| Wappen | Karte | |||
|---|---|---|---|---|
| Wappen Lauffen am Neckar.png | Karte Lauffen am Neckar in Deutschland.png | |||
| Basisdaten | ||||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |||
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |||
| Region: | Heilbronn-Franken | |||
| Landkreis: | Heilbronn | |||
| Geografische Lage: | ||||
| Höhe: | 170 m ü. NN | |||
| Fläche: | 22,63 km² | |||
| Einwohner: | 11.058 (31. Dezember 2004) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 490 Einwohner je km² | |||
| Ausländeranteil: | 11,2 % | |||
| Postleitzahlen: | 74344-74348 (alt: 7128) | |||
| Vorwahl: | 07133 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | HN | |||
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 25 056 | |||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausstraße 10 74348 Lauffen am Neckar | |||
| Website: | www.lauffen.de | - | Politik | |
| Bürgermeister: | Klaus-Peter Waldenberger | |||
| Lage der Stadt Lauffen am Neckar im Landkreis Heilbronn | ||||
| Lauffen am Neckar in HN.png | ||||
Nach Abzug der Römer und Einzug der Franken wurde in Lauffen ein Königsgut mit Martinskirche errichtet, dessen Besitzverhältnisse zwischen Fürsten und Kirche mehrfach wechseln. Eine Urkunde aus dem Jahr 823 erwähnt diese "Kirche im Neckargau, welche in der Villa Hlauppa zur Ehre des Hl. Martin erbaut ist". Der dabei erstmals erwähnte Name "Hlauppa" (später: Lauffa, Laufen, Lauffen) kommt vermutlich daher, dass der Neckar bei Lauffen besonders schnell fließt (läuft).
1227 verpfändete Kaiser Friedrich II. Lauffen sowie Sinsheim und Eppingen an Markgraf Hermann V. von Baden. In der Pfändungsurkunde wird Lauffen erstmals als „civitas“ (Stadt mit bürgerlicher Einrichtung) bezeichnet. Die Markgrafen von Baden setzten ein Vogtsgeschlecht als Verwalter der Stadt ein. Ebenfalls 1227 erfolgte der Bau einer Kirche, die der inzwischen heiliggesprochenen Regiswindis geweiht war und eine bereits zuvor bestehende Kapelle ersetzt hat. Durch die verstrickten Verwandtschafts- und Pfandschuldverhältnisse der damaligen Adelsgeschlechter wechselte das Vogtrecht über den Ort mehrfach und ging u.a. auch auf die Herren von Teck über. 1327 wurde Lauffen an Württemberg verpfändet. 1346 erwarb Ritter Albrecht (genannt Hofwarth) von Lauffen die Stadt und die Burg von den badischen Markgrafen für 3000 Pfund Heller, verkaufte seinen Besitz jedoch 1361 bereits wieder an Graf Eberhard von Württemberg und dessen Bruder Ulrich für die doppelte Summe. Die württembergischen Herren forderten angesichts der nahen Reichsstadt Heilbronn im Jahre 1383 eine Selbstverpflichtung der Einwohner zur Treue zu Württemberg.
1474 wurde unter Graf Ulrich eine erste Neckarbrücke bei Lauffen erbaut, woraufhin der gesamte Flusszoll an Lauffen fiel. Die Brücke wurde beim Hochwasser 1529 zerstört und 1532 neu errichtet. 1480 folgte der Bau eines Rathauses und die Errichtung eines Wochenmarktes. 1482 fielen 1300 Einwohner Lauffens der Pest zum Opfer.
Im Bauernkrieg wurde das Feld zwischen Lauffen und Gemmrigheim zum Lagerplatz eines 8000 Mann starken Bauernheers, als sich Mitte April 1525 die Wunnensteiner Bauern unter Matern Feuerbacher mit dem „Stocksberger Haufen“ unter Hans Wunderer und dem Haufen um Jäcklein Rohrbach vereinigten. Angesichts dieser Übermacht solidarisierte sich der Rat von Lauffen mit den Bauern, woraufhin lediglich das Kloster geplündert wurde.
Am 13. Mai 1534 waren in der Schlacht bei Lauffen die knapp 11.000 Mann starken württembergischen und österreichischen Truppen den 25.000 Mann des hessischen Heers unterlegen. Die hessischen Landgrafen sollten jedoch nicht lange Einfluss auf die Stadt haben, da diese und das Umland im Schmalkaldischen Krieg um 1547 über ein Jahr lang von spanischen Truppen besetzt werden sollte. Anschließend fiel Lauffen zurück an Württemberg.
1564 wütete abermals die Pest und forderte etwa 800 Opfer. Auch die Jahre 1606, 1607 und 1626 sollten von der Pest geprägt sein, wenngleich auch mit weniger Opfern.
1629 zogen kaiserliche Truppen durch die Stadt, 1631 Truppen aus Lothringen. Im September 1634 wurde Lauffen erst von kroatischen Truppen geplündert, zwei Tage später zogen wieder kaiserliche Truppen ein. Im November 1634 wurden die letzten 16 Stück Vieh in der Stadt vom pistumbischen Regiment beschlagnahmt. An Weihnachten 1634 war Lauffen drei Wochen Quartier für fünf durchziehende Regimenter. Zu Pfingsten 1635 beschlagnahmte das Mühlheimische Kürassier-Regiment die gesamte Winterfrucht. Die Stadt war bereits dermaßen ausgezehrt, dass eine Hungersnot herrschte, der knapp 800 Einwohner zum Opfer fielen.
1636 plünderte ein Oberst Lissaw mit seinem Kürassier-Regiment die Stadt. Im Herbst 1637 überfiel erst ein salisches Reiterregiment, anschließend das Speerreutersche Reiterregiment die Stadt, so dass im Winter abermals Hungersnot herrschte, an der über 200 Menschen starben. 1638 oblag Lauffen zunächst die Verpflegung einer Parischen Kompanie, im Mai wurde die Stadt wieder von kaiserlichen Truppen heimgesucht, ebenso im September. Im Herbst plünderten zwei Reiterregimenter die Ernte, Anfang Dezember suchten drei Reiterregimenter die Stadt heim, und an Weihnachten 1638 besetzte der kaiserliche Generalstab die Stadt. Ende 1638 war die Einwohnerzahl von Stadt und Dorf Lauffen auf nur noch etwa 30 Personen geschrumpft. Auch 1639 wurde Lauffen mehrfach von Truppen besetzt.
Die Jahre 1640 bis 1642 waren vergleichsweise ruhig. 1643 besetzten französisch-weimarsche Dragoner die Burg, in ihrem Gefolge zogen zwei weitere Regimenter und anschließend der gesamte französische Generalstab in die Stadt ein. Die so genannte „weimarsche Besatzung“ endete erst im Mai 1643 nach dreitägigem Gefecht mit einer kurbayerischen Armee unter Oberst Graf Fugger. 1644 war Lauffen für fünf Monate Winterquartier des Blauveavischen Regiments, 1645 erfolgten erneut exzessive Plünderungen der Stadt durch französische und hessische Truppen. Die anschließend wieder einziehenden bayerischen Truppen konnten nahezu nicht mehr verpflegt werden, da es bis auf etwas neuen Wein, Kraut und Rüben schlichtweg nichts mehr in der Stadt zu essen gab. 1646 kamen zu den einquartierten Bayern auch noch schwedische Truppen, und umfangreiche Verteidigungsanlagen („Schanzen“) wurden angelegt. Nach dem Waffenstillstand zwischen Frankreich und Kurbayern 1647 wurden die Verteidigungsanlagen wieder geschleift, und die Bayern zogen ab. An ihrer Stelle bezog eine weimarsche Reiterkompanie ihr Winterquartier in Lauffen. Als der Waffenstillstand aufgehoben wurde, zog eine französische Besatzungstruppe in Lauffen ein und errichtete abermals Verteidigungsanlagen, die aber wegen des Friedensschlusses von 1648 nicht mehr benötigt werden sollten. Auch nach Kriegsende war Lauffen noch über einige Jahre mehrfach Quartier für umherziehende Truppen.
Am Ende des Dreißigjährigen Krieges betrug die Einwohnerzahl noch 155 Personen. Das obere Schloss war vollständig zerstört, das untere stark. Die Stadtkirche wies starke Zerstörungen auf, 270 Häuser waren zerstört, 452 Morgen Weinberge, 1239 Morgen Acker und 50 Morgen Wiesen verwüstet.
Da die politische Situation in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts alles andere als stabil war, trieb Herzog Eberhard 1672 den Ausbau der Befestigungsanlagen von Lauffen voran, um mit Schlagbrücke, Brustwehren usw. gegen einen eventuellen französischen Angriff gewappnet zu sein. Nur wenige Jahre nach dem verheerenden Dreißigjährigen Krieg war Lauffen erneut Schauplatz von Aufmärschen. 1674 überquerte die Armee des Kurfürsten von Brandenburg hier den Neckar in Richtung Straßburg. Ihr folgte die Lüneburg-Zellsche Armee. Beim Rückmarsch dieser Truppen war das brandenburgische Hauptquartier in Ilsfeld. Im Mai 1675 überquerte die kaiserliche Armee aus den Niederlanden kommend den Neckar bei Lauffen. 1676 war die Stadt Winterquartier eines kaiserlichen Kürassier-Regiments, 1679 einer lothringischen Reiterkompanie. 1688 waren abermals die Franzosen in der Stadt, beschlagnahmten alle Pferde und zerstörten die Neckarbrücke. In den folgenden zehn Jahren gab es abermals zahlreiche Kämpfe und Besatzungen, erneut wurden Ernten geplündert und Nutzflächen zerstört. Die Bevölkerung, die sich in den Jahren zwischen den Kriegen erholt hatte, wurde abermals auf 210 Personen im Jahr 1697 dezimiert.
Über 100 Jahre nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges beginnt die Stadt sich von den Schäden allmählich zu erholen. 1721 wird das Rathaus saniert, 1724 wird die 1693 notdürftig wiederhergestellte Neckarbrücke zu einer bedeckten Hängebrücke umgebaut. 1728 formiert sich eine Nachtwache zum Schutz gegen die damals häufigen nächtlichen Diebstähle und Morde.
1744 zog die kaiserlich bayerische Armee unter Feldmarschall von Seckendorff durch Lauffen und belagert die Stadt zwei Wochen, 1745 folgen zum wiederholten Male die Franzosen. Weitere Einquartierungen von Truppen aus Wimpfen sowie aus Anhalt folgten.
1755 wurde die bisherige Verwaltungsstruktur als Obervogtei aufgehoben, bis 1759 wurde aus demselben Bezirk ein Oberamt gegründet. 1785 sterben 160 Einwohner an „Schleimfieber“ (Typhus).
Das 19. Jahrhundert stand in Lauffen insbesondere unter dem Zeichen der Kultivierung des Bodens. 1820 wird der See trockengelegt. Die Einwohner verlieren dadurch eine reiche Nahrungsquelle, aber auch die Ursache vieler Fieberkrankheiten. 200 Morgen neuen Ackerlandes entstehen dabei. Der Weinbau erlebt eine Blüte, indem auf unrentable Sorten verzichtet wird und man hauptsächlich den ertragreichen Clevener anbaut. Die Stadt pflanzt über 2000 Obstbäume auf Gemeindegrund sowie unzählige Weidenbüsche längs des Neckars.
Die Evangelische Kirchengemeinde Lauffen umfasst etwa 6000 Mitglieder, die Katholische Kirchengemeinde Lauffen etwa 3000 (davon etwa 500 in Neckarwestheim). Die Neuapostolische Kirche hat ebenfalls eine Gemeinde in Lauffen.
Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.
Die Stadtfarben sind Grün-Weiß.
Lauffen führte ursprünglich das Wappen seiner Stadtgründer, der Grafen von Lauffen: einen unten gestümmelten Adler (vgl. heutiges Wappen des Landkreises Heilbronn). 1220 bis 1346 war die Stadt in badischem Besitz, und 1311 tritt erstmals das badische Wappen in einem Lauffener Siegel auf. Für 1464 ist dann zum ersten Mal das jetzige „redende“ Wappen in einem Siegel nachgewiesen.
Nach Ende der Ausstellung wurde der Drehstromgenerator zur Elektrizitätsversorgung von Heilbronn eingesetzt. Noch heute erinnert der Name des lokalen Energieversorgungsunternehmens – Zeag (kurz für "Zementwerk Lauffen - Elektrizitätswerk Heilbronn AG") – an diese Tat.
Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg verfügte von 1926 bis Ende der 1990er Jahre über eine Außenstelle für Rebenzüchtung in Lauffen.
Db-143105 Lauffen N.jpg bei Lauffen]]
Die Anbindung an das überregionale Straßennetz erfolgt über die Bundesstraße B 27. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist an der A 81 in Ilsfeld, ca. 8 km von Lauffen entfernt.
Es gibt in Lauffen eine katholische öffentliche Bücherei.
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"Lauffen am Neckar".
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