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Lanza.jpg Lanza del Vasto, eigentlich Giuseppe Giovanni Luigi Enrico Lanza di Trabia-Branciforte, (* 29. September 1901 in San Vito dei Normanni, (Provinz Brindisi in Apulien), Italien5. Januar 1981 in Murcia (Spanien)). Italienischer Philosoph und Dichter, Theoretiker und Praktiker des gewaltlosen Widerstandes.

Lanza del Vasto kann als einer der wichtigsten westlichen Schüler von Gandhi angesehen werden. Wie dieser ist er von der Notwendigkeit eines gewaltfreien politischen Kampfes, des interreligiösen Dialogs und der ökologischen Orientierung überzeugt. Mit der Gründung der Arche-Gemeinde hat Lanza del Vasto versucht, seine Ideen in eine gemeinschaftliche Praxis umzusetzen. Er und seine Gemeinschaft haben einen wichtigen Einfluss auf die europäische Friedens- und Ökobewegung ausgeübt.

Leben


Angeregt durch die Schriften von Romain Rolland, bricht Lanza im Dezember 1936 Richtung Indien auf, um Gandhi zu treffen. Er verbringt einige Monate an seiner Seite, bis er sich im Juni 1937 auf Pilgerfahrt an die Quellen des Ganges im Himalaya begibt. Eine Vision, die er dort empfängt, befiehlt ihm: "Kehre heim und gründe!"

Nach Europa zurückgekehrt, macht er sich 1938 wieder auf Reisen, diesmal nach Palästina, das damals am Rand des Bürgerkrieges stand, und besucht, "zwischen allen Stühlen", Jerusalem und Betlehem.

1939, in den Tagen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs, kommt er nach Paris zurück. Er veröffentlicht einige Dichtungen und 1943 die Erzählung seiner Reise nach Indien (unter dem Titel Pilgerfahrt zu den Quellen), die ein gewaltiger Erfolg wurde.

1948 gründet Lanza del Vasto die Gemeinschaft der Arche, die sich Anfangs großen Schwierigkeiten gegenübersieht. 1954 geht er ein zweites Mal nach Indien, um an den gewaltfreien Kampagnen von Vinoba teilzunehmen.

Jeune guerre algerie.jpg 1957, als der Algerienkrieg eskalierte, bringt Lanza zusammen mit anderen Persönlichkeiten (u.a. François Mauriac) die Protestbewegung gegen die Folter auf den Weg. Er fastet 21 Tage.

1962 siedelt sich die Arche-Gemeinschaft auf dem verlassenen Gehöft La Borie Noble, nahe Lodève, im Departement Hérault (Languedoc) im Süden Frankreichs an.

1963 ist er während des Zweites Vatikanisches Konzil in Rom und fastet 40 Tage, um den Papst dazu zu bewegen, gegen den Krieg Stellung zu beziehen.

1972 unterstützt er die Bauern auf dem Larzac-Plateau (nördlich der Arche), die gegen die Erweiterung eines Militärlagers kämpfen. Wieder fastet er, diesmal 15 Tage. 1974 besetzt eine Gemeinschaft einen von der Armee gekauften Bauernhof in der Gegend und lässt sich dort nieder.

1976 nimmt er an den Demonstrationen gegen den "Schnellen Brüter" von Creys-Malville teil.

Werke


  • Pilgerfahrt zu den Quellen. Ein Indienbuch. Düsseldorf: Schwann 1951.
  • Weisheit der Landstrasse oder vom Sinn des unsteten Lebens. Zürich: Sansouci 1975.
  • Die Macht der Friedfertigen: radikale Alternativen zu Elend, Knechtschaft, Krieg und Revolte. Freiburg i.Br.: Kerle 1982.
  • Definitionen der Gewaltlosigkeit. übers. nach der 1963 erschienenen Schrift Definitions de la Non-Violence, welche drei Kapitel aus dem Buch Approches de la vie intérieure zusammenfasst. Kassel-Bettenhausen: Weber - Zucht 1985.
  • Vinoba, König der Armen. Waldkirch: Waldkirchner Verlagsgesellschaft 1988.

Weblinks


  • http://www.lanzadelvasto.org

Mann | Italiener | Autor | Geboren 1901 | Gestorben 1981 | Gewaltfreiheit | Friedensaktivist

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