Das Lauberhornrennen ist ein von der FIS veranstaltetes Skirennen mit einer Abfahrt und einem Slalom. Es findet jährlich in Wengen in der Schweiz statt.
Die seit 1930 durchgeführte Lauberhorn-Abfahrt gehört zu den "Klassikern" des Skiweltcups. Insbesondere ihre Länge von ca. 4.455 Metern (längste FIS-Abfahrtstrecke der Welt) mit Fahrzeiten um 2:30 min. und die höchste Maximalgeschwindigkeit im Weltcup von gegen 160 km/h stellen hohe Anforderungen an die Fahrer. Zusätzlich ist die Abfahrtsstrecke in eine einmalige landschaftliche Umgebung eingebettet - umrahmt von den Viertausendern Eiger, Mönch und Jungfrau - und zeichnet sich durch besondere Hindernisse aus.
Die Torpositionen werden immer wieder leicht verändert. Insbesondere seit dem tödlichen Unfall von Gernot Reinstadler 1991 wurde das Ziel-S entschärft, indem die Tore weiter oben, näher zusammen und insgesamt weiter links gesetzt werden. Die Lauberhornrennen haben sich zu einem Grossereignis mit einem Millionenbudget entwickelt und ziehen jedes Jahr rund 30.000 Zuschauer an. Eingebürgert hat sich als Attraktion jeweils eine Eröffnungsflugschau der Patrouille Suisse.
1939 feierte Karl Molitor seinen Erfolg mit einer besonderen Taktik. Am Abend vor dem Rennen erklärte ihm der Schullehrer, dass er mit seinen Schülern für ihn zwischen zwei Toren eine Abkürzung stampfen würde. Wo die Piste eine Rechtskurve mache, führe die Abkürzung auf direktem Weg zum nächsten Tor. Molitors Privatpiste war aber nur eine Skilänge breit und daher konnte er kaum bremsen und wurde so schnell, dass er dort, wo er wieder auf die Piste kam, stürzte. Er fuhr trotzdem weiter und gewann mit neun Sekunden Vorsprung.
1945: Sechs Italiener, welche in Mürren als Flüchtlinge interniert waren, nahmem am Lauberhornrennen teil. Weil das niemand wissen durfte, starteten sie unter Pseudonymen wie «Blitz» und «Donner».
1954: Mehrere österreichische Rennfahrer stürzten in der Ebene nach dem Silberhornsprung. Die Stelle erhielt daher den Namen "Österreicherloch".
1965: Kurz vor dem Start von Stefan Sodat lichtete sich kurz der Nebel und die Sonne wies ihm den Weg ins Ziel. Der Österreicher mit Startnummer 31 fuhr Bestzeit, doch die Fotografen hatten ihre Positionen bereits verlassen. Deshalb musste der Fahrer nach dem Rennen nochmals zum Ziel-S hochsteigen, damit sie doch noch zu ihrem Siegerbild kamen.
1985: Im Training holte der Kanadier Brian O'Connor den vor ihm gestarteten Portugiesen ein.
1991: Gernot Reinstadler fehlte in der Trainingsabfahrt beim Ziel-S wohl die Kraft, die Kurve fertig zu fahren und er sprang daher (da zu weit rechts) in die Pistenabgrenzung, wo er mit einem Ski in den Fangnetzen einhängte (damals gab es dort noch keine Abweisplanen) und schwere innere Verletzungen im Unterkörper erlitt. Kurz darauf starb der junge Fahrer an den inneren Blutungen. Die Österreicher zogen ihre Mannschaft zurück und das Lauberhornrennen wurde abgesagt.
1997: Bruno Kernen wählte beim Brüggli-S eine direkte Linie. Die notwendige, scharfe Kurvenwahl führte zu einem Überdrehen der Skier, welche hinten wegdrifteten. Der Schweizer rotierte um die eigene Achse und schleuderte mit mindestens 40 km/h rückwärts ins Auffangnetz. Während der Rücken in die harte Abweisplane prallte, schlug der Kopf gegen das weichere Netz. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Fahrer etwa 10 Meter in die Piste zurückkatapultiert. Bruno Kernen kam mit relativ leichten Verletzungen davon.
1 Es wurde eine sog. Super-Kombination ausgetragen (verkürzte Abfahrt und ein Slalomlauf)
2 Der Slalom fand in Veysonnaz statt
3 Anstelle einem Slalom fand ein Super-G statt
Martin Born: Lauberhorn – die Geschichte eines Mythos. AS Verlag, Zürich 2004. ISBN 3909111084.
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