Die Laugen-Melaun-Kultur ist eine spätbronzezeitliche südalpine Kulturgruppe.
Sie entsteht im Verlauf des 14. Jahrhunderts im Zuge der allgemeinen kulturellen Umwälzungen, die sich in Europa abzeichnen und zur Ausbildung der Urnenfelderkultur führen. Dabei kommt es für ungefähr 300 Jahre zu Bevölkerungsverschiebungen. Manche Gruppen erreichen das Mittelmeer und die alten Kulturvölker nehmen Kenntnis von ihnen.
In Mitteleuropa breitet sich eine neue Kultur aus, die mit dem technischen Begriff Urnenfelderkultur bezeichnet wird. Benannt ist diese Kultur nach dem nun plötzlich auftretenden Brauch, die Verstorbenen nicht mehr in großen, steinernen Familiengräbern zu bestatten, sondern die Leichen zu verbrennen und die Asche in Urnen zu füllen. Hinter diesem Wandel müssen ganz neue religiöse Vorstellungen stecken.
Südlich des Alpenhauptkammes finden wir ab etwa 1350 / 1250 v. Chr. eine Kultur, die nach zwei wichtigen Fundorten bei Brixen Laugen – Melaun – Kultur genannt wird.
Mit dem Beginn der Laugen – Melaun – Kultur findet sich eine Keramik von besonderer Qualität und zahlreichen neuen Formen, darunter auch aufwendig verzierte Krüge. Dass das Etschtal und seine Seitentäler von einem fremden Volk erobert worden wäre, kann man aus den archäologischen Quellen nicht ablesen, denn die meisten Siedlungen z. B. in Eppan, die es in der mittleren Bronzezeit gegeben hat, werden weiterhin bewohnt. Ist vielleicht nur eine neue kriegerische Oberschicht eingewandert, die neue kulturelle Impulse mitgebracht hat? Wir wissen es nicht.
Neu sind aber nicht nur die Keramik und die Brandbestattung in Urnen, auch die Anlage spezieller Heiligtümer, manchmal in unglaublicher Abgeschiedenheit ist zu beobachten. Diese Heiligtümer sind manchmal hoch aufgetürmte Steinkegel, manchmal liegen sie auf Bergspitzen, manchmal in der Nähe der Gewässer. Immer haben sie aber mit den Verbrennen von Opfergaben zu tun. Deshalb werden sie als Brandopferplätze bezeichnet. Dort scheinen unter den rauchenden Opfergaben auch Feste stattgefunden zu haben, denn für diese Plätze sind Haufen von zerschlagenem Keramik typisch. Besonders auffallend sind die vielen Krüge und Schalen. Aus diesem Grund kann man vermuten, dass um 1300 v. Chr. der Wein bei kultischen Feiern eine bestimmte Rolle spielte. Neben den Metallen war vor allem der Wein (in dieser Zeit und?) für die nächsten Jahrtausende der bedeutendste Wirtschaftsfaktor im Etschtal.
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"Laugen-Melaun-Kultur".
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