt sie, die letzten Tage in ihrem Landhaus verbracht, nicht ausgegangen und keinen Besuch empfangen zu haben. Durch ein defektes Radio habe sie nichts von dem Mordfall mitbekommen. Für McPherson rückt mehr und mehr Lauras Geliebter Shelby Carpenter in den Focus der Ermittlungen. Laura verteidigt Carpenter leidenschaftlich, lässt McPherson jedoch wissen, dass sie ihn nicht heiraten wird. Der Kriminalbeamte weist Laura an, das Haus nicht zu verlassen und nicht zu telefonieren, um so den Mörder, der in Lauras Freundeskreis zu suchen ist, über dessen Fehler im Unklaren zu lassen. Schon kurz nach der Entdeckung erfährt McPherson vom Ergebnis der gerichtsmedizinischen Untersuchung, die das Fotomodell Diane Redfern als Mordopfer identifiziert.
Laura hält nicht viel von McPhersons Anweisung und vereinbart telefonisch ein Treffen mit ihrem Verlobten Shelby Carpenter. Lauras Telefon wird jedoch überwacht und McPherson und ein Kollege folgen ihr und beobachten das Treffen. Als sich die Wege von Laura und Shelby trennen, folgt McPherson Carpenter zum Landhaus der schönen Geschäftsfrau, wo er sich an einer Flinte an der Wand zu schaffen macht. McPherson stellt Carpenter und findet heraus, dass aus der Flinte, die er Laura einst zum Schutz geschenkt hat, vor kurzem geschossen worden ist. Lauras Verlobter gibt jedoch an, mit der Waffe vor langer Zeit auf Kaninchenjagd gewesen zu sein. Er berichtet McPherson vom Freitagabend, davon dass er den Schlüssel zu Lauras Wohnung aus ihrem Büro gestohlen hat, um sich mit Diane Redfern ungestört auszusprechen. Im Verlauf der Unterhaltung ist jedoch an die Tür geklopft worden. Diane Redfern ist in der dunklen Wohnung, in der kein Licht brannte, an die Tür gegangen und ist erschossen worden, Carpenter hat Hals über Kopf den Tatort verlassen. Im Landhaus stößt McPherson außerdem auf das vermeintlich kaputte Radio, das in Wirklichkeit funktioniert.
Nachdem sowohl Bessie als auch Waldo Lydecker die vermeintlich tote Laura Hunt erblicken und einem Schock bzw. einem Schwächeanfall erliegen, wird eine Party für die Wiederauferstehung der Laura Hunt gefeiert. Laura und Shelby gehen dort miteinander um, als wäre nichts passiert. Ann Tredwell macht daraufhin ihrer Nichte noch einmal ihre Besitzansprüche an Shelby Carpenter deutlich. Nach einem auf der Party erhaltenen Telefonanruf nimmt Mark McPherson Laura Hunt des Mordes an Diane Redfern fest. Im Verhör auf dem Polizeirevier widerspricht Laura der These, dass das Radio nie defekt gewesen sei und gibt an, die Verlobung und mögliche Heirat mit Shelby Carpenter nur weiterzuführen, um keinen Verdacht auf Carpenter zu lenken. McPherson sieht sich in seiner Ahnung bestätigt, er hat nie wirklich Laura Hunt des Mordes verdächtigt, hat aber ihr Verhältnis zu ihrem Verlobten ausloten und letzte Zweifel aus dem Weg räumen wollen.
Laura und Mark McPherson kommen sich näher, während Waldo Lydecker versucht, wie schon in der Vergangenheit, die Beziehung zu torpedieren. Laura kündigt daraufhin die Freundschaft mit Lydecker, der empört die Wohnung verlässt und die beiden an seine Radiokolumne erinnert, die in wenigen Minuten ausgestrahlt wird. Während sich Waldo Lydecker im Haus versteckt, entdecken McPherson und Laura in einer antiken Uhr, die der angesehene Kolumnist seiner Freundin einst geschenkt hat, die Mordwaffe. McPherson verlässt Lauras Wohnung, um Lydecker zu verhaften, doch der will seinen Fehler ungeschehen machen und die Frau, die er in den Armen keines anderen sehen will, ein zweites Mal töten. Er schleicht sich in die Wohnung von Laura, nimmt die Flinte aus der Uhr an sich und versucht sie zu erschießen. Es gelingt Laura aber zur Wohnungstür zu flüchten, wo sie bereits Mark McPherson und seine Kollegen erwarten. Lydecker, der noch einmal auf Laura anlegt, wird von einem Kollegen McPhersons erschossen. Der letzte Flintenschuss trifft das Ziffernblatt von Lydeckers Uhr, die er Laura einst geschenkt hat.
Der Inhaber des Filmstudios, Darryl F. Zanuck, vertraute Rouben Mamoulian die Regie an, während Lucien Ballard für die Kameraarbeit verpflichtet wurde. Otto Preminger bekleidete die Rolle des Produzenten, da Zanuck ihn als Filmproduzent und nicht als Regisseur sah. Die Feindseligkeit zwischen den beiden hatte ein Regieverbot für jeden Film heraufbeschworen bei dem Preminger die Produzentenrolle bekleidete. Viele Regisseure die von dem Konflikt wussten, hatten sich geweigert, die Regie bei Laura zu übernehmen.
Für die Titelrolle der Laura wurde Gene Tierney verpflichtet, die in den 1940er Jahren als eine der schönsten Frauen in Hollywood galt. Sie hatte bereits 1942 mit Mamoulian an der Romantikkomödie Das große Spiel zusammen gearbeitet. Für Tierney war es die erste Rolle seit einem Jahr, in dem sie Mutter ihrer erstgeborenen Tochter Daria wurde, die aufgrund einer in der Schwangerschaft erlittenen Rötelerkrankung schwachsinnig zur Welt kam. Für die Rolle des scharfzüngigen Journalisten Waldo Lydecker wurde Clifton Webb engagiert, der nach langer Leinwandabstinenz mit Laura seinen Einstand in den Tonfilm feierte. Darryl F. Zanuck war wegen des offenen Geheimnisses um Webbs Homosexualität zuerst gegen ein Mitwirken des bekannten Broadway-Schauspielers, doch Preminger beharrte auf ihn. Dana Andrews wurde als Kriminalbeamter Mark McPherson verpflichtet, der auch nicht Zanucks erste Wahl für die Rolle war. Vincent Price und Judith Anderson, die 1940 als geheimnisvolle Mrs. Danvers in Alfred Hitchcocks Rebecca geglänzt hatte, ergänzten das Schauspielensemble. Die Dreharbeiten begannen am 27. April 1944.
Mamoulians erste Muster von Laura fielen wider Erwarten durch, in anderen Quellen wird von kreativen Differenzen zwischen Mamoulian und Produzent Otto Preminger berichtet. Mamoulian gab schon achtzehn Tage nach Drehbeginn die Arbeit an der Produktion auf und Preminger schlüpfte in die Rolle des Regisseurs und ersetzte Lucian Ballard durch den Kameramann Joseph LaShelle. Der neue Regisseur engagierte den Drehbuchautoren Samuel Hoffenstein, der nach den Wünschen des neuen Regisseurs das Filmskript änderte. Preminger ließ außerdem viele von Mamoulians Szenen nachdrehen (andere Quellen berichten davon, dass Preminger das gesamte Material seines Vorgängers zerstörte), veränderte die Filmsettings und setzte sich stark für das neue Drehbuch ein. Darryl F. Zanuck hatte sich eigentlich für ein anderes Filmende entschieden, in dem sich am Ende herausstellen sollte, dass alles nur ein Traum des Kriminalbeamten gewesen war. Als sich Zanuck die Version des Films gemeinsam mit dem befreundeten Klatschkolumnisten Walter Winchell ansah, fiel das Ende jedoch bei Winchell durch, weil er es nicht verstand. So erhielt Otto Preminger die Genehmigung Laura das ursprüngliche Ende zurückzugeben. Die Dreharbeiten wurden im Juni 1944 beendet.
Für die Filmmusik wurde der US-Amerikaner David Raksin verpflichtet. Er sollte auf Wunsch von Otto Preminger ein Thema auf der Basis von Duke Ellingtons „Sophisticated Lady“ bzw. George Gershwins Summertime kreieren. Doch Raksin entschloss sich, eine eigene Filmmusik zu entwickeln. Als Inspiration für die Titelmelodie von Laura dienten ihm die Briefe seiner Frau, die stets mit den Worten „Dear David“ begannen und er komponierte das eindringliche Thema innerhalb eines Wochenendes.
Heute zählt Laura neben John Hustons Die Spur des Falken (1941) und Howard Hawks' Tote schlafen fest (1946) zu den Meisterwerken des Film noir, was auch auf die eindringliche und oft kopierte Titelmelodie von David Raksin zurück zu führen ist, die später von Johnny Mercer zu einem erfolgreichen Song verarbeitet wurde.
In Deutschland startete der Film am 9. Mai 1947, fast zweieinhalb Jahre nach seiner Uraufführung. In Finnland und Frankreich feierte Otto Premingers siebte Regiearbeit, Jahrzehnte nach dem regulären Kinostart, am 24. Juli 1959 bzw. am 16. März 2005 Wiederveröffentlichungen.
1999 wurde Laura in das National Film Registry aufgenommen, ein Verzeichnis US-amerikanischer Filme, die als besonders erhaltenswert angesehen werden.
Nominiert in den Kategorien
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