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Bulldog ist heute nur mehr eine umgangssprachliche Bezeichnung für einen Traktor oder Ackerschlepper. Geprägt wurde dieser Ausdruck jedoch durch die legendären Lanz Bulldog Ackerschlepper, die Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts unter der Typenbezeichnung "Bulldog" von der Firma Lanz (Heinrich Lanz Aktiengesellschaft, Mannheim), heute John Deere, hergestellt wurden.
Der Name wurde vom Aussehen der ersten Bulldog-Motoren abgeleitet, da diese Ähnlichkeit mit dem Gesicht einer Bulldogge hatten.
Das Herzstück eines jeden Bulldog war über die gesamte Fertigungszeit in über 250.000 Einheiten der einzylindrige Bulldog-Motor, der nach dem Glühkopf-Prinzip (Glühkopfmotor) arbeitete.
Der Erfolg des Bulldog war seine Einfachheit und Robustheit, in vielen anderen Disziplinen, wie Zugleistung, Technologie oder Verbrauch waren die Bulldogs zumal ab dem Einsatz der ersten Dieselschlepper meist unterlegen, was ihrem Erfolg jedoch keinen Abtrag tat. Darüberhinaus fuhr der zuverlässige Bulldog bereits, als es dieselgetriebene Traktoren noch gar nicht gab und die benzingetriebenen Schlepper waren im rauhen Betrieb der Landwirtschaft sehr unzuverlässig. Ein weiterer Vorteil des Bulldog war der billige Treibstoff, die Unempfindlichkeit und die Tatsache, dass diese Treibstoffe nicht explodierten, wie das bei benzingetriebenen Traktoren häufig der Fall war.
Somit begann der Siegeszug des Bulldog im Wettbewerb gegen die betriebskosten- und arbeitsintensiven Dampfmaschinen und sein Ruf war bereits gefestigt, als Wettbewerber begannen, preiswerte und brauchbare Traktoren mit Benzin- oder Dieselmotoren zu bauen. Es gab den Bulldog sogar in Feldbahnen (Typ FM) und Lokomotiven (Schienenbulldog).
Als man erkannte, dass der Bulldog nicht nur Sägen, Mühlen, Steinbrecher und Dreschmaschinen antreiben konnte, sondern auch sich selbst zusammen mit Ackergeräten, entstanden etwa um 1921 die Lanz-Ackerschlepper mit dem robusten Glühkopfmotor, die ab 1923 in Serie gingen.
Als geeignete Brennstoffe nannte Lanz in seinen Prospekten: "Braunkohlenteer-Gasöl, mineralisches Gasöl, vegetabile und animalische Öle, Petroleum". Der Bulldog-Motor war also ein echter Vielstoffmotor.
Der HP, sowie der Felddank waren jedoch angesichts der Inflation und der Weltwirtschaftskrise zu aufwändig und teuer. Die Verkaufserfolge blieben aus (Felddank ca. 800 Stück, HP ca. 720 Stück Gesamtproduktion). Eine einfachere preisgünstigere Variante musste her.
So entstand der erste "Großbulldog", der Typ HR (beginnend mit der Typenbezeichnung HR2, später hochnumeriert bis HR8) mit 22/28 PS und Verdampferkühlung. Er hatte bereits das typische Bulldog-Aussehen, das bis zur Einstellung der Fertigung prägend blieb. Verändert wurde dieses nur noch durch die einige Jahre später eingeführte, wesentlich effektivere Thermosyphonkühlung. Ab dieser Zeit hießen die Bulldogs "Kühlerbulldog".
Die HR-Baureihe hatte auch schon den bis zur Umstellung auf Halbdiesel- und Volldieseltechnik verbauten Motor mit ca. 10,3 Litern Hubraum, resultierend aus einem Bohrung/Hub-Verhältnis von 225 mm/260 mm. Der Prototyp des HR war sogar noch mit Allradantrieb und Differenzialsperren ausgestattet.
Dem Zwang zur Einsparung wurde jedoch Allradantrieb, ja sogar die Differenzialsperre geopfert und ab dieser Zeit gab es nur mehr einzylindrige hinterradangetriebene Bulldogs bis zum Ende der Fertigung.
Durch Änderung der Enddrehzahl von zuerst 500 1/min mit 22/28 PS, später 35 PS bis zu 750 1/min mit 45/55 PS konnte dieser Motor bis in die 1950-er Jahre mit dem Wettbewerb mithalten. Der hohe Verbrauch der Glühkopftechnik erforderte jedoch ein Umdenken und so wurde in den 1950-er Jahren zuerst auf Halbdiesel, später auf Volldiesel umgestellt.
Kurz vor dem 2. Weltkrieg wurde ein weiterer kleinerer Bulldog mit 15 PS vorgestellt, der sog. Bauernbulldog. Er hatte bereits ein mechanisches Hubwerk für Anbaugeräte. Auch eine mittlere Baureihe (Typ HN) mit ca. 4,7 Liter Hubraum wurde gebaut.
Während der Bulldog-Ära gab es verschiedene Baureihen mit heute z. T. seltsam anmutenden Namen vom einfachen "Ackerluft-Bulldog" über "Verkehrsbulldog" bis hin zum Schnelläufer "Eilbulldog", den es mit festem Führerhaus und Schnellgang gab. Diese Begriffe, zu denen noch der "Gummibulldog", der "Doppelbulldog", der "Teerölbulldog" und etliche weitere gehören, bezeichneten eigentlich Ausstattungsmerkmale.
Der Gummibulldog war die Straßenausführung des HL mit Elastikbereifung (eine Vollgummibereifung bevor die Luftreifen eingesetzt wurden), der Doppelbulldog hatte - im Gegensatz zum normalen HL ein 2-Gang-Getriebe. Der Teerölbulldog war speziell für den Einsatz dieses Treibstoffs mit einem geänderten Zündsack im Glühkopf ausgerüstet,von diesen Fahrzeugen gibt es aber heute nur noch eine Handvoll weltweit,in Deutschland sind noch drei Exemplare bekannt!
Da die Bulldogs, der Lanz'schen Tradition folgend, in höchstmöglicher Qualität gefertigt wurden und aufgrund der Motorentechnologie quasi von jedem Dorfschmied gewartet werden konnte, wurde das Wort Bulldog verdient zum Synonym für Robustheit und Leistung.
Dieses Modell "Trecker" fand auch seine Erkennung für die Comedy-Figur "Günther der Treckerfahrer", einer Comedysendung des Frühstyxradio von Radio ffn.
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"Lanz Bulldog".
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