Die Laserdisc (LD), auch Laservisiondisc oder CD-Video genannt, ist ein CD-ähnliches Speichermedium für Videos im Heimgebrauch. Aufgrund ihrer hohen Qualität wurden LDs auch im professionellen Bereich eingesetzt. Die Abtastung erfolgt berührungslos durch einen Laser. Im Gegensatz zu Tonbändern, Schallplatten, Videobändern und anderen Bildplatten-Techniken gibt es daher keine Abnutzung. Heute sind sie im Heimbereich von den DVDs vor allem in Europa nahezu verdrängt. LaserDisc.gif
Parallel wurde von Philips, ursprünglich unter dem Namen Laservision (LV), ein System entwickelt und veröffentlicht, welches in Deutschland als Bildplatte angeboten wurde. Die LV verfügte über eine analoge Bild- und Tonaufzeichnung. Das Format erreichte aufgrund seiner hohen Qualität eine weite Verbreitung in den USA, floppte jedoch in Europa. Die LD war das erste Medium mit exklusiven Spezialeditionen, die Extras wie Audiokommentare, Trailer und Hintergrundberichte beinhalteten. Oft wurden die Filmemacher für die LD-Editionen befragt oder fertigten neue Transfers an. Diese Basis etablierte die Industrie, welche heute der DVD zu ihrem Erfolg verhilft.ld-dvd.jpgld-player.jpg CD_Video.jpg
Auf der Basis der LV entwickelte Philips die CD, die sich durch einen kleineren Durchmesser, dünnere Medien, den Verzicht auf Bildinformationen und den Übergang zur digitalen Kodierung des Tons auszeichnete.
Pioneer entwickelte die LV zur LD weiter (alte Schreibweise LaserDisk, später Laserdisc). NTSC-LDs verfügen sowohl über analoge als auch digitale Tonspuren. Daher können sowohl LVs als auch LDs sowohl mit LV- als auch mit LD-Spielern abgespielt werden. PAL-LDs enthalten entweder analoge oder digitale Ton-Information, jedoch nicht beides.
In den späten 90'er Jahren brachte Pioneer einige durch ihre LD-/VCD-/CD-/DVD-Kompatibilität einzigartige Player auf dem Markt. Es waren die einzigen Player, die DVDs und Laserdiscs abspielen konnten. Das letzte Modell, das in Deutschland hergestellt wurde, war der Pioneer DVL-919E. Der Preis lag damals bei rund 2.800 DM.
Auch wenn die theoretisch mögliche Bildschärfe und Auflösung geringer ist als bei DVDs (durch Beschränkungen des PAL- bzw. NTSC-Farbsystems) ist das Bild frei von DVD-typischen Artefakten, auch in stark bewegten Szenen, was die als ausgezeichnet beurteilte Bildqualität erklärt.
LDs gibt es in den 3 Größen 30 cm (LP), 20 cm (EP) und 12 cm. Die beiden großen Formate können beidseitig bespielt sein.
Die Aufzeichnung erfolgt im CAV- oder CLV-Format. CAV (Constant Angular Velocity) erlaubt Zeitlupe und Standbild in optimaler Qualität, die Spielzeit ist jedoch auf 30 min (NTSC) oder 36 min (PAL) beschränkt. CAV Disks rotieren immer mit 1500 RPM (PAL) oder 1800 RPM (NTSC). CLV (Constant Linear Velocity / oder auch Extended Play genannt) erlaubt 60 min (NTSC) oder 64 min (PAL) pro Seite. Hier rotieren die Disks zunächst auch sehr schnell, werden aber im Laufe des Films langsamer, da bis zu 3 Bilder pro Rotation gespeichert sind.
Die 12-cm-Version wird häufig als CD Video bezeichnet und hat nichts mit dem DVD-Vorläufer Video-CD zu tun. Es können 6 min Bild und Ton und weitere 20 min nur Ton aufgezeichnet werden. Ein zusätzlicher Nur-Ton-Anteil kann von jedem CD-Spieler wiedergegeben werden. Die reguläre Videospur ist jedoch völlig inkompatibel zu CD- oder DVD-Formaten und kann von entsprechenden Laufwerken nicht gelesen werden.
Kurzzeitig gab es auch Versuche, Laserdiscs mit Dolby-Digital-Ton in Deutschland einzuführen. Hierzu wurden NTSC-Laserdiscs mit deutschem Ton gepresst. Dies war technisch möglich, da viele Player der damaligen Zeit sowohl ein PAL-, als auch ein NTSC-Signal ausgeben konnten. Durchgesetzt hat sich das Format allerdings nicht – in Deutschland sind gerade einmal zwei Laserdiscs mit AC3-Ton erschienen (True Lies und The Long Kiss Goodnight).
Die einzige deutsche Laserdisc mit DTS-Tonspur war Schlafes Bruder, die daneben auch eine von drei deutschen LDs mit anamorpher Bildaufzeichnung war.
Da die Laserdisc niemals Massenmedium war, gab es sie überwiegend nur in den großen Metropolen wie Frankfurt, München, Hamburg oder Berlin in den Fachabteilungen der Elektromärkte zu kaufen. Einige wenige engagierte Versandhändler wie z. B. „Frankfurt Laserdiscs“ boten die Laserdiscs auch überregional an und sorgten somit für eine größere Verbreitung.
Ein weiterer Anbieter war die Berliner Firma Laser-Eye-Land in Berlin, die mit Eigenimporten aus Japan, USA, Hongkong und Singapur versuchte, die Verbreitung voranzubringen. Dort wurden auch die speziellen "Uncut"-Versionen sehr bekannter Action- und Horrorfilme vertrieben, die auf deutschen Laserdiscs und VHS-Kassetten oft nicht zu erwerben waren.
Die Laserdisc unterschied sich von der VHS-Kassette neben dem Ton und der Bildqualität vor allem in punkto Zusatzmaterial: Auf Laserdisc gab es ausführliches Bonusmaterial wie ein Making of, Interviews, Audiokommentare, entfallene Szenen und oft auch kleine Zeitschriften oder andere Gimmicks. Fans sprechen von einem liebevoll gestalteten Medium mit Charme. Daran liegt es wohl auch, dass sich immer noch viele alte (und auch neue) Fans um die Laserdisc scharen, sie weiterhin sammeln oder ihre Sammlung komplettieren. Derart aufwendig gestaltete Laserdiscs wurden meist als Box in einer speziellen Sammlerversion veröffentlicht, die allerdings auch exorbitant teuer war. Ausschlaggebend ist sicher auch der Sympathiefaktor: Die qualitativ hochwertige und ihrer Zeit weit überlegene Laserdisc wurde schließlich von der „billigen“ DVD zu „unrecht“ verdrängt und so unter Fans noch mehr zum Sympathieträger. Als die letzte deutsche Laserdisc 1999 gepresst wurde, waren viele Firmen schon auf die aufstrebende DVD umgestiegen. Nicht vergessen darf man auch, dass die Laserdisc erst seit einiger Zeit durch den massiven Preisverfall dem „normalen Konsumenten“ zugänglich geworden ist und sich so viele an das damalige Interesse für die LD erinnern.
Interessant für Neueinsteiger ist die Laserdisc heute durch das "abgeschlossene" Sammelgebiet. Es gibt nur eine überschaubare Anzahl von Titeln, z.B. ca 1200 deutsche oder ca 140 NTSC-Titel mit DTS-Ton oder 23 in Widescreen (16:9 oder "Squeeze") oder 54 Veröffentlichungen von Astro Records and Filmworks.
Eigene Aufzeichnungen mit Laserdisc-Recordern waren auch möglich, allerdings nur im CAV-Mode. Geräte wie der Sony LVR300 kosteten ca. $18.000 US$. Dazu gab es spezielle Rohlinge im Caddy.
Einem breiten Publikum bekannt wurde die Laserdisc durch ihren Einsatz in den Spielhallen-Spielen Dragon's Lair und Space Ace.
Von 1982 bis 1999 wurden ca 1.200 deutschsprachige Spielfilme auf Laserdisc veröffentlicht. Die letzten deutschen LDs wurden im Herbst 1999 veröffentlicht. Über "die letzte" gibt es widersprüchliche Angaben:
Die weltweit letzte LaserDisc wurde 2001 in Japan hergestellt. Der Titel heißt "Tokyo Raiders" und wurde am 21. September 2001 veröffentlicht.
Siehe auch: VCD, SVCD, DVD, Bildplatte, Optischer Speicher
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